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Top Hardware, wenig Reife - Test Ugreen NASync DXP6800 Pro

Kraftpaket.

Der Ugreen NASync DXP6800 Pro überzeugt mit potenter i5-Hardware, schnellem Dual-Ethernet und Thunderbolt 4, hinkt aber bei Software-Reife und RAID-Funktionen der etablierten Konkurrenz hinterher. Ein NAS für Bastler und Heimlabore, aber auch kleine Unternehmen.
Daniel Schmidt Veröffentlicht am 🇺🇸
Intel NAS Network Storage Thunderbolt

Fazit zum Ugreen NASync DXP6800 Pro

Mit dem NASync DXP 6800 Pro liefert Ugreen ein beeindruckend ausgestattetes 6-Bay-NAS ab, das sich vor allem über seine außergewöhnlich starke Hardware von vielen Konkurrenten absetzt. Der Intel Core i5-1235U, zwei native 10-GbE-Anschlüsse, Thunderbolt 4, PCIe-Erweiterbarkeit und die Möglichkeit, den Arbeitsspeicher auf bis zu 64 GB auszubauen, machen das System zu einer leistungsstarken Plattform für anspruchsvolle Privatanwender, Kreative und kleine Unternehmen. Auch die hochwertige Verarbeitung, die modulare Bauweise sowie die unkomplizierte Einrichtung hinterlassen einen sehr guten Eindruck.

Besonders überzeugend fällt die Performance aus. Im Test erreicht das NAS nahezu die volle Bandbreite der 10-GbE-Schnittstellen und bietet dank der M.2-NVMe-Steckplätze genügend Reserven für Virtualisierung, Docker-Container oder den Videoschnitt direkt über das Netzwerk. Positiv ist zudem, dass sich das Gerät nicht auf UGOS Pro beschränkt: Wer möchte, kann alternativ auch TrueNAS Scale, Unraid, Proxmox VE oder andere Betriebssysteme installieren und das leistungsfähige Innenleben flexibel nutzen.

Softwareseitig hat Ugreen seit dem Marktstart deutliche Fortschritte gemacht. Das App-Angebot wächst kontinuierlich und wichtige Funktionen wurden nachgereicht. Dennoch erreicht UGOS Pro noch nicht die Reife und den Funktionsumfang etablierter Plattformen wie Synology DSM oder QNAP QTS. Einzelne Anwendungen fehlen weiterhin, und einige Funktionen lassen sich nur über Docker realisieren. Hinzu kommt ein ärgerlicher Schwachpunkt im Benachrichtigungssystem: Push-Mitteilungen bei Störungen funktionieren nicht zuverlässig, sodass Administratoren kritische Ereignisse unter Umständen erst verspätet bemerken.

Auch bei Energieverbrauch und Geräuschentwicklung muss man Kompromisse eingehen. Für ein NAS dieser Leistungsklasse ist der Stromverbrauch vergleichsweise hoch, und mit bis zu 43 dB(A) unter Last gehört das DXP 6800 Pro nicht zu den leisesten Vertretern seiner Klasse. Ein Platz im Arbeits- oder Technikraum ist daher deutlich sinnvoller als der Betrieb im Wohnzimmer.

Das Ugreen NASync DXP 6800 Pro überzeugt vor allem mit einem außergewöhnlich starken Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer maximale Hardwareleistung, moderne Schnittstellen und viel Erweiterungsspielraum sucht, erhält ein NAS, das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muss. Kleinere Software-Schwächen und der hohe Energiebedarf sind zwar ein Wermutstropfen, ändern aber nichts daran, dass Ugreen mit dem DXP 6800 Pro inzwischen eine ernstzunehmende Alternative zu den etablierten NAS-Herstellern im Angebot hat.

