
Kurztest: TerraMaster F4-425 Pro zeigt doppelte Performance zum höheren Preis
Leiser Medienserver.
Das TerraMaster F4-425 Pro verdoppelt die Anzahl seiner Prozessorkerne auf acht, und bietet damit die doppelte Performance als sein Vorgänger. Das NAS überzeugt mit leisen Lüfter und schickem Gehäuse als Backup-Lösung und Medienserver, konkurriert durch den höheren Preis aber mit einigen noch schnelleren Alternativen.Hannes Brecher Veröffentlicht am 🇺🇸
Testfazit - TerraMaster F4-425 Pro überzeugt als Medienserver
Das TerraMaster F4-425 Pro ist doppelt so schnell wie das F4-425 Plus, und damit besser für mehrere Anwender, anspruchsvollere Software und AI-Anwendungen wie OpenClaw gerüstet. Bei beliebten Anwendungen wie Jellyfin, Immich, Backups oder Retro-Gaming per Retrom konnte die Performance überzeugen.
Allerdings führt die DRAM-Krise auch zu einer Preiserhöhung, denn mit 839 Euro kostet das F4-425 Pro ganze 240 Euro mehr als noch das F4-425 Plus. Zu diesem höheren Preis konkurriert TerraMaster mit Modellen wie dem Minisforum N5 Air, das einen wesentlich schnelleren Ryzen 7 255, USB 4, einen PCIe x16-Slot und 10 Gbit/s Ethernet bietet.
Das TerraMaster F4 425 Pro bietet durch den sparsamen Intel-Chip einen leisen Lüfter und eine Performance, die für einen Medienserver und eine Backup-Festplatte mehr als ausreichend ist – und ist damit gerade als Medienserver eine echte Empfehlung, wo der leise Betrieb, und je nach Platzierung auch das schicke Metallgehäuse, echte Vorteile sind. Das einfache Setup von TOS7 erlaubt auch Anfängern, mühelos einen Jellyfin-Server einzurichten.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Das TerraMaster F4-425 Pro wird wahlweise mit Intel Core i3-N305 und 8 GB RAM für einen Listenpreis von 739,99 Euro, oder mit Intel Core 3 N350 und 16 GB RAM für 839,99 Euro angeboten. Das NAS ist ab sofort unter anderem bei Amazon erhältlich.
Das TerraMaster F4-425 Pro ist abgesehen vom deutlich schnelleren Prozessor identisch mit dem F4-425 Plus, das wir bereits getestet haben. Aus diesem Grund konzentriert sich dieser Kurztest auf die Neuerungen.
Das NAS soll wie schon das F4-425 Plus mit einer besonders vielseitigen Ausstattung punkten, denn das F4-425 Pro bietet abermals Platz für vier Festplatten und drei SSDs, und kann durch vier 10 Gbit/s USB-Anschlüsse um externe Festplatten erweitert werden. TOS7 auf Linux-Basis verspricht eine breite Software-Kompatiblität, bringt aber auch AI-Features in Form von OpenClaw mit.
Spezifikationen
| Prozessor | Intel Core 3 N350 (8 Gracemont-Effizienz-Kerne, 3,9 GHz) |
| Grafik | Intel UHD Graphics 32 EUs (Alder Lake-N) |
| RAM | 16 GB DDR5-4.800, 1x SO-DIMM |
| Anschlüsse | 1x USB-C (10 Gbit/s), 3x USB-A (10 Gbit/s) |
| Netzwerk | 2x LAN (5 Gbit/s) |
| Speicher | 4x 3,5" HDD (SATA), 3x M.2-SSD (PCIe 3.0 x1, 8 Gbit/s) |
| Abmessungen | 150 x 181 x 219 Millimeter (Höhe x Breite x Tiefe) |
| Gewicht | 2,9 Kilogramm |
| Netzteil | 90 Watt |
| Preis | 839,99 Euro |
Runde Ausstattung im Metallgehäuse
Das Gehäuse des TerraMaster F4-425 Pro ist identisch mit dem F4-425 Plus, Details dazu gibts in unserem Test des älteren Modells. Das hochwertige Aluminium-Gehäuse setzt das NAS von vielen günstigeren Modellen ab, das schlichte Design macht auf dem Schreibtisch eine gute Figur. Die Vorder- und Rückseite sowie die Festplatten-Trays werden aus relativ hochwertigem Kunststoff gefertigt.
