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LG zeigt 83-Zoll-OLED-Fernseher mit 4.500 Nits per Tandem-WOLED

Die Tandem-OLED-Technik bringt auch große Fernseher in neue Helligkeitsregionen. Zur Display Week hat LG nun einen großen 83-Zoll-Fernseher vorgestellt, der nicht nur hell leuchtet, sondern auch wenig reflektieren soll. Damit verschieben sich die Grenzen und die noch nicht marktreifen echten QLED- oder zu teuren Micro-LED-Displays können sich noch etwas Zeit lassen.

LG hat zur Display Week 2026 in Los Angeles einen großen Fernseher als Prototyp gezeigt, der besonders hell ist. Durch die Verwendung der Tandem-WOLED-Technik schafft der Fernseher mit einer Diagonale von 83 Zoll in der Spitze 4.500 Nits, so LG. Mit der Tandem-Technik werden zwei OLED-Abstrahlschichten innerhalb des Panels übereinandergelegt. So sind höhere Helligkeiten möglich, aber auch die Haltbarkeit der empfindlichen blauen OLEDs wird so gesteigert. Es ist einer von vielen Tricks, um die Schwächen der OLED-Technik bei der Farbe Blau zu beseitigen. Rot und Grün sind mittlerweile so gut, dass ein OLED-Display eigentlich 100 Jahre überstehen kann. Natürlich in Abhängigkeit von der Nutzung.

Wenn man rote oder grüne OLEDs extrem hell schaltet, dann altern auch diese schnell. Hohe Helligkeiten werden vor allem für Micro-Displays gebraucht, wo es dann auch sinnvoll ist zwischen Nits und Candela/qm zu unterscheiden. Direkt an der Quelle spricht man dann von Candela und erreicht dann mitunter Werte im Millionenbereich, im Projektionsbereich werden dann Nits. genutzt.

Die WOLED-Technik ist die zweite Lösung, um Helligkeit zu gewinnen. In der additiven Farbmischung braucht es für weiß rote, grüne und blaue OLEDs. Es gibt also auch hier viel Stress für die blauen Einheiten. LG nutzt deswegen noch einen weißen Subpixel, um das Problem zu lösen. Zumal die zugrundeliegende schicht ohnehin weiß ist und Farbfilter die anderen Subpixel erzeugen. 

Sowohl Tandem als auch WOLED sind schon länger etablierte Techniken, die aber immer weiter verbessert werden und nun in dem 83-Zoll-Fernseher einen neuen Rekord für LG darstellen. Die Weißen OLEDs kommen eigentlich von dem von LG aufgegebenen Licht-Business. Früher wollte man mit OLED-Display-Technik mit LED-Beleuchtung konkurrieren, denn saubere LED-Leuchtflächen sind für die meisten Unternehmen bis heute eine Herausforderung und man sieht mitunter noch die einzelnen LEDs. OLEDs als Leuchtmittel sind allerdings sehr teuer und werden aktuell eigentlich nur noch in Rückleuchten von Autos verwendet. Die wenigen OLED-Leuchten und -Lampen, die auf den Markt kamen, sind kaum noch zu finden.

Im 83-Zoll-Fernseher hat LG zudem eine Schicht verbaut, die die Reflexionen auf 0,3 Prozent begrenzen soll. Etwas seltsam ist die Angabe, dass der Fernseher 33 Millionen Pixel-Dimming-Zonen hat. Da die Pixel selbstleuchtend sind, versteht sich das eigentlich von selbst. DCI-P3 will man zu 99,5 Prozent erreichen.

In der Industrie diskutiert man derweil freilich, welche OLED-Technik die beste ist. Samsung setzt beispielsweise auf QD-RGB-OLEDs. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. Spannend wird das erst, wenn Micro-LED-Displays in bezahlbare Bereiche kommen oder eventuell vorher echte, selbstleuchtende QLED-Displays auf den Markt kommen.

Bisher überstehen QLED-Displays keinen praktischen Einsatz, weswegen OLED bisher noch die Nase vorn hat. Vor allem Blau macht hier Schwierigkeiten. Echte QLED-Displays sind nicht mit Displays zu verwechseln, die unter QLED-Marketing laufen. Letztere sind eigentlich LC-Displays. Aufgrund der Namensproblematik werden QLED-Displays daher unter zahlreichen anderen Namen entwickelt, darunter QED, EL-QD, Nano-LED, QD-EL und QD-LED. Nano-LED und QD-LED haben zudem das Potenzial, die Namen für andere Techniken zu werden, die mehr mit klassischen LEDs zu tun haben.

Technische Daten des Fernsehers.
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Technische Daten des Fernsehers.

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LG 

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-05 > LG zeigt 83-Zoll-OLED-Fernseher mit 4.500 Nits per Tandem-WOLED
Autor: Andreas Sebayang,  7.05.2026 (Update:  7.05.2026)