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Tschüss Reichweitenangst: Warum immer mehr Deutsche mit dem Elektroauto in den Süden fahren

4.500 Kilometer im Nissan Ariya: Entspannte Urlaubsreise mit dem Stromer durch Südfrankreich.
ⓘ Ronald Matta
4.500 Kilometer im Nissan Ariya: Entspannte Urlaubsreise mit dem Stromer durch Südfrankreich.
Der E-Auto-Boom in Deutschland erreicht offenbar auch den Sommerurlaub: Erstmals würden laut einer aktuellen Umfrage mehr Menschen lieber mit einem Elektroauto, als mit Diesel oder Benziner verreisen. Auf meinem 4.500 Kilometer langen Roadtrip durch Frankreich habe ich selbst erlebt, wie entspannt und chillig sich Langstrecken mit einem modernen Stromer inzwischen fahren lassen.

Ganz überraschend kommt diese Entwicklung keineswegs. Laut aktuellen Auswertungen des Kraftfahrt-Bundesamtes setzt sich der Boom der Stromer in Deutschland unvermindert fort. Marken wie Skoda treiben die Zulassungszahlen mit ihren Elektro-Modellen kräftig in die Höhe und schlagen zeitweise sogar Branchenprimus Tesla, während auch chinesische Hersteller wie BYD mit Modellen wie dem Seal U erhebliche Marktanteile erobern. Bei dieser rasanten Marktentwicklung ist es nur ein logischer Schritt, dass immer mehr Besitzer ihr Elektroauto auch für ausgedehnte Urlaubsreisen quer durch Europa nutzen. Moderne Stromer bieten heute alltagstaugliche Reichweiten, die selbst lange Autobahnetappen problemlos ermöglichen, während das Schnellladenetz in den europäischen Urlaubsländern kontinuierlich ausgebaut wird.

4.500 Kilometer Roadtrip im Nissan Ariya durch Südfrankreich

Dass sich Langstrecken auf der Urlaubsreise inzwischen erstaunlich entspannt bewältigen lassen, zeigt die persönliche Praxis. Letztes Jahr machte ich mit Familie einen rund 4.500 Kilometer langen Roadtrip mit unserem vollelektrischen Nissan Ariya bis tief in den Süden an die französische Mittelmeerküste. Die größte Überraschung war dabei nicht einmal die Reichweite des BEVs, sondern die hervorragende Ladeinfrastruktur im Nachbarland Frankreich. Entlang der Route standen an vielen Rastplätzen nicht nur zahlreiche Schnelllader ohne Wartezeiten bereit; die Ladekosten in Frankreich waren im Vergleich zu Deutschland vielerorts erstaunlich niedrig.

An zahlreichen Chargern von Discountern und Supermärkten gab es Strom sogar kostenlos, an anderen Schnellladern lag der Preis teilweise bei weniger als 25 Cent pro kWh. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von nur rund 14 kWh/100 km blieben die Energiekosten für die 4.500 Kilometer lange Reise dadurch überraschend niedrig. Zum Vergleich: Diesel kostete in Frankreich während der Reise rund 1,84 Euro pro Liter, Super E10 etwa 1,93 Euro. Während ein Verbrenner für eine vergleichbare Strecke schnell mehrere hundert Euro an Kraftstoffkosten verursacht hätte, blieben die Kosten für das Laden des Elektroautos deutlich darunter. Aus der oft zitierten Reichweitenangst wurde auf dieser Reise daher eher das Gegenteil: entspanntes Fahren mit regelmäßigen Pausen, deutlich weniger Stress als erwartet und eine spürbar geschonte Urlaubskasse.

Seit 2017 elektrisch auf Reisen: E-Auto-Familie knackt 500.000 Kilometer

Dass diese Erfahrung längst kein Einzelfall mehr ist, zeigen auch Rückmeldungen langjähriger E-Auto-Fahrer aus sozialen Medien und dem persönlichen Umfeld. Nach eigenen Angaben fährt eine Familie bereits seit 2017 ausschließlich elektrisch in den Urlaub und hat inzwischen rund 500.000 Kilometer zurückgelegt. Die Reiseziele reichten dabei von Italien und Österreich bis nach Schweden und Norwegen. Angefangen mit einem Tesla Model S folgten unter anderem Hyundai Ioniq, Hyundai Kona, Tesla Model 3 Long Range sowie ein Zeekr 7X und Tesla Model Y. Probleme mit langen Urlaubsfahrten seien dabei nie ein Thema gewesen. Ein weiterer E-Auto-Fahrer aus dem persönlichen Umfeld fasst seine Erfahrung so zusammen: "60.000 km pro Jahr ohne Probleme, der Diesel wurde ersetzt." 

Meine persönlichen Eindrücke decken sich offenbar mit denen anderer E-Auto-Fahrer und den Ergebnissen der aktuellen Befragung. Zwar ist die Umfrage mit gut 1.000 Teilnehmern nicht repräsentativ für alle Autofahrer, zeigt jedoch zumindest bei den Nutzern der beliebten Onlineplattform einen Trend hin zum E-Auto. Exakt 30 Prozent der Befragten gaben an, mit einem Elektroauto in den Sommerurlaub fahren zu wollen. Ein Diesel kommt auf 25 Prozent, gefolgt von Benzinern mit 19 Prozent. Hybride erreichen 11 Prozent und Plug-in-Hybride 10 Prozent, während lediglich 5 Prozent gar nicht mit dem Auto verreisen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
• 26 % sehen das Laden eines Elektroautos als größte Sorge vor einer längeren Urlaubsfahrt
• 26 % haben vor der Urlaubsreise keine der abgefragten Sorgen
• 30 % würden mit einem Elektroauto in den Sommerurlaub fahren
• 25 % bevorzugen einen Diesel, 19 % einen Benziner
• 35 % würden trotz steigender Anreisekosten wie geplant verreisen
• 53 % prüfen ihr Fahrzeug vor der Reise selbst
• 28 % verzichten auf einen umfassenden Fahrzeugcheck vor der Urlaubsfahrt

Reisende beschäftigen sich offenbar vor einer Fahrt vor allem intensiv mit den Ladestarifen und Stromkosten. Wer mit dem Elektroauto in den Urlaub startet, sollte Ad-hoc-Laden ohne Vertrag tunlichst vermeiden, da das spontane Bezahlen an Schnellladesäulen spürbar teurer sein kann. Über passende Roaming-Tarife oder Herstellertarife lassen sich die Kosten jedoch deutlich senken. Moderne Navigationssysteme übernehmen zudem die Ladeplanung inklusive Batterievorkonditionierung weitgehend automatisch und führen Fahrer gezielt zu passenden Schnellladern entlang der Route.

Ob sich das Elektroauto dauerhaft als unangefochtene Nummer eins für Urlaubsfahrten etabliert, werden die kommenden Jahre zeigen. Die Kombination aus modernen Elektroautos wie dem BMW iX3, immer größeren Akkus, dichterem Schnellladenetz und wachsender Erfahrung vieler Fahrer spricht jedoch eindeutig dafür, dass lange Reisen mit dem Stromer für viele längst Alltag geworden sind - und nicht mehr das Abenteuer, als das sie noch vor wenigen Jahren galten.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-07 > Urlaub im Elektro-Boom: E-Autos plötzlich beliebter für den Sommerurlaub als Verbrenner
Autor: Ronald Matta, 17.07.2026 (Update: 17.07.2026)