GTA 6: Wie schlägt sich die PS5-Version im Vergleich zu GTA 5 Enhanced auf dem PC?

Grand Theft Auto VI hat das Internet mit Rockstars Extended Look begeistert, doch wie sieht es mit „Grand Theft Auto V: Enhanced Edition“ für den PC aus, die über alle RT-Funktionen der aktuellen Konsolengeneration und noch mehr verfügt?
Ein ausführlicher Vergleich von Digital Foundry zeigt die Kompromisse auf, die eingegangen wurden, um Grand Theft Auto VI mit seiner vollständig per Raytracing gerenderten Welt auf Konsolen lauffähig zu machen, und wie selbst einige technische Einschränkungen durch hochwertige Assets und PBR-Materialien (Physically Based Rendering) überwunden werden können.
Beispielsweise sehen Reflexionen auf den ersten Blick bei den maximalen Einstellungen auf dem PC vielleicht besser aus. Sie weisen zweifellos eine höhere Auflösung auf. Die einfachere Beschaffenheit der Materialien in „Grand Theft Auto V“ führt jedoch dazu, dass diese detailgetreueren Reflexionen eher unrealistisch wirken. Autos reflektieren zwar zweifellos, aber nicht in diesem Ausmaß. Der Verkehr wäre ein noch größerer Albtraum, wenn jedes Fahrzeug auf Hochglanz poliert wäre.
Es handelt sich jedoch nicht um einen eindeutigen Sieg zugunsten von „Grand Theft Auto V“, da auch „Grand Theft Auto VI“ in ausgewählten Szenen einige Raytracing-Artefakte aufweist. Am deutlichsten ist das auf dem obigen Screenshot zu erkennen, wo die Reflexion an der Tür des Lieferwagens durch unscharf gerenderte Details außerhalb des Bildausschnitts stark verzerrt ist. RT-Reflexionen sind noch lange keine perfekte Wissenschaft, insbesondere wenn Upscaling zum Einsatz kommt.
Vor diesem Hintergrund ist die Entscheidung von GTA VI, in bestimmten Bereichen auch traditionelle planare (zweifache Darstellung der Szene) und Screen-Space-Reflexionen (nur das, was auf dem Bildschirm sichtbar ist) zu verwenden, durchaus sinnvoll. Es handelt sich nicht lediglich um eine Optimierungsentscheidung: Manchmal sehen diese traditionellen Methoden tatsächlich besser aus, insbesondere planare Reflexionen in Innenräumen.
Neben der Material- und Texturqualität lässt die „Grand Theft Auto V Enhanced Edition“ auch bei der Modelldichte und Detailtreue zu wünschen übrig. Die vereinfachte Geometrie sieht zwar bei maximaler RTGI-Einstellung und Raytracing-Schatten immer noch deutlich besser aus, doch ähnlich wie beispielsweise bei „Quake II RTX“ kann sie das Alter der Assets nicht kaschieren.
In den meisten Punkten scheint „Grand Theft Auto VI“ also tatsächlich der klare Sieger gegenüber der PC-Maxed-Version von „Grand Theft Auto V“ zu sein. Dies ist jedoch hauptsächlich auf das Alter des Vorgängers zurückzuführen. Der Aufwand, der erforderlich wäre, um „V“ auf den Standard von „VI“ zu bringen, wäre wahrscheinlich vergleichbar mit der Entwicklung von „VI“ selbst – oder zumindest mit einem wesentlichen Teil davon.
Für alle, die sich einen detaillierten Überblick verschaffen wollen, ist das vollständige Video von Digital Foundry in jedem Fall zu empfehlen.
Ein interessantes Details: Das TV-Material im Spiel, das Wildtiere in einer Fast-Food-Umgebung zeigt, wurde offenbar in „Red Dead Redemption 2“ aufgenommen – einem Spiel, das zwar äußerst überzeugende Tier- und Pflanzendarstellungen hat, jedoch auf grundlegende Raytracing-Funktionen verzichtet. Aus diesem Grund sind diese Aufnahmen nicht repräsentativ für „Grand Theft Auto VI“, doch was wir bisher von den ländlichen Umgebungen des neueren Spiels gesehen haben, kann mit der Detailtreue von „Red Dead 2“ mithalten oder diese sogar übertreffen.
Schließlich gibt es noch ein Detail, das Digital Foundry nicht erwähnt hat, das aber mit dem oben genannten Punkt zusammenhängt: Die im Extended Look gezeigte Drogenanlage enthält kleine Hintergrunddetails, nämlich unscharfe Schwarz-Weiß-Fotografien, bei denen es sich tatsächlich um Screenshots aus früheren Spielen handelt. Dies untermauert die Annahme, dass Fernsehen und Fotografie in „Grand Theft Auto VI“ möglicherweise absichtlich Assets mit geringerer Detailtreue verwenden, wobei diese Abstraktionsebene die Immersion jedoch mitunter verstärken kann, anstatt sie zu beeinträchtigen.
Quelle(n)
Digital Foundry auf YouTube
















