Leica D-Lux 8 ist teurer als Lumix L10, kann trotzdem die bessere Wahl sein

Panasonic hat heute die Lumix L10 vorgestellt. Die Kamera soll das 25-jährige Lumix-Jubiläum markieren, wobei die Lumix L10 zugleich auch der Nachfolger der Lumix LX100 II aus dem Jahr 2018 ist. Mit Preisen ab 1.499 Euro ist die Lumix L10 etwas günstiger als die Leica D-Lux 8 (ab 1.650 Euro im Preisvergleich), die technisch auf der Lumix LX100 II basiert, die allerdings bereits den OLED-Sucher und das höher auflösende Display der L10 besitzt.
Die Lumix L10 und die Leica D-Lux 8 haben viele Gemeinsamkeiten. Die beiden Kameras sind nicht nur ähnlich groß und ähnlich teuer, sondern besitzen auch beide das gleiche Leica-Objektiv mit einer Kleinbild-äquivalenten Brennweite von 24 – 75 mm und einer maximalen Blendenöffnung von f/1.7 – f/2.8. Beide Kameras nutzen einen Ausschnitt aus einem FourThirds-Sensor, wahlweise im Format 3:2, 4:3, 16:9 oder 1:1, und auch der Makro-Modus mit einer Mindestfokus-Distanz von 3 Zentimetern und die optische Bildstabilisierung sind identisch.


Lumix L10 führt bei Bildqualität und Leistung
Technisch gesehen hat die neuere Lumix L10 vor allem zwei Vorteile. Erstens einen neueren FourThirds-Sensor mit einer höheren Auflösung von 26,5 Megapixel, wobei durch den kleineren Bildkreis des Objektivs nur 20,4 MP genutzt werden können. Das ist ein Upgrade im Vergleich zu den 17 MP der Leica D-Lux 8. Da der Sensor neuer ist, dürfte dieser auch von einem größeren Dynamikumfang und von geringerem Bildrauschen profitieren, wobei erst unabhängige Tests zeigen werden, wie groß die Vorteile bei der Bildqualität sind.
Und zweitens verbaut Panasonic einen leistungsstärkeren Prozessor. Dieser verspricht in Verbindung mit dem neuen Sensor schnelleren Autofokus mit fast 16 Mal mehr Messfeldern sowie die Möglichkeit, 30 statt nur 11 Fotos pro Sekunde aufzeichnen zu können. Mit einem ausklappbaren Display und einem ergonomisch geformten Handgriff verspricht die Lumix L10 auch eine bessere Ergonomie als die Leica D-Lux 8.
Leica bleibt die bessere Wahl – für Leica-Fotografen
Die Panasonic Lumix L10 ist technisch klar die bessere Kamera. Wer bereits mit einer Leica M11, einer Leica Q3 oder auch einer Leica SL3 fotografiert, für den kann die D-Lux 8 aber weiterhin die bessere Wahl bleiben. Denn Leica nimmt vier Anpassungen vor, welche die Nutzung in einem bestehenden Leica-Workflow komfortabler machen.
Erstens passt Leica sowohl die Bedienelemente als auch die Menüstruktur an. Mit weniger Knöpfen, einem dedizierten Einstellrad für die Verschlusszeit und nicht beschrifteten, programmierbaren Funktionstasten lässt sich die D-Lux 8 fast genauso bedienen wie die aktuellen Vollformat-Kameras von Leica. Zweitens unterstützt die Leica D-Lux 8 Leica-Blitze. Drittens werden Fotos im offenen DNG-Format aufgezeichnet. Und viertens nutzt die D-Lux 8 die Leica Fotos Smartphone-App, statt die Lumix Lab App.
Da Panasonic und Leica schon bei der Entwicklung der D-Lux 7 und der D-Lux 8 zusammengearbeitet haben, stehen die Chancen gut, dass Leica eine D-Lux 9 entwickelt, die technisch auf der neuen Lumix L10 basiert. Bis dahin gilt für Kunden aber, dass sich diese zwischen der besseren Bildqualität und Performance der Lumix L10, und den Leica-Anpassungen der D-Lux 8 entscheiden müssen.









