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Lenovo-Geschäftszahlen: Lage im Smartphone-Geschäft bleibt sehr schwierig

Lenovo Geschäftszahlen: Lage im Smartphone-Geschäft bleibt sehr schwierig
Lenovo Geschäftszahlen: Lage im Smartphone-Geschäft bleibt sehr schwierig
Der PC-Hersteller Lenovo hat gestern seine neuesten Quartalszahlen veröffentlicht, sowohl für das letzte Quartal als auch für das Geschäftsjahr 2016, das mit dem letzten Quartal zu Ende ging. Schwachpunkt bleibt das Geschäft mit Smartphones und Servern.

PC-Hersteller und Smartphones, das scheint nicht so richtig zusammen zu passen. Zumindest, wenn ein PC-Hersteller versucht, sich im Smartphone-Markt zu etablieren. Andersherum könnte es eventuell funktionieren, es bleibt abzuwarten, ob Smartphone-Hersteller wie Xiaomi und Huawei zu dauerhaften Mitspielern im PC-Markt werden können.

Dell und HP sind zwei Hersteller, die die Expansion ins Smartphone-Geschäft aufgeben haben. Der dritte große PC-Hersteller, Lenovo, versucht es dagegen weiterhin – bisher erfolglos, wie man ohne Zweifel sagen kann. Der Kauf von Motorola Mobility, den man im Jahr 2014 abgeschlossen hat, hat sich für Lenovo zum Fehlschlag entwickelt. Denn das Smartphone-Geschäft hat für Lenovo bisher vor allem eines produziert: Verluste.

So haben die Smartphones im letzten Geschäftsjahr laut den neuesten Geschäftszahlen Lenovo einen Verlust von 738 Millionen US-Dollar beschert. Lenovos Flaggschiff, das Moto Z, konnte sich seit der Vorstellung um letzten Jahr noch nicht mal drei Millionen mal verkaufen. Nicht nur das Smartphone-Geschäft läuft mies, auch im Server-Geschäft, das man ebenfalls vor wenigen Jahren durch den Kauf von IBMs x-Server-Sparte deutlich ausgebaut hat, ebenfalls für einen Verlust von 470 Millionen US-Dollar gesorgt.

Das Einzige, was Lenovo vor dem erneuten Abrutschen in die roten Zahlen bewahrte, war das profitable Geschäft mit PCs. Hier machte man etwas über 1,4 Milliarden US-Dollar Gewinn, der allerdings durch die Verluste in den anderen Sparten zu einem Großteil aufgefressen wurde. Insgesamt konnte man nach dem verlustreichen letzten Geschäftsjahr 2015 wieder in den positiven Bereich zurückkehren, allerdings liegt der Gesamtgewinn von 535 Millionen US-Dollar weit unter dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 (829 Millionen US-Dollar).

Für Lenovo muss man die Frage in den Raum stellen, ob und wie lange man noch die Verluste im Smartphone-Geschäft schlucken kann. Mit der Vorstellung der Geschäftszahlen hat man auch eine neue Strategie bekanntgeben, die unter dem Namen "3-Wave" läuft. Die erste Welle beinhaltet die Verteidigung der PC-Marktführerschaft, allerdings hat Lenovo diese Position schon verloren, zumindest wenn man IDC glaubt. Wenn die Querfinanzierung des Smartphone-Geschäfts dem PC-Business schadet, dann muss man sich eventuell ernste Sorgen um Lenovo machen.

Geschäftsergebnis nach Business-Group
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Geschäftsergebnis nach Region
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Neue 3-Wave-Strategie
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Autor: Benjamin Herzig, 26.05.2017 (Update: 26.05.2017)
Benjamin Herzig
Benjamin Herzig - Editor
Ab 2010 habe ich mich mehr und mehr mit Technologie beschäftigt, insbesondere Notebooks haben es mir seitdem angetan. Klar, dass ich sehr schnell auf die detaillierten Tests von Notebookcheck stieß. Mit der Zeit habe ich mehr und mehr über Notebooks gelernt und angefangen, in Foren und Blog-Seiten kleine Reviews zu Notebooks zu schreiben. Um während des Studiums Geld dazu zu verdienen habe ich mein Hobby dann zum Beruf gemacht und stieß 2016 zum Team von Notebookcheck hinzu, mein persönliches Interesse liegt insbesondere bei Business-Notebooks.