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Kostenloses Steam-Spiel ist immer abgestürzt, hat Nutzer im Hintergrund aber bestohlen

Beyond The Dark ist inzwischen von Steam entfernt worden
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Beyond The Dark ist inzwischen von Steam entfernt worden
Ein gekapertes Steam-Spiel namens Beyond The Dark hat offenbar Malware zum Diebstahl von Zugangsdaten in einer gefälschten UnityPlayer.dll versteckt. Valve hat das Spiel nach den Enthüllungen eines Forschers entfernt, es ist der jüngste Fall in einer vom FBI untersuchten Welle von Malware-Spielen auf Steam.

Ein kostenloses Steam-Spiel namens Beyond The Dark hat unbemerkt Passwörter, Browserdaten und Kryptowährungen von Spielern gestohlen, bevor Valve es am 19. Mai entfernt hat. Entscheidend ist an diesem Fall aber nicht nur die Malware, sondern auch, wie sie dorthin gelangt ist und wie verbreitet diese Praxis auf Steam inzwischen geworden ist.

Das Spiel hatte ursprünglich nichts mit Horror zu tun. Ein Angreifer hat das Konto eines bestehenden Steam-Entwicklers gekapert, ein schlichtes Spiel namens Rodent Race, und den Namen, die Screenshots sowie die Spieldateien vollständig ersetzt. Im Grunde wurde dabei ausgenutzt, dass Steam Updates nicht ausreichend überprüft. Die Store-Seite war voller Widersprüche: Screenshots aus einem Survival-Horror-Spiel, aber eine Beschreibung, die von einem "rundenbasierten Strategiespiel inspiriert von Schach" gesprochen hat. All das wirkte wie hastig erstellte KI-generierte Assets.

So hat die Malware funktioniert

Die Schadsoftware war in einer Datei namens UnityPlayer.dll versteckt, einer legitimen Komponente der Unity-Engine, wodurch sie leicht übersehen werden konnte. Das Spiel ist beim Start häufig abgestürzt, die Malware ist im Hintergrund jedoch weitergelaufen. Sie hat eine Verbindung zu einem entfernten Server aufgebaut und Tools heruntergeladen, um Passwörter, Browserdaten und Zugangsdaten zu Krypto-Wallets zu stehlen.

Wer den Fall aufgedeckt hat

YouTuber Eric Parker hat ein Video veröffentlicht, das das Verhalten der Malware analysiert hat, woraufhin Valve das Spiel vollständig entfernt hat.

Weitere Details

Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Das FBI hat im März 2026 eine formelle Untersuchung zu mehreren Steam-Spielen mit integrierter Malware eingeleitet, die bis ins Jahr 2024 zurückreichen. Genannt wurden dabei unter anderem Titel wie Chemia, PirateFi, Tokenova, BlockBasters und weitere, die meisten davon haben auf Krypto-Wallets abgezielt. In einem Fall wurden einem Streamer Krebs-Spenden in Höhe von 32.000 US-Dollar entwendet. Die Häufigkeit solcher Vorfälle hat trotz Valves Bemühungen weiter zugenommen, vermutlich weil die schiere Menge neuer Veröffentlichungen das Prüfsystem überfordert. In einigen Fällen wird Malware über Updates nach der Veröffentlichung eingeschleust, die die ursprünglichen Prüfungen umgehen.

Falls das Spiel gestartet wurde:

Das Spiel sollte so schnell wie möglich gelöscht werden, außerdem empfiehlt sich ein vollständiger Virenscan mit Malwarebytes oder Bitdefender. Passwörter für E-Mail-Konten, Browser und alle Krypto-Accounts sollten geändert werden, verbleibende Wallet-Guthaben sollten auf einem sauberen Gerät in eine neue Wallet verschoben werden.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-05 > Kostenloses Steam-Spiel ist immer abgestürzt, hat Nutzer im Hintergrund aber bestohlen
Autor: Anubhav Sharma, 20.05.2026 (Update: 20.05.2026)