Intels neue Grafikkarte hat satte 480GB Speicher

Intel hat mit der D270 den ersten Beschleuniger aus seiner GPU-D-Serie vorgestellt. Die zuvor unter dem Codenamen Crescent Island bekannte Karte ist für KI-Inferenz in Rechenzentren ausgelegt und verzichtet auf herkömmliche 3D-Grafikfunktionen. Sie basiert auf Intels Xe3P-Architektur und lässt sich mit bis zu 480GB LPDDR5X-Speicher ausstatten.
Zu den ungewöhnlichsten Eigenschaften gehört die Speicherkonfiguration. Intels Referenzkarte besitzt 160GB LPDDR5X-Speicher, während Fertigungspartner Varianten mit bis zu 480GB entwickeln können. Anders als viele konkurrierende KI-Beschleuniger nutzt die D270 keinen High Bandwidth Memory (HBM), sondern LPDDR5X. Laut Intel stehen dabei die Speicherkapazität und die Kosten für den Einsatz bei Inferenzaufgaben im Vordergrund. Große Sprachmodelle benötigen viel Speicher, um ihre Modellgewichte vorzuhalten und lange Gesprächsverläufe zu verarbeiten.
Der Beschleuniger bietet eine Speicherbandbreite von 1,5TB/s und eine maximale FP8-Rechenleistung von 1,3 Petaflops. Die angestrebte Leistungsaufnahme beträgt 350 Watt. Die luftgekühlte Karte mit PCIe 5.0 x16 lässt sich in herkömmliche Serverinfrastrukturen integrieren, ohne spezielle Flüssigkeitskühlsysteme vorauszusetzen.
Die GPU verfügt über 32 Xe3P-Kerne, 256 XMX-Einheiten zur Beschleunigung von Matrixoperationen und 32MB gemeinsam genutzten L2-Cache. Intel hat die herkömmliche Hardware für 3D-Grafik und Raytracing entfernt, sodass mehr Chipfläche für Berechnungen und KI-Verarbeitung zur Verfügung steht. Trotz ihrer GPU-Basis ist die D270 daher keine Gaming-Grafikkarte.
Laut Intel richtet sich die GPU-D-Serie an große Sprachmodelle, Inferenzaufgaben mit langen Kontexten und Dienste, die mehrere KI-Anfragen gleichzeitig bearbeiten. Eine einzelne Karte unterstützt Modelle mit bis zu rund 300 Milliarden Parametern. Ein Server mit acht Beschleunigern kann Modelle mit mehr als einer Billion Parametern verarbeiten. Als mögliche Einsatzgebiete nennt Intel KI-Agenten, Unternehmensassistenten, Programmierassistenten, die Verarbeitung und das Verständnis von Dokumenten, multimodale KI, Diffusionsmodelle sowie die gleichzeitige Bearbeitung zahlreicher Anfragen.
Intel liefert nach eigenen Angaben bereits Testmuster an Serverhersteller, Cloudanbieter und Softwareunternehmen. Preise und einen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit der GPU-D-Serie hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt.