Pro

+ starke, erweiterbare Hardware-Basis
+ umfangreiche und moderne Anschlussausstattung
+ alternative Betriebssystem möglich
+ stabiles Metallgehäuse und modularer Aufbau

Contra

- energiehungrig
- recht laut
- unzuverlässige Push-Benachrichtigungen
- manche Funktionen nur über Docker
- kein SFP+

Preis und Verfügbarkeit

Der NASync DXP 6800 Pro besitzt eine UVP von rund 1.210 Euro und kann direkt bei Ugreen erworben werden. Mittlerweile ist das NAS aber auch deutlich unter 1.000 Euro zu haben, unter anderem auch bei Amazon und Alternate.

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UGREEN NASync DXP6800 Pro, Desktop-NAS mit 6 Einschüben, Intel i5 1235u 10-Kern-Prozessor, 8GB DDR5, eingebaute 128GB SSD, 2 x 10 GbE, 2 x M.2 NVMe-Steckplätze, HDMI 8K, 2 x TBT4 (ohne Festplatte)
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Spezifikationen: Ugreen NASync DXP6800 Pro

Name Ugreen NASync DXP 6800 Pro
Prozessor Intel Core i5-1235U 12. Gen
Speicher 8 GB Samsung-LPDDR5 4.800 MHz (erweiterbar bis zu 64 GB), 128 GB SSD (Systemlaufwerk)
Speicherkapazität bis zu 208 TB (6 x SATA-Einschub und 2 x M2-SSD-Steckplatz)
RAIDs JBOD / Basic / 0 / 1 / 5 / 6 / 10
Netzwerkanbindung 2 x 10 GBit/s-Ethernet (RJ45, Rückseite)
Front-Anschlüsse 2 x Thunderbolt 4, SD-Kartenleser (SD 4.0), USB 3.2 (Gen. 2)
Anschlüsse Rückseite HDMI 2.1 (8k), USB 3.2 (Gen. 2), 2 x USB 2.0
Betriebssystem UGOS Pro 1.16.0.0089
Abmessungen 293 x 258 x 20 mm
Gewicht 6,3 kg (leer)
Netzteil integriert, 250 Watt
Lieferumfang NAS, 2 x Festplatteneinschubtasten, 1 x Netzkabel, 2 x SSD-Silikon-Pads, 2 x Ethernet-Kabel (Cat. 7), Schrauben und Schraubendreher
Preis (UVP) 1.2010 Euro

Ausstattung und Lieferumfang - Zwei 10-GbE-Ports und PCIe im DXP 6800 Pro

Schon beim Auspacken wird klar, dass Ugreen bei der Hardware nicht gespart hat. Im Inneren des Sechs-Bay-Gehäuses werkelt ein Intel Core i5-1235U, ein gut dreieinhalb Jahre alter Prozessor aus dem ersten Quartal 2022, der aber weiterhin mit AV1-Decoding, HDMI 2.1 sowie Unterstützung für LPDDR5 und DDR5 aufwartet. Werkseitig steckt ein 8 GB DDR5-Riegel (4.800 MHz) im System, der sich aber bis auf 64 GB DDR5 mit 4800 MT/s aufrüsten lässt. Daten, die angesichts mancher Konkurrenzgeräte mit gerade einmal 4 GB Werksbestückung durchaus großzügig wirken. Für das Betriebssystem verbaut Ugreen einen 120 GB internen SSD-Speicher, sodass das Gerät theoretisch sogar ohne Festplatten in den sechs Schächten oder ohne bestückte M.2-Slots booten kann.

Bei der Anschlussvielfalt zeigt sich das NAS geradezu verschwenderisch: zwei 10GbE-Ports auf der Rückseite, dazu zwei USB-A-2.0-Anschlüsse, ein USB-A-3.2-Port und ein HDMI-Ausgang, ergänzt um einen PCIe-x4-Erweiterungssteckplatz, über den sich zusätzliche Netzwerkkarten oder SSDs nachrüsten lassen. An der Front warten ein weiterer USB-A-3.2-Port, zwei USB-C-Thunderbolt-4-Anschlüsse sowie ein SD-Kartenleser. Letztere Kombination ist im NAS-Segment alles andere als selbstverständlich und macht das Gerät auch für Kreativschaffende interessant, die direkt von der Kamera-SD-Karte ins NAS kopieren wollen. Der SD-Slot ist jedoch nicht SD-Express-fähig. 

