Meilenstein für Renault: 1 Million E-Autos in Frankreich produziert

Europas Automobilindustrie setzt im Transformationsprozess zur Elektromobilität verstärkt auf lokale Wertschöpfung. Die Renault Group hat nun einen wichtigen Meilenstein erreicht: An französischen Standorten hat Renault die Marke von 1 Million produzierten Elektrofahrzeugen überschritten. Der Blick auf den historischen Zählbeginn im Jahr 2010 dürfte die Feierlaune allerdings dämpfen. Denn während die Franzosen für diese Stückzahl seit 2010 fast 16 Jahre benötigten, produzieren führende chinesische Hersteller, wie beispielsweise BYD, 1 Million elektrifizierter Autos mittlerweile in weit weniger als einem Jahr.
Dennoch markiert das Jubiläum für Renault eine kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Elektro-Strategie. Das Fundament dieser Entwicklung bildet der Industriepool ElectriCity im Norden Frankreichs, wo an den Standorten Douai und Maubeuge bislang 600.000 rein elektrische Fahrzeuge vom Band liefen. Um diese europäische Fertigung wettbewerbsfähig zu halten, hat der Konzern seit 2021 bereits 13 Milliarden Euro in die Modernisierung der Werke investiert.

Angetrieben wird die Produktion aktuell von einer neuen Modelloffensive. Neben den etablierten Modellen Megane und Scenic E-Tech gilt vor allem der neue Renault 5 E-Tech elektrisch als Volumenbringer. Der kompakte Stromer hat Ende 2025 die Marke von 100.000 produzierten Einheiten überschritten. In Maubeuge läuft zudem der Renault 4 E-Tech elektrisch vom Band, während die Performance-Tochter Alpine das Werk in Douai für den A290 und den Standort Dieppe für den neuen Crossover Alpine A390 nutzt.


Renault bündelt die wichtigste Wertschöpfung gezielt in Frankreich. Das Werk in Cleon liefert die Elektromotoren, die Fahrwerke stammen aus Le Mans und elektronische Komponenten kommen aus Ruitz. Der traditionsreiche Standort Flins wurde nach dem Produktionsende des Pioniers ZOE im Jahr 2024 zu einem Zentrum für Batterie-Reparaturen und Second-Life-Konzepte umgewandelt. Neben Pkw treiben die Franzosen auch elektrische Nutzfahrzeuge wie den Kangoo oder Master voran, wobei Ende 2026 mit dem neuen Trafic E-Tech elektrisch das erste europäische Software Defined Vehicle im Transportersegment folgen soll.
Die lokale Verankerung sichert rund 39.000 direkte Arbeitsplätze sowie 35.000 Jobs in der Zulieferindustrie. Dass die nordfranzösische Fertigung an Effizienz gewinnt, zeigt auch das Interesse von Partnern: Die Linien produzieren bereits Elektroautos für Nissan und Mitsubishi, in naher Zukunft soll Ford als weiterer Kooperationspartner hinzukommen. Ein geplanter Nachfolge-Investitionsrahmen sieht im futuREady-Programm weitere 13 Milliarden Euro vor, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stabil bleiben.
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