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China folgt Europa: Windows wird früher als geplant durch Linux ersetzt

Auch China vollzieht den Wechsel von Windows auf Linux, und zwar schneller als zuvor angedacht
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Auch China vollzieht den Wechsel von Windows auf Linux, und zwar schneller als zuvor angedacht
China will Windows in einigen Behörden früher als geplant durch Linux ersetzen. Der Schritt ist Teil der umfassenderen Bestrebungen des Landes, die Abhängigkeit von ausländischen Produkten und Dienstleistungen zu verringern, insbesondere von solchen aus den USA.

Laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg hat China mehrere Behörden angewiesen, die "Windows 10 China Government Edition" früher als geplant durch chinesische Linux-Distributionen zu ersetzen. Die Entscheidung gegen Windows 11 ist zugleich ein deutliches Signal dafür, wie kritisch China die Eingriffstiefe des Betriebssystems und dessen Datenschutzversprechen bewertet.

China hat sich in den Bereichen Software, Hardware und Medien sowie auf weiteren Gebieten schrittweise von US-Unternehmen distanziert. In den meisten Ländern sind Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Datenschutzversprechen US-amerikanischer Software und Dienste geäußert worden. China strebt mit diesem Ansatz digitale Souveränität an. Schon vor der aktuellen Entscheidung hat das Land schrittweise Maßnahmen umgesetzt, um ausländische Technik durch heimische Alternativen zu ersetzen.

Chinesische Regierungsvertreter haben Bedenken hinsichtlich der digitalen Sicherheit von Windows geäußert. Microsoft hat gegenüber Bloomberg jedoch erklärt, von keinem Sicherheitsvorfall bei Windows 10 China Government Edition zu wissen. Zudem erhalte diese Version weiterhin regelmäßig Sicherheitsupdates. Die Einstellung der exklusiv für China entwickelten Windows-Ausgabe war ursprünglich für Februar 2027 vorgesehen, ist durch die jüngsten Änderungen aber auf Ende 2026 vorgezogen worden.

Windows 10 China Government Edition ist nicht von Microsoft, sondern von C&M Information Technologies (CMIT) entwickelt worden. CMIT ist 2016 als Gemeinschaftsunternehmen von Microsoft und dem staatlichen Konzern China Electronics Technology Group entstanden. Diese angepasste Windows-Version erfüllt die Anforderungen der chinesischen Regierung und bietet unter anderem lokalisierte Aktivierungs- und Updateverfahren. Bestimmte Kundendienste sind entfernt worden, zudem werden chinesische Kryptografiestandards unterstützt.

Offen ist nun, welche Linux-Distribution Windows ersetzen wird. Wahrscheinlich fällt die Wahl auf eine in China entwickelte Lösung. Nach Bekanntwerden der Entscheidung sind die Aktienkurse der chinesischen Linux-Anbieter Kylin Software und Tongxin Software Technology, auch UnionTech genannt, deutlich gestiegen.

KylinOS von Kylin Software ist als Desktop-, Server- und weitere Spezialversionen erhältlich. Mit openKylin existiert außerdem eine kostenlose und vollständig quelloffene Variante. UnionTech OS (UOS) basiert dagegen auf Deepin und Debian Linux. Beide Unternehmen haben sich bereits zuvor auf Behörden- und Unternehmenskunden statt auf den breiten Privatkundenmarkt konzentriert und gelten daher schon länger als mögliche Windows-Nachfolger.

Auch Huaweis HarmonyOS 2, ursprünglich eine Android-Variante und inzwischen ein proprietäres Betriebssystem, wird für den Einsatz auf PCs angepasst. Da diese Entwicklung jedoch noch viel Zeit beanspruchen dürfte, sind KylinOS und UOS derzeit die einzigen etablierten Lösungen, die für eine Einführung in staatlichen Einrichtungen vorbereitet sind.

Der Wechsel auf ein anderes Betriebssystem ist nie unkompliziert und stellt die chinesische Regierung vor eine weitere große Herausforderung. Anwendungen müssen getestet, Treiber und Geräte unterstützt, Dateiformate auf Kompatibilität geprüft und Mitarbeiter geschult werden. Diese Aufgaben müssen schnell und wirksam bewältigt werden. In einigen Fällen könnte es zudem notwendig sein, von Windows abhängige Software zu ersetzen oder anzupassen.

Bislang gibt es keine Berichte darüber, wie der Umstieg auf Linux konkret erfolgen soll. Der plötzliche Kurswechsel deutet jedoch darauf hin, dass die chinesische Regierung diese Hürden zügig angehen will. Ein landesweites Verbot von Windows-Installationen ist damit allerdings nicht verbunden. Microsoft bietet bereits eine ausschließlich chinesischsprachige, eingeschränkte und werkseitig gesperrte Version von Windows 11 namens Windows Home China 11 an, um seinen Marktanteil zu behaupten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass der vorgezogene Linux-Umstieg nur einige Behörden betrifft. China könnte den Wechsel schrittweise umsetzen, um den Ablauf möglichst reibungslos und effizient zu gestalten. Die Botschaft ist dennoch eindeutig: Peking will beim Datenschutz keine Kompromisse eingehen und setzt bei den künftigen Desktop-Systemen seiner Behörden auf Linux, während die Auseinandersetzungen mit dem Weißen Haus über die Nutzung und Weitergabe von Technologien immer wieder aufflammen.

Quelle(n)

Bloomberg (Paywall) | ZDNet

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-08 > China folgt Europa: Windows wird früher als geplant durch Linux ersetzt
Autor: Rahim Amir Noorali, 22.08.2026 (Update: 22.08.2026)