Wer mehr Tempo braucht, kann zudem zwei M.2-NVMe-SSDs einbauen, die entweder als Cache oder als eigenständiger schneller Speicherpool genutzt werden können. Die Verarbeitung wirkt durchweg hochwertig: massives Metallgehäuse, sauber sitzende Schächte, kein Knarzen unter Last. Das System ist zudem sehr modular aufgebaut, sodass die meisten Komponenten gut erreichbar sind und gegebenenfalls ausgetauscht werden können. 

Installation und Einrichten - UGOS Pro mit wenigen Apps

Die Inbetriebnahme des Ugreen NASync DXP 6800 Pro gestaltet sich dank eines durchdachten Hard- und Software-Designs auch für weniger erfahrene Anwender unkompliziert. Der physische Aufbau beginnt mit dem Einsetzen der Festplatten in die sechs massiven Aluminium-Laufwerksschächte, die über einen schraubenlosen Verriegelungsmechanismus verfügen und sich bei Bedarf diebstahlsicher abschließen lassen. Wer das System mit schnellen M.2-NVMe-SSDs als Cache oder zusätzlichen Speicherpool ausstatten möchte, findet auf der Gehäuseunterseite eine leicht zugängliche Abdeckung, die lediglich von einer einzigen Schraube gehalten wird. 

Nach dem Anschließen an das Stromnetz und der Verbindung mit dem lokalen Netzwerk über einen oder beide der schnellen 10-GbE-Ports wird das NAS gestartet. Die anschließende Ersteinrichtung erfolgt wahlweise über eine dedizierte Smartphone-App oder ganz klassisch über den Webbrowser durch Eingabe der IP-Adresse oder der herstellereigenen Such-Webseite. Ein assistentengestützter Setup-Prozess führt den Nutzer Schritt für Schritt durch die Erstellung eines Ugreen-Kontos, die Festlegung sicherer Administrator-Zugangsdaten und das erste große Firmware-Update von UGOS Pro. Im Anschluss leitet das System direkt in die Speicherverwaltung weiter, wo mit wenigen Klicks der gewünschte RAID-Verbund (beispielsweise ein sicheres RAID 5 oder RAID 6) initialisiert und das Dateisystem formatiert wird. 

Um den neu gewonnenen Speicherplatz optimal zu nutzen, führt der Weg schließlich in das integrierte App Center: Hier lässt sich optional mit einem Klick der SAN-Manager installieren, über den sich iSCSI-Targets und LUNs konfigurieren lassen, um den Speicher als performantes IP-SAN für externe Clients bereitzustellen. Dank der intuitiven, an moderne Desktop-Betriebssysteme angelehnten Oberfläche ist das gesamte System inklusive Benutzerfreigaben und den ersten Netzwerkordnern in meist weniger als 30 Minuten vollständig einsatzbereit.

Hierzu sein angemerkt, dass UGOS Pro vorinstalliert ist, es lassen sich aber auch andere Betriebssysteme wie TrueNAS Scale, Proxmox VE, OpenMediaVault (OMV) und Unraid installieren, selbst Windows oder Linux sind denkbar. 

webbasierte Oberfläche
webbasierte Oberfläche
App-Oberfläche
App-Oberfläche
App-Oberfläche

