Windows vs. Linux im Gaming: Test zeigt klaren Sieger, doch Community widerspricht

Lässt sich ein Gaming-PC im Jahr 2026 komplett ohne Windows betreiben? Dieser Frage ist man in der Redaktion des YouTube-Kanals Meta PCs auf den Grund gegangen. Dafür wurden Windows 11 und Fedora KDE Linux auf demselben Rechner installiert und unter möglichst identischen Bedingungen miteinander verglichen.
Zum Einsatz kommen unter anderem ein AMD Ryzen 7 9850X3D, eine Radeon RX 9700 XT und zwei baugleiche Kingston-NV3-SSDs. Während sich Windows 11 auf der einen SSD befindet, wird Fedora KDE auf der anderen installiert. Arbeitsspeicher, BIOS-Einstellungen, Auflösung und Grafikoptionen bleiben unverändert. Jeder Benchmark wurde zudem dreimal ausgeführt, sodass Durchschnittswerte aus den Ergebnissen ermittelt werden konnten.
Linux arbeitet teilweise schneller
Bei reinen CPU- und Produktivitätstests kann Linux die Verzüge seiner schlankeren Struktur ausspielen. Im Geekbench erreicht das Betriebssystem 3.595 Punkte im Single-Core- und 19.995 Punkte im Multi-Core-Test. Windows 11 kommt dagegen auf 3.500 beziehungsweise 19.144 Punkte. Damit liegt Linux je nach Disziplin etwa drei bis vier Prozent vorne. Auch beim Blender-Benchmark gewinnt Fedora alle drei getesteten Szenen. Als mögliche Ursache nennen der Tester den geringeren Betriebssystem-Overhead. Ohne Proton oder eine Übersetzung von DirectX-Befehlen könne Linux die vorhandenen Ressourcen effizienter nutzen. Beim Gaming sieht das allerdings anders aus
Windows gewinnt sämtliche Spiele-Benchmarks
In allen getesteten Spielen liegt Windows 11 vorne. In Cyberpunk 2077 erreicht das System bei 1440p 149 statt 140 FPS, in Arc Raiders 145 statt 133 FPS. Besonders deutlich fällt dort der Unterschied bei den 1-%-Lows mit 131 zu 94 FPS aus. Marvel Rivals läuft unter Linux mit 110 statt 116 FPS weiterhin gut. Fortnite startet wegen der fehlenden Linux-Unterstützung von Easy Anti-Cheat dagegen überhaupt nicht. Auch Valorant, der Xbox Game Pass und weitere Spiele mit problematischem Anti-Cheat sind über Linux weiterhin nicht spielbar.
Community hält den Vergleich für zu einseitig
In den YouTube-Kommentaren fällt die Stimmung deutlich Linux-freundlicher aus als im Video. Viele Zuschauer berichten, das Betriebssystem bereits seit Monaten oder Jahren ohne größere Probleme zum Spielen zu verwenden. Einige benötigen Windows nur noch für einzelne Multiplayer-Titel und setzen deshalb auf ein Dual-Boot-System.
Gleichzeitig wird vor allem die Wahl von Fedora kritisiert. Zahlreiche Kommentatoren hätten lieber Gaming-Distributionen wie CachyOS, Nobara oder Bazzite im Vergleich gesehen. Diese bringen optimierte Kernel, angepasste Scheduler und weitere Gaming-Einstellungen bereits ab Werk mit. Besonders CachyOS wird von vielen Zuschauern als möglicher Kandidat für einen zweiten Test genannt.
Auch die noch jungen Linux-Treiber für die eingesetzte Radeon-Grafikkarte könnten Fedora benachteiligt haben. Mit älteren RDNA-2- oder RDNA-3-Modellen falle der Abstand zu Windows nach Ansicht einiger Nutzer geringer aus.
Quelle(n)
Meta-PCs über YouTube














