Kimi K3.1 Pro: Gratis testbar und beim Hacken absichtlich gebremst

Moonshot AI hat am Freitag Kimi K3.1 Pro vorgestellt, das erste Modell der neuen K3.1-Reihe. Laut dem Tech-Blog des Herstellers steht es ab sofort auf Kimi.ai, in den Kimi-Apps für iOS und Android, in der Desktop-App Kimi Work, im Programmierwerkzeug Kimi Code und über die API bereit. Ausprobieren kostet nichts. In der Preisübersicht führt Moonshot das Modell im kostenlosen Tarif mit „Limited usage“ für die Weboberfläche und Kimi Work, wie groß dieses Kontingent ist, verrät der Anbieter allerdings nicht. Die zwei- bis dreimal schnellere Variante K3.1 Pro Highspeed gibt es erst ab dem Pro-Abo.
Fast gleichauf mit Claude Opus 5.5
Technisch baut K3.1 Pro auf Kimi K3 auf, das im Juli erschien, wurde aber mit deutlich mehr Rechenaufwand nachtrainiert. Laut Moonshot handelt es sich um ein Mixture-of-Experts-Modell mit 2,8 Billionen Parametern, von denen pro Anfrage 104 Milliarden arbeiten, bei einem Kontextfenster von einer Million Token. Auf Terminal-Bench 4.0, einem Test für Programmieragenten im Terminal, kommt es nach Herstellerangaben auf 65,7 Prozent. Claude Opus 5.5 liegt dort mit 66,4 Prozent knapp vorn, GPT-6 Astra mit 58,2 Prozent dahinter. Im Intelligence Index der unabhängigen Plattform Artificial Analysis erreicht K3.1 Pro laut Simon Willison 55 Punkte, Opus 5.5 steht bei 58. Über die API kostet das Modell 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Token und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Token, ein Drittel weniger als Kimi K3.
Moonshot hat Wissen über Angriffe aussortiert
Ungewöhnlich ausführlich fällt der Abschnitt zur IT-Sicherheit aus. Während des Trainings stellte Moonshot fest, dass die Fähigkeit, Sicherheitslücken zu finden und auszunutzen, mit jedem weiteren Trainingsschritt wuchs. Die Ursache lag laut Blog in Inhalten zu Cyberangriffen, die in den allgemeinen Trainingsdaten und in den Übungsaufgaben steckten. Für die offene Version hat das Unternehmen diese Daten nach eigener Aussage entfernt, gewöhnliche Programmieraufgaben blieben erhalten.
Gemessen hat Moonshot den Effekt mit einem hauseigenen Test namens xdev-bench-hard, in dem ein KI-Agent kürzlich bekannt gewordene Lücken etwa im Linux-Kernel oder in Node.js ausnutzen muss. Eine Testversion ohne die Filter löste 90,5 Prozent der Aufgaben, das fertige K3.1 Pro noch 81 Prozent. Abgeschaltet ist die Fähigkeit damit nicht, laut The Next Web lag der Vorgänger K3 im selben Test erst bei 33,3 Prozent. Moonshot betont, das Modell bleibe hinter geschlossenen Spitzenmodellen zurück, die seit mindestens drei Monaten öffentlich verfügbar sind. Unabhängig geprüft ist keine dieser Zahlen. Wie schnell offene Modelle beim Hacken aufholen, hatte Anthropic erst Anfang Oktober am Beispiel von GLM-5.3 gezeigt.
Gewichte sollen bis 4. November erscheinen
Der Grund für den Aufwand ist die geplante Freigabe. Die vollständigen Modellgewichte will Moonshot bis spätestens 4. November veröffentlichen, auf Hugging Face war am Sonntag noch keine K3.1-Fassung zu finden. Einmal veröffentlicht, lassen sich offene Gewichte nicht mehr zurückziehen, und eingebaute Sperren halten dort nicht lange. Auf Hugging Face kündigt ein Anbieter namens Audn AI bereits an, nach der Freigabe die Schutzmechanismen von K3.1 Pro zu entfernen, wie zuvor schon bei GLM-5.3. Fähigkeiten, die das Modell im Training gar nicht erst gelernt hat, holt ein solcher Eingriff nicht zurück. Moonshot schreibt, man wolle mit offenen Modellen die absolute Spitze bei Angriffsfähigkeiten nicht weiter verschieben, sie aber schrittweise anheben.
Auf einem normalen PC oder Laptop läuft ein Modell dieser Größe ohnehin nicht. Wer K3.1 Pro testet, nutzt also Moonshots eigene Server, und eine Option ohne Datenspeicherung nennt der Anbieter ausdrücklich nur für API-Kunden. Was du vor der Nutzung chinesischer KI-Dienste wissen solltest, erklärt unser Ratgeber zu Kimi und DeepSeek.
Quelle(n)
Moonshot AI: Tech-Blog zu Kimi K3.1 Pro
Kimi: Tarife und API-Preise für K3.1 Pro
MarkTechPost: Kimi K3.1 Pro mit 2,8 Billionen Parametern und 1 Million Token Kontext
Simon Willison: Einordnung von Kimi K3.1 Pro samt Artificial-Analysis-Wert
The Next Web: Moonshot drosselt die Hacking-Fähigkeiten von K3.1 Pro





