Intel: Raptor Lake bleibt noch Jahre, da Käufer teuren DDR5-RAM meiden

Intel plant nicht, seine älteren Raptor-Lake-Prozessoren in absehbarer Zeit aufzugeben. Die CPUs und die zugehörige LGA-1700-Plattform sollen noch mehrere Jahre ein wichtiger Bestandteil des Sortiments bleiben, da die hohen DDR5-Preise die Nachfrage nach Systemen mit günstigerem DDR4-Arbeitsspeicher wieder ankurbeln.
Robert Hallock, Intel Vice President und General Manager für das Geschäft mit Enthusiasten-Hardware, hat gegenüber Tom's Hardware erklärt, dass Raptor-Lake-Prozessoren weiterhin angeboten werden sollen. Mit der Zeit rechnet Intel zudem mit stabileren Preisen und einer besseren Verfügbarkeit.
"Auch künftig werden 10-nm-Produkte wie Raptor Lake ein zentraler Bestandteil des Sortiments sein, das ich noch über viele Jahre anbieten möchte", so Hallock.
Das wiedererstarkte Interesse an Raptor Lake hängt eng mit der anhaltenden Speicherknappheit zusammen. DDR5 ist deutlich teurer geworden, wodurch der Wechsel auf neuere Plattformen vor allem für preisbewusste PC-Bauer zunehmend kostspielig ausfällt. LGA 1700 unterstützt dagegen auch DDR4 und ermöglicht damit den Bau oder die Aufrüstung eines PCs ohne den Kauf von teurem DDR5-Arbeitsspeicher.
Laut Hallock hat Intel nicht mit dem plötzlichen Anstieg der Nachfrage gerechnet. Auf der Suche nach günstigerer Hardware wollten Kunden weiterhin die schnellsten Prozessoren innerhalb ihres Budgets erwerben, wodurch Alder Lake und Raptor Lake besonders attraktiv geworden sind.
Die unerwartet hohe Nachfrage hat bei einigen Raptor-Lake-Modellen mancherorts zu Lieferengpässen und gar steigenden Preisen geführt. Das betrifft beispielsweise den Core i5-14600K und den Core i7-14700K. Bestimmte CPUs sind mitunter schwer zu finden.
Intel arbeitet nun daran, die Lagerbestände von Raptor Lake zu erhöhen und die Preise zu stabilisieren. Berichten zufolge bereitet das Unternehmen außerdem Raptor Lake Next vor, eine weitere Neuauflage der Plattform, die Anfang kommenden Jahres erscheinen soll. Gleichzeitig bringen Mainboard-Hersteller wieder mehr LGA-1700-Modelle mit DDR4-Unterstützung auf den Markt. Diese Kombination war im Zuge des Übergangs zu DDR5 weitgehend verschwunden.
Nach Angaben von Intel geht der erneute Fokus auf Raptor Lake nicht zulasten der Nova-Lake-Prozessoren der nächsten Generation. Stattdessen erwägt das Unternehmen angesichts des Preisdrucks am PC-Markt eine klarere Trennung zwischen Mainstream- und Enthusiastenprodukten.
Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark die Speicherknappheit den PC-Markt verändert hat. Raptor Lake galt bereits als in die Jahre gekommene Plattform, doch durch den starken Preisanstieg bei DDR5 ist die Unterstützung für günstigen DDR4-Arbeitsspeicher plötzlich zu einem bedeutenden Vorteil geworden. Solange DDR5 teuer bleibt, will Intel offenbar an der älteren LGA-1700-Plattform festhalten.



