Milliarden-Investition in Ungarn: Mercedes-Benz baut Werk für neue E-Autos massiv aus

Der ungarische Standort Kecskemet wächst durch die Werkserweiterung von 200 auf 440 Hektar an. Damit wird das Werk zu einem der größten Automobilproduktionsstandorte in Ungarn und nimmt eine Schlüsselrolle im globalen Netzwerk von Mercedes-Benz ein. Aktuell beschäftigt das Werk mehr als 5.000 Mitarbeiter. Zur feierlichen Eröffnung der neuen Hallen für Karosseriebau und Montage reisten hochkarätige politische Gäste an, darunter der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar sowie der Minister für Wirtschaft und Energie, Istvan Kapitany.
Mit dem offiziellen Start der neuen Hallen läuft auch die Fertigung der elektrischen C-Klasse an. Es handelt sich um das erste batterieelektrische Core-Modell des Standorts. Die Produktion folgt einem hochflexiblen Ansatz: Während in den bestehenden Hallen Verbrenner und Elektrofahrzeuge auf einer gemeinsamen Linie montiert werden, ist der Neubau vollkommen auf die Fertigung von reinen Stromern optimiert. Zudem stärkt Mercedes-Benz die Resilienz der Lieferketten durch eine lokale Batterie- und Karosseriemontage. Flexible Produktionsachsen verbinden das Werk zudem mit deutschen Standorten, sodass beispielsweise der elektrische GLC künftig flexibel in Bremen und Kecskemet gebaut werden kann. Eine besondere strategische Bedeutung erhält der ungarische Standort durch die Zusage für ein weiteres Exklusivmodell: Die kommende, kompaktere Version der G-Klasse wird künftig ausschließlich in Kecskemet gefertigt.



Auch technologisch setzt das erweiterte Werk neue Maßstäbe im Konzern. Erstmals wurde eine komplette Montagehalle vollständig als digitaler Zwilling im Nvidia Omniverse abgebildet. Mit diesem Digital Factory Twin lassen sich alle Produktionsschritte der elektrischen C-Klasse virtuell im digitalen Raum simulieren und optimieren, noch bevor die reale Fertigung beginnt. Im physischen Betrieb unterstützt das KI-gestützte Kamerasystem MO360 Vision die Qualitätskontrolle, indem es Abweichungen am Fahrzeug in Echtzeit erkennt.
Nachhaltigkeit spielt bei der Erweiterung ebenfalls eine zentrale Rolle. Ein neuer Freiflächen-Solarpark und Photovoltaikanlagen auf den Hallendächern bringen es auf eine Gesamtleistung von 42,3 MWp. Rund 25 Prozent des jährlichen Energiebedarfs des ungarischen Autowerks will der Autokonzern damit abdecken. Eine hochmoderne Lackierstraße soll den Ressourcenverbrauch um 20 Prozent senken, die CO2-Emissionen im Vergleich zur alten Anlage um rund 80 Prozent reduziert werden.
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