Manche Hersteller sprechen nicht über die KI-Fähigkeiten ihrer neuen Geräte. Lenovo zelebriert auf der CES 2026 das genaue Gegenteil. Unter dem Motto „Smarter AI for All“ verwandelte der Hersteller im „The Sphere“ die Lenovo Tech World Konferenz in eine Demonstration der Stärke und holte dafür die CEOs der wichtigsten Partner wie Nvidia, Intel, AMD, Qualcomm und Microsoft auf die riesige Bühne.
Der Austragungsort war dabei mit Bedacht gewählt. Das „Sphere“ in Las Vegas ist eine erst vor wenigen