Eine Festplatte zu wechseln könnte kaum einfacher sein – die Trays können mit einer Hand aus dem Gehäuse gezogen werden, die Festplatte wird ohne Schrauben befestigt, und automatisch erkannt, sobald diese ins NAS geschoben wird. Status-LEDs geben Aufschluss über die Aktivität der maximal vier Festplatten.
Um zu den drei SSDs zu gelangen, müssen vier Schrauben auf der Unterseite gelöst und das Metallgehäuse entfernt werden. Das ist nicht kompliziert, anders als bei den Festplatten können die SSDs so aber nicht im laufenden Betrieb getauscht werden. Festplatten und SSDs lassen sich zu zwei separaten RAID-Speicherpools konfigurieren.
Die vielseitige Speicher-Konfiguration von TOS7 erlaubt es beispielsweise aber auch, jede Festplatte und SSD einzeln zu verwalten, die Festplatten als Backup für ein SSD-Raid zu nutzen, oder aber eine SSD als "Hypercache" zu konfigurieren, um die Leistung der Festplatten zu erhöhen. Das hat im Test zu deutlich kürzeren Zugriffszeiten bei per Docker gehosteten Apps geführt – eine einfache Webseite mit 610 KB großen Bildern konnte durch die geringeren Zugriffszeiten der SSD über das Internet mit Hypercache in 0,6 statt 2,8 Sekunden geladen werden.
Das TerraMaster F4-425 Pro besitzt drei USB-A-Ports und einen USB-C-Anschluss, die allesamt eine Bandbreite von 10 Gbit/s erreichen, wodurch externe SSDs mit hoher Geschwindigkeit angebunden werden können. Der Flaschenhals sind die beiden Ethernet-Anschlüsse, die auf eine Bandbreite von je 5 Gbit/s beschränkt sind, während einige Konkurrenzmodelle bereits 10 Gbit/s Ethernet unterstützen.
Doppelte Performance durch Intel N350
Das große Hardware-Upgrade des TerraMaster F4-425 Pro ist der Intel Core 3 N350, der zwar auf derselben Architektur wie der Intel Processor N150 basiert, der aber acht statt vier Gracemont Effizienz-Kerne, etwas höhere Taktfrequenzen von 3,9 statt 3,6 GHz, und eine iGPU mit 32 statt 24 Execution Units bietet. In unseren Benchmarks erzielt der Chip im F4-425 Pro in etwa die Performance, die man vom Intel Core 3 N350 erwarten würde, während der Chip im Vorgängermodell eine etwas zu geringe Multi-Thread-Performance erzielt hat – dadurch ist das neue Modell in unserem Test mehr als doppelt so schnell.
Das Kühlsystem bleibt auch unter Last sehr leise, und wird vom Betriebsgeräusch der Festplatten überschattet. Allerdings hat TerraMaster die Lüfterkurve nur bedingt auf den schnelleren Chip angepasst, sodass wir unter Dauerlast CPU-Temperaturen von bis zu 94 °C festgestellt haben. Das liegt noch unter dem von Intel spezifizierten Maximum von 105 °C, sodass der Prozessor nicht gedrosselt wird. Wer geringere Temperaturen bevorzugt, kann die Lüfter-Geschwindigkeit in den Einstellungen manuell erhöhen.
Der integrierte Grafikchip kann h.264, h.265, MPEG-4 und AV1 Hardware-beschleunigt dekodieren, und soll Inhalte mit bis zu 4K-Auflösung und 60 Bildern pro Sekunde in Echtzeit abspielen können. Das hat im Test einwandfrei geklappt, auch über den Open-Source-Medienserver Jellyfin.
Wie schon beim F4-425 Plus zeigt sich, dass TOS7 auf Basis von Ubuntu 22.04 LTS sehr effizient arbeitet, was die Arbeitsspeicher-Nutzung betrifft. Mit insgesamt zehn aktiven Docker-Apps, darunter Jellyfin, die Google Fotos-Alternative Immich und die OneDrive-Alternative OwnCloud, begnügt sich TOS7 mit 3,2 GB RAM. Während Immich frisch hochgeladene Fotos verarbeitet, steigt die Auslastung auf 5,9 GB, während sich ein Jellyfin 4K-HDR-Stream nicht merklich auf die RAM-Auslastung auswirkt.
TOS7 macht Nutzung komfortabler
Neben dem neuen Prozessor gibts auch bei der Software Neuerungen, wobei TOS7 auch als kostenloses Update für das TerraMaster F4-425 Plus zur Verfügung steht. Das System basiert auf Ubunut 22.04 LTS, wobei im Test die Beta-Version 7.0.0616 zum Einsatz gekommen ist. Kleinere Probleme, die im Testzeitraum festgestellt wurden, wie die teils unpräzisen Werte im Ressourcen-Monitor in den Systemeinstellungen oder fehlerhafte Datei-Uploads über Apples Safari-Browser, wurden mit dem Update auf Version 7.0.0706 bereits behoben.
Abstürze gab es im rund ein Monat langen Testzeitraum keine. TOS7 führt laut TerraMaster über 50 neue Funktionen und mehr als 1.000 neue Detail-Verbesserungen ein. Aus Nutzer-Sicht sind vor allem auch die deutlich übersichtlicheren Systemeinstellungen und der neue Speicher-Manager einen großen Unterschied, da das Einrichten von Speicherpools, Hypercache und USB-Festplatten deutlich übersichtlicher dargestellt wird.
TOS7 unterstützt nun auch virtuelle Maschinen und wird mit OpenClaw ausgeliefert, wodurch 90 Prozent aller Funktionen des Betriebssystems AI-gestützt durch natürliche Sprache ausgeführt werden können, behauptet zumindest TerraMaster. Das klappt in vielen Fällen zwar, ist aber relativ langsam – wer sich mit TOS7 und Docker auskennt, kann dieselben Aufgaben fast immer schneller manuell ausführen.
Die App-Auswahl fällt in TOS7 weiterhin etwas kleiner als bei einigen Konkurrenten aus. Während TerraMaster unter anderem Jellyfin, Plex, VirtualBox, WordPress, einen iTunes Server, mehrere Backup-Apps und Nextcloud direkt im App Store bietet, stehen viele Apps wie Immich weiterhin nur über Docker zur Verfügung. Durch Portainer und einen Docker Manager lassen sich Docker-Apps zwar einfach installieren und verwalten, für Nutzer ohne jedwede Vorkenntnisse kann die Installation einiger Apps über Docker aber zur Geduldsprobe werden.
Zusammenfassung
Das TerraMaster F4-425 Pro ist ein F4-425 Plus mit schnellerem Prozessor. Das NAS bleibt ein exzellenter Medienserver mit relativ leisem Lüfter, und bietet mit dem Intel Core 3 N350 mehr Leistungsreserven für OpenClaw oder für die Nutzung des NAS von mehreren Nutzern. Power-Nutzer könnten 10 Gbit/s Ethernet oder einen Prozessor mit integrierter NPU für eine bessere AI-Performance vermissen. Die Flexibilität durch vier Festplatten, drei SSDs und breite Unterstützung für Docker-Apps bleibt die größte Stärke des NAS.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

















