Tesla-Konkurrent Xpeng zeigt neue KI-Fahrerassistenz in München: Europa-Start für 2027 geplant

Chinesische Autobauer drängen nicht nur mit hohem Tempo auf den europäischen Markt, sondern machen insbesondere den deutschen Autobauern das Leben schwer. Die KBA-Zahlen zum E-Auto-Boom sprechen eine deutliche Sprache: Tesla und China-Marken deklassieren zunehmend die deutsche Autoindustrie. Und: die Chinese setzen dabei zunehmend auf künstliche Intelligenz (KI). Xpeng, einer der wichtigsten Tesla-Konkurrenten aus China, hat im Rahmen einer Veranstaltung in München seine neue Fahrerassistenz Next Generation Pilot (NGP) vorgestellt. Das System basiert auf der KI-Plattform VLA 2.0 und soll ab Anfang 2027 international ausgerollt werden - sofern die gesetzlichen Voraussetzungen in den jeweiligen Märkten erfüllt sind.
In seiner Kommunikation spricht Xpeng von autonomem Fahren auf "Level 2++". Fachlich und rechtlich ist diese Bezeichnung jedoch mit Vorsicht zu betrachten. "Level 2++" ist kein offizieller SAE-Standard, sondern ein Marketingbegriff. Tatsächlich handelt es sich um ein hochentwickeltes Fahrerassistenzsystem der Stufe Level 2. Der Fahrer muss den Verkehr jederzeit überwachen und bleibt vollständig für das Fahrzeug verantwortlich. Von automatisiertem Fahren der Stufen Level 3 oder Level 4 ist die Technik damit klar abzugrenzen.

Wie sich die Software im europäischen Straßenverkehr verhält, demonstrierten Xpeng-CEO He Xiaopeng und Entwicklungschef Liu Xianming bei öffentlichen Testfahrten durch München. Im neuen SUV-Coupé Xpeng L03 absolvierte das System nach Angaben des Herstellers enge Straßen, Kreisverkehre, Baustellen und unübersichtliche Kreuzungen mit der Vorfahrtsregel "Rechts vor Links". Ebenso soll die KI zuverlässig auf Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter reagiert haben.
Technisch verfolgt Xpeng einen ähnlichen Ansatz wie Tesla. Die VLA-2.0-Architektur arbeitet mit einer End-to-End-KI und verzichtet sowohl auf LiDAR-Sensoren als auch auf hochauflösende HD-Karten. Stattdessen verarbeitet die Software Kameradaten direkt und lernt kontinuierlich aus realen Fahrsituationen. Für die nötige Rechenleistung sorgt der selbst entwickelte Turing AI-Chip. Im Xpeng L03 Ultra kommen laut Hersteller drei dieser Prozessoren zum Einsatz, die zusammen bis zu 2.250 TOPS erreichen.
Nach Unternehmensangaben hat die neue Software in China bereits deutliche Fortschritte gezeigt. Im ersten Monat nach dem Marktstart sank die Zahl der Fahrereingriffe pro 100 Kilometer um rund 26 Prozent. Auf engen Straßen reduzierte sich die Zahl notwendiger Fahrerübernahmen um knapp 36 Prozent. Fast 97 Prozent der Nutzer aktivierten die Funktion. Für den geplanten Europa-Start setzt Xpeng auf neue UNECE-Regelungen wie die UNR 171 für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme im Stadtverkehr. Parallel testet das Unternehmen in China bereits Robotaxis auf Basis derselben KI-Plattform. Europäische Kunden sollen die neuen Funktionen künftig per Over-the-Air-Update erhalten.
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