Oblivion Remastered auf Switch 2 hat große Probleme im Performance-Test

Fast 16 Monate nach der überraschenden, unangekündigten Veröffentlichung auf den anderen Plattformen ist The Elder Scrolls 4: Oblivion Remastered schließlich auch für die Nintendo Switch 2 erschienen. Die Umsetzung bringt allerdings teils heftige Ruckler beim Durchqueren der Spielwelt mit sich.
Digital Foundrys Thomas Morgan hat Oblivion Remastered ausführlich analysiert und dafür die Versionen für PS5, Xbox Series X|S und die neue Switch-2-Umsetzung erneut getestet. Dabei hat ihn überrascht, dass sich die Nintendo-Konsole in einer Hinsicht gut behaupten kann, in anderen Bereichen jedoch deutliche Schwächen zeigt. Besonders bemerkenswert ist sein Kommentar zu einem Standbild: "Einbrüche auf 0 FPS haben in einem modernen Videospiel nichts zu suchen."
Ein Limit von 30 FPS kaschiert technische Probleme
Oblivion Remastered läuft auf der Nintendo Switch 2 mit einem weitgehend stabilen Limit von 30 FPS, das jedoch einige Probleme verdeckt. Im Dock gibt die Konsole das Spiel mit 1080p aus, wobei das Bild von einer nativen Auflösung von 960 x 540 hochskaliert wird. Das entspricht lediglich einem Viertel der ausgegebenen Pixelzahl. Im Handheld-Modus bleibt dieses Verhältnis erhalten: Eine native Auflösung von 800 x 450 wird auf 900p hochskaliert.
In Innenräumen kann die Bildqualität überzeugen. Morgan zufolge wirkt das Bild dort schärfer und detailreicher als auf der Xbox Series S. Bei komplexen Objekten zeigen sich jedoch Probleme: Äste flimmern, nasse Rüstungen weisen Rauschen in den Spiegelungen auf und bei Rundgängen durch die Kaiserstadt treten gelegentlich Occlusion-Artefakte auf.
Besonders problematisch ist das Frame-Pacing der Switch-2-Version. Bei durchschnittlich 30 FPS auf einem 60Hz-Display sollte jedes Bild über zwei Bildschirmaktualisierungen beziehungsweise 33 ms angezeigt werden. Morgans Messungen haben jedoch Frametimes zwischen 16 und 50 ms ergeben. Einzelne Bilder bleiben damit abwechselnd für eine oder drei Bildschirmaktualisierungen sichtbar.
Die durchschnittliche Bildrate liegt zwar bei rund 30 FPS, die Bewegungsdarstellung wirkt dennoch nicht gleichmäßig. Beim Durchqueren der Spielwelt treten zudem deutliche Ruckler auf. Digital Foundry hat beim Galoppieren sowie beim gleichzeitigen Erscheinen zahlreicher Gegner Aussetzer von bis zu 230 ms gemessen. Entfernte Gegner werden außerdem nur mit 15 FPS animiert, um die CPU zu entlasten.
Eine alternde Engine stößt an ihre Grenzen
Diese Probleme sind allerdings nicht neu. Unter der Rendering-Schicht der Unreal Engine 5 nutzt The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered weiterhin die alte Spiellogik der Gamebryo-Engine. Seit April 2025 hat das Spiel keine entsprechenden Optimierungen oder Aktualisierungen erhalten. Die Ruckler sind daher von den bisherigen Versionen übernommen worden und kein neues Problem der Switch-2-Umsetzung.
Oblivion Remastered befindet sich damit technisch weitgehend auf dem Stand vom April 2025, ist auf der Nintendo Switch 2 nun aber auch mobil spielbar. Cyrodiil benötigt 58GB Speicherplatz und lässt sich dadurch überallhin mitnehmen. Die einzige wirklich interessante Neuerung ist der Mausmodus, der sich in den Gameplay-Einstellungen aktivieren lässt.
Trotz der Einschränkungen spricht der Status als eines der prägendsten Spiele seiner Zeit weiterhin für Oblivion. Bei Amazon ist die physische Version trotz des hohen Preises für die Neuauflage eines mehr als zwei Jahrzehnte alten Spiels immer wieder ausverkauft. Die Tests von Digital Foundry deuten darauf hin, dass die technischen Probleme auch Käufer enttäuschen könnten. Dennoch bleibt die Nachfrage hoch, wodurch das Spiel auf eBay zu einem attraktiven Ziel für Scalper geworden ist.