App-Support - Immer noch Lücken, aber deutlich aufgerüstet

Das App Center von Ugreens Betriebssystem UGOS Pro stellt die dynamischste Komponente der gesamten NASync-Serie dar. Zum Verkaufsstart stand der Hersteller vor der Herausforderung, dass die mitgelieferte Software im Vergleich zu den etablierten Konkurrenten wie Synology oder QNAP noch recht mager wirkte. Obwohl sich funktionale Lücken von Beginn an flexibel über Docker-Container schließen ließen, verlangte die Nutzerschaft nach nativen und unkomplizierten Lösungen direkt aus dem herstellereigenen Store. Ugreen reagierte darauf mit einer hohen Update-Frequenz und reichte essenzielle Anwendungen wie den SAN-Manager für die IP-SAN- und iSCSI-Verwaltung erfolgreich nach. Ebenso wurden ein auf der ClamAV-Engine basierender Sicherheitsmanager für Virenscans, eine eigene App für digitale Comics sowie die direkte Synchronisation mit Dropbox implementiert. Wer einen eigenständigen CardDAV- oder CalDAV-Server betreiben möchte, muss aber weiterhin auf Docker-Lösungen zurückgreifen. Ergänzt wurde das Angebot durch funktionale Updates für bestehende Programme, wie einen Offline-Modus in der Medien-App für den mobilen Videogenuss oder einen erweiterten Remote-Zugriff, mit dem sich Docker-Container ohne komplexe VPN-Konfigurationen direkt über den verschlüsselten UgreenLink-Dienst von unterwegs ansprechen lassen.

UGOS Pro App Center
UGOS Pro App Center

Leistung - DXP 6800 Pro mit schnellem Core i5

Das Ugreen NASync DXP 6800 Pro bricht mit gewohnten Branchenstandards und stellt eine für diese Preisklasse brachiale Hardware-Basis bereit. Angetrieben von einem Intel Core i5-1235U Prozessor mit 10 Kernen und erweiterbarem DDR5-RAM bietet das 6-Bay-NAS enorme Leistungsreserven. Die beiden integrierten M.2-NVMe-Slots lassen sich flexibel als ultraschneller Lese- und Schreibcache oder als eigenständiger, blitzschneller Speicherpool konfigurieren, um die IOPS-Rate bei parallelen Zugriffen drastisch zu erhöhen. 

Seine Muskeln spielt das System vor allem beim Datendurchsatz aus: Dank der zwei nativen 10-GbE-Ports liefert das NAS die notwendige Bandbreite, um selbst anspruchsvolle Virtualisierungsumgebungen oder hochauflösenden 4K- und 8K-Videoschnitt flüssig zu bedienen. In einem Test mit iPerf3 liefert das NAS sowohl beim Senden als auch beim Empfangen von Daten stabile 9,5 GBit/s. 

Energieaufnahme und Lautstärke - Laut und hungrig

In puncto Leistungsaufnahme beziffert Ugreen den Energiebedarf im Festplatten-Ruhezustand auf 24,91 W, beim Laufwerkszugriff auf 43,07 W, gibt jedoch nicht an, welche oder wieviele Laufwerke in diesem Fall integriert sind.

Wir messen während des Tests im Leerlauf bis zu 22,40 W, ohne Festplatten. Wenn wir vier Seagate IronWolf 4 TB einsetzen, pendelt der Energiebedarf zwischen 36,59 und 41,93 Watt - im Leerlauf. Dies empfinden wir als sehr hoch. 

Wer Energie sparen möchte, kann das NASync DXP 6800 Pro auch zeitgesteuert ein- und ausschalten. Das erlaubt eine minutengenaue Betriebssteuerung, die sich täglich, für Wochenendtage oder Werktage definieren lässt. Mit Wake-on-LAN (WoL) kann das NAS zudem jederzeit gestartet werden. Vollständig ausgeschaltet, benötigt das DXP 6800 Pro nur 0,05 Watt, mit WoL steigt die Leistungsaufnahme auf 2,39 Watt. 

Das Ugreen NAS ist auch kein leiser Vertreter. Mit den genannten SATA-HDDs im Ruhezustand surrt es immer noch mit gut hörbaren 34,61 dB(A) und steigert sich bei intensiveren Aufgaben auf bis zu 43 dB(A). Für das Wohnzimmer ist das DXP 6800 Pro also eher nichts, sondern sollte im Optimalfall in einem Raum untergebracht sein, in dem es nicht stört. 

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Daniel Schmidt,  1.07.2026 (Update:  1.07.2026)