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Kommentar: Schluss mit den wöchentlichen App-Updates!

Instagram wird jede Woche schneller und fehlerfreier - angeblich. (Screenshot: Notebookcheck.com)
Instagram wird jede Woche schneller und fehlerfreier - angeblich. (Screenshot: Notebookcheck.com)
Heute schon eine App aktualisiert, die wieder stabiler und schneller wird? Bei Smartphones ist das gang und gäbe. Manche App wird sogar nach festem Takt aktualisiert. Was genau passiert, erfährt man in den wenigsten Fällen. Stattdessen sind viele Updates fast schon wie Spam zu sehen.
Kommentar-Artikel geben ausschließlich die individuelle Meinung des/der angeführten Autors/Autorin wieder.

Zwei Wochen auf Reisen und schon hatte ich 80 Updates auf meinem iPhone für meine App-Kollektion. Automatische Updates sind bei mir nämlich abgeschaltet. In der Regel schaue ich mir die Updates an, weil mich interessiert, was verändert wurde. Langsam nervt die ständige Updaterei aber. Denn schaut man sich die Update-Liste genauer an, findet sich da häufig Unnötiges - neben vielen sinnvollen Updates natürlich. 

Die Hotelkette Hilton aktualisiert beispielsweise ihre App einmal pro Woche. Die Verbesserungen? Sie wurde jedes Mal noch schneller und noch flüssiger. Und man bedankt sich artig beim Entwicklungsteam für die großartige Arbeit. Konkurrent Marriott aktualisiert auch sehr oft, hier werden aber immerhin Verbesserungen genannt.

Der in Asien beliebte Fahrdienst Grab aktualisiert ebenfalls annähernd einmal pro Woche die App. Sie wird jedes Mal butterweicher in der Bedienung. Dazu gibt es immer flotte Marketingsprüche zur Unterhaltung - im Changelog!

Wie viele Fehler kann eine App haben? 

Bei sozialen Netzwerken ist das besonders schlimm. Instagram gehört zu den Apps mit fixer Wochentag-Aktualisierung. Das Changelog reicht bis Oktober zurück und der Mutterkonzern Meta gibt sich nicht mal die Mühe, die Beschreibung zu ändern. Jede Woche gibt es Bug Fixes und Geschwindigkeitsverbesserungen. Natürlich jeweils im Plural. Dabei darf man nicht vergessen, dass gerade Instagram in der Lage ist, die App auch ohne Update zu verändern. 

In die Kategorie "Was muss man hier eigentlich verbessern?" gehört die Heizungssteuerung von Tado. Die hat offenbar so viele Fehler, dass alleine im März sechs Updates herauskamen. Schaut man sich die Bewertungen an, war das offenbar nötig. Aber auch das ist zu kritisieren. Mit automatischen App Updates lässt sich live an der Kundschaft experimentieren statt stabile Software nach einem Plan auszuliefern. Zumal wir hier von einer Heizungssteuerung reden. Tado existiert jetzt schon mehr als zehn Jahre als Firma mit einem sehr begrenzten Produktangebot.

Unklarheiten im Changelog

Das Problem bei fast allen Beispielen: Was genau korrigiert und flüssiger gemacht wurde, erfährt man oft nicht. Etwa ein Drittel meiner App-Updates gibt nicht an, warum das Update notwendig sein könnte. Auch eine Begründung für Aktualisierungen im Wochentakt fehlt. Das dürfte nur in sehr wenigen Fällen gerechtfertigt sein.

Ein Nebeneffekt für die App-Entwicklungsteams dürfte sein, dass die Macher darüber herausfinden, wie viele aktive Installationen es noch gibt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dank automatischer Updates fällt das kaum jemandem auf.

Für den Kunden hat das dafür einige Nachteile. Die wirklich wichtigen Updates mit angekündigten neuen Funktionen übersieht man im Aktualisierungsspam. Denn das gibt es noch: Apps, bei denen sich die Verantwortlichen richtig Mühe geben und dies auch im Changelog - mitunter voller Stolz - zeigen.

Diese Strategie des Update-Spams gehört deswegen abgeschafft. Sollten es wirklich Fehler sein, dann sollten sich die Entwicklungsteams mehr Zeit gönnen und Veröffentlichungen planen. Ein kurzer Bugfix hinterhergeschoben ist dann durchaus in Ordnung. Die Notwendigkeit, im Wochentakt eine App zu aktualisieren, sehe ich hingegen nicht. Insbesondere wenn es an einer aussagekräftigen Beschreibung der Korrekturen fehlt. Es ist eine unnötige Belastung der Netze - und der Kundschaft, die vielleicht deswegen entnervt die Auto-Updates aktiv lässt.

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Kommentar von Andreas Sebayang
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Autor: Andreas Sebayang, 16.04.2022 (Update: 16.04.2022)