MesaOS-Meilenstein: Selbst entwickelter Rust-Kernel bootet auf handelsüblichem Laptop

MesaOS wurde vollständig in Rust für moderne 64-Bit-PCs geschrieben und greift dabei nicht auf Code aus Linux oder BSD zurück. Stattdessen nutzt es die strengen Regeln von Rust zur Speichersicherheit, um die Zuweisung des physischen Arbeitsspeichers zu verwalten, Hardware am PCI-Bus zu erkennen und Netzwerkpakete direkt zu verarbeiten. Das Betriebssystem bootet bereits nativ auf einem HP-15s-Consumer-Laptop und verfügt über eine funktionsfähige Kommandozeile, einen Texteditor sowie eine erste Unterstützung für USB-Speicher.
Um diese Leistung einzuordnen: Die Entwicklung eines Betriebssystems ist ein Vorhaben, das sich über Jahrzehnte erstrecken kann. Etablierte unabhängige Projekte wie SerenityOS und Redox OS, ein weiteres auf Rust basierendes Microkernel-Projekt, das bereits 2015 gestartet wurde, haben mit großen Open-Source-Communities jahrelang an ihren Betriebssystemen gearbeitet und kämpfen noch immer mit Problemen bei der Hardware-Kompatibilität.
Einen brandneuen Kernel auf einem echten Laptop zum Booten zu bringen, ist ein bedeutender früher Erfolg. Bis daraus jedoch ein im Alltag nutzbares Betriebssystem wird, ist noch viel Arbeit erforderlich. Derzeit beschäftigt sich der Entwickler Crackanimad0r mit einem der schwierigsten Bereiche der Bare-Metal-Entwicklung: der Analyse und dem Reverse Engineering von WLAN-Treibern für einen integrierten Realtek-WLAN-Chip.
Ohne hardwarebeschleunigte Grafik, Bluetooth, Energiemanagement für verschiedene Ruhezustände und eine umfassende WLAN-Unterstützung ist MesaOS realistischerweise noch Jahre davon entfernt, auf alltäglichen Rechnern eingesetzt werden zu können. Für den Moment ist es jedoch ein beeindruckender Meilenstein, der zeigt, dass speichersichere Programmiersprachen in der Lage sind, PC-Hardware auf niedriger Ebene von Grund auf anzusteuern, und dass Rust in diesem Entwicklungsbereich weiter an Bedeutung gewinnt.
Quelle(n)
MesaOS auf GitHub über HN





