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Goldman Sachs: Berufseinsteiger sollen ab Tag 1 KI-Agenten führen

Investment Banker mit AI Agenten (AI Generiert)
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Neue Mitarbeiter bei Goldman Sachs sollen laut Asien-Chef Kevin Sneader vom ersten Tag an KI-Agenten steuern, was die Rolle des mittleren Managements infrage stellt (Symbolbild)
Bei Goldman Sachs sollen Berufseinsteiger vom ersten Tag an KI-Agenten führen, sagte Asien-Chef Kevin Sneader auf einer Konferenz in Singapur. Damit stellt sich die Frage, was aus dem mittleren Management wird und wie junge Banker ihr Handwerk künftig noch lernen sollen.

Im Investmentbanking galt bisher eine einfache Regel: Wer neu anfängt, arbeitet zu, und führen darf man erst nach Jahren. Bei Goldman Sachs soll sich das ändern, nur dass das erste Team aus Software besteht. „Wenn unsere jungen Leute jetzt anfangen, managen sie Agenten“, sagte Kevin Sneader am Donnerstag auf dem Milken Institute Asia Summit in Singapur, wie Bloomberg berichtet. Die Einsteiger müssten das Beste aus der „virtuellen Armee“ machen, die ihnen nun zur Verfügung stehe.

Sneader ist kein Technikchef, der ein Produkt verkaufen will. Er leitet bei Goldman das Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan, sitzt im Management Committee der Bank und war vor seinem Wechsel 2021 globaler Managing Partner von McKinsey, so sein Profil bei Goldman. Wenn so jemand das Organigramm einer Großbank neu beschreibt, ist das mehr als eine Konferenzpointe.

Was wird aus dem mittleren Management?

Die naheliegende Folgefrage stellt Bloomberg gleich selbst: Wenn schon die Neuen führen, was passiert mit dem mittleren Management, das bisher genau diese Aufgabe hatte? Ob Sneader darauf eingegangen ist, geht aus den bislang bekannten Zitaten nicht hervor. Der Satz fällt jedenfalls in ein Jahr, in dem die Tech-Branche schon in den ersten sieben Monaten mehr als 124.000 Stellen abgebaut hat und Snap 1.000 Jobs mit Effizienzgewinnen durch KI begründet. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Rechnung nicht immer aufgeht: Manche Konzerne fahren die KI-Nutzung wieder zurück, weil Tokens teurer werden als Mitarbeiter.

Wer lernt dann noch das Handwerk?

Was in Sneaders Bild fehlt, ist der Lernweg. Junior-Banker lernen ihr Geschäft bisher, indem sie Modelle bauen, Präsentationen schreiben und Zahlen prüfen – genau die Arbeit, die künftig Agenten erledigen sollen. Wer von Anfang an nur kontrolliert, muss trotzdem erkennen, wann der Agent danebenliegt, und dieses Urteil entsteht normalerweise erst durch die Jahre am Tabellenblatt.

Für Goldman mag die virtuelle Armee die Produktivität heben. Ob daraus in zehn Jahren erfahrene Banker werden – oder nur sehr junge Manager ohne Erfahrung –, beantwortet die Ankündigung nicht. Genau das ist die Frage, die sich jede Branche mit Berufseinsteigern stellen muss, nicht nur die Wall Street.

Quelle(n)

Bloomberg
Goldman Sachs
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Autor: Jan Gruber,  8.10.2026 (Update:  8.10.2026)