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Gaming-Industrie: Schlimmster Absturz seit Jahrzehnten – doch Japan bleibt verschont

Das Capcom-Logo mit Figuren aus seinen Spielen. Der japanische Publisher hat die Welle von Entlassungen, von der westliche Spielestudios betroffen ist, weitgehend vermieden.
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Das Capcom-Logo mit Figuren aus seinen Spielen. Der japanische Publisher hat die Welle von Entlassungen, von der westliche Spielestudios betroffen ist, weitgehend vermieden.
Die Videospielindustrie hat seit 2022 Zehntausende Arbeitsplätze abgebaut, doch die Auswirkungen konzentrieren sich vor allem auf Nordamerika und Europa. Daten eines Branchen-Trackers für Entlassungen zeigen, dass japanische Publisher wie Nintendo, Capcom und Konami von derselben Kündigungswelle weitgehend verschont geblieben sind – und dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

Die Videospielbranche befindet sich mitten in dem, was ein langjähriger Beobachter als ihren schlimmsten Einbruch seit dem Crash von 1983 bezeichnet. Zehntausende Arbeitsplätze sind innerhalb weniger Jahre verloren gegangen – doch fast alle diese Einbußen konzentrieren sich auf Nordamerika und Europa. Japanische Publisher wie Nintendo, Capcom und Konami scheinen die Krise laut dem Videospiel-Analysten Amir Satvat hingegen relativ unbeschadet zu überstehen.

Satvat betreibt seit 2022 den „ASGC Games Industry Layoffs Tracker“ und erklärte gegenüber dem Magazin „Edge“, dass zwischen 2022 und 2026 branchenweit rund 57.628 Arbeitsplätze abgebaut wurden. Seltsamerweise ist die Gesamtbeschäftigtenzahl im gleichen Zeitraum dennoch leicht gestiegen – Verluste in einigen Regionen wurden durch Neueinstellungen an anderer Stelle ausgeglichen.

Die Zahlen des Trackers zeigen, dass allein 66 % der diesjährigen Entlassungswellen in Nordamerika stattfanden, was 79 % aller betroffenen Arbeitnehmer entsprach. Nimmt man Europa hinzu, stehen die beiden Regionen zusammen für 96 % aller im Jahr 2026 erfassten Stellenstreichungen. Über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten entfiel zeitweise sogar mehr als die Hälfte aller weltweiten Entlassungen allein auf Kalifornien.

Japan zeichnet ein völlig anderes Bild. „Japan ist eine ganz andere Welt“, sagt Satvat und verweist auf die unterschiedliche Struktur der dortigen Unternehmen. Nintendo, Konami und Capcom halten ihre Mitarbeiterbindung bei über 97 % – ein Wert, von dem die meisten westlichen Studios derzeit nur träumen können.

Er führt dies auf kleinere, schlankere Teams zurück: Japanische Studios haben den Goldrausch rund um Live-Service-Spiele größtenteils ausgelassen und sich nie auf die Vorstellung eingelassen, dass ein Spiel ein 500-köpfiges Team braucht, um erfolgreich zu sein. Ein weiteres Puzzleteil ist die Vorstandsvergütung.

Japanische Führungskräfte verdienen laut dem Analysten zwar „immer noch sehr gutes Geld“ – typischerweise im Bereich von 2 bis 3 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 1,8 bis 2,7 Millionen Euro) – statt der zweistelligen Millionenbeträge, die bei einigen westlichen Managern üblich sind.

So verdiente der CEO von EA im vergangenen Geschäftsjahr beispielsweise 38.649.984 US-Dollar (umgerechnet etwa 34,5 Millionen Euro) – etwa das 305-fache des Median-Gehalts eines EA-Mitarbeiters –, während Nintendos Präsident im gleichen Zeitraum eine Gesamtvergütung von knapp 2 Millionen US-Dollar (umgerechnet etwa 1,8 Millionen Euro) auswies.

Nichts davon bedeutet, dass japanische Studios gegen den Druck, der die Branche verändert, vollkommen immun sind. Aber ihre kleineren Teams, der vorsichtigere Ansatz bei Big-Budget-Projekten und die weit bescheideneren Gehälter der Führungskräfte erweisen sich als reale Faktoren dafür, warum Unternehmen wie Nintendo, Capcom und Konami von den Entlassungen, die alle anderen treffen, größtenteils verschont geblieben sind.

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Autor: Andrew Sozinov, 18.09.2026 (Update: 18.09.2026)