Notebookcheck Logo

Tesla ruft tausende Model 3 und Model Y zurück, aber nicht in Deutschland

Scheinwerfer des Tesla Model 3
ⓘ r/TeslaModel3
Scheinwerfer des Tesla Model 3
Tesla ruft zumindest in den USA insgesamt 20.349 Model 3 und Model Y zurück, nachdem die NHTSA die Einschätzung des Herstellers zurückgewiesen hat, dass das zu helle Abblendlicht kein nennenswertes Sicherheitsrisiko darstelle. Betroffene Fahrzeuge müssen in einem Servicecenter kostenlos repariert oder mit Ersatzteilen nachgebessert werden, die endgültige Lösung hat Tesla jedoch noch nicht festgelegt.

Bei einigen Elektroautos von Tesla waren die Scheinwerfer zu hell. Nach zweijährigen Auseinandersetzungen mit den US-Behörden ruft Tesla nun 20.349 Model 3 und Model Y zurück. Die betroffenen Fahrzeuge müssen ein Servicecenter aufsuchen, nachdem die amerikanische Verkehrsbehörde Teslas Antrag abgelehnt hat, das Problem als unerheblich einzustufen.

Laut dem am 4. August 2026 eingereichten NHTSA-Rückruf 26V507 betrifft die Maßnahme 18.735 Model Y, die zwischen Februar 2020 und Dezember 2023 produziert worden sind, sowie 1.614 Model 3 aus dem Produktionszeitraum von Juli 2017 bis Dezember 2023.

Der Grund für den Rückruf ist vergleichsweise geringfügig, dennoch hat die NHTSA Tesla bereits seit Jahren zu einer Behebung aufgefordert. Laut der Behörde überschreitet die Lichtstärke des Abblendlichts bei Scheinwerfereinheiten von Marelli Automotive Lighting den in FMVSS Nr. 108 festgelegten Höchstwert. Betroffen sind speziell die Bereiche oben links und oben rechts in der photometrischen Prüfzone von 10U bis 90U, nicht das gesamte Lichtbild.

Obwohl die erhöhte Lichtstärke offenbar keine Blendwirkung verursacht, hat die NHTSA Tesla zur Einleitung eines Rückrufs aufgefordert. Tesla hatte 2024 beantragt, den Verstoß gegen die Vorschriften als unerheblich einzustufen. Die Behörde hat diesen Antrag jedoch am 17. Juli 2026 abgelehnt. Der Rückruf läuft nun offiziell an, eine Lösung befindet sich aber noch in Arbeit. Halter eines Model 3 oder Model Y müssen daher zunächst abwarten.

Bei den betroffenen Fahrzeugen überschreitet die Lichtstärke des Abblendlichts derzeit in den Bereichen oben rechts und oben links der Zonen von 10U bis 90U den zulässigen Wert gemäß FMVSS Nr. 108. Laut dem im Federal Register veröffentlichten Ablehnungsbescheid begrenzt die Vorschrift die Lichtstärke des Abblendlichts in den oberen Bereichen auf 125 Candela.

Bei Teslas Scheinwerfern sind an dieser Stelle bis zu 230 Candela gemessen worden, rund 84 Prozent mehr als zulässig. Marelli Automotive Lighting produziert und liefert die Scheinwerfereinheiten aus seinem Werk im mexikanischen Ciudad Juárez. Das Produktionsdatum des Zulieferers ist mit dem 2. Juni 2023 oder später angegeben.

Tesla hat seinen Antrag auf Einstufung des Verstoßes als unerheblich auf zwei Argumente gestützt. Das überschüssige Licht liege außerhalb der natürlichen Sichtlinie des Fahrers, außerdem habe das Unternehmen keine Berichte über Unfälle, Verletzungen oder Beschwerden erhalten, die auf das Abblendlicht zurückzuführen seien. Nach Auffassung von Tesla verursachen die betroffenen Scheinwerfer des Model 3 und Model Y keine Blendwirkung.

Tesla-Rückruf aufgrund geltender Vorschriften in den USA

Die NHTSA hat diese Argumentation jedoch nicht überzeugt. Sie kam zu dem Schluss: "Tesla hat nicht überzeugend nachgewiesen, dass der betreffende Verstoß gegen FMVSS Nr. 108 für die Sicherheit von Kraftfahrzeugen unerheblich ist."

Die Behörde kritisierte zudem, dass Tesla eigene ideale Testbedingungen zugrunde gelegt habe. Nebel, Regen und Schnee könnten die Blendwirkung für entgegenkommende Fahrer verstärken.

Vorschriftskonforme Ersatzteile sind bereits in bekannten Stückzahlen verfügbar. Als Tesla im März 2024 den Rückruf 24V-208 eingereicht hat, sind die betroffenen Scheinwerfer bereits nicht mehr produziert worden. Neuere Model 3 aus dem Werk Fremont sind seit dem 4. Dezember 2022 mit Scheinwerfern gemäß FMVSS Nr. 108 ausgestattet, bei neueren Model Y aus dem Werk Austin ist dies seit dem 7. August 2023 der Fall.

Sobald Tesla eine konkrete Lösung festgelegt hat, müssen die Halter betroffener Fahrzeuge das nächstgelegene Servicecenter für eine kostenlose Reparatur oder einen kostenlosen Austausch aufsuchen. Welche Maßnahme durchgeführt wird, hat Tesla noch nicht entschieden.

Falls Tesla die kompletten Scheinwerfereinheiten austauscht, erhalten die Fahrzeuge die aktuellen, gesetzeskonformen Scheinwerfer, die bei einigen Ausführungen auch eine Matrixlicht-Funktion bieten. Wie das Problem letztlich behoben werden soll, hat Tesla bislang nicht bekannt gegeben.

Google LogoAls bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mail Logo

Keine Kommentare zum Artikel

Fragen, Anregungen, zusätzliche Informationen zu diesem Artikel? - Uns interessiert Deine Meinung (auch ohne Anmeldung möglich)!
Keine Kommentare zum Artikel / Antworten

static version load dynamic
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-08 > Tesla ruft tausende Model 3 und Model Y zurück, aber nicht in Deutschland
Autor: Rahim Amir Noorali, 15.08.2026 (Update: 15.08.2026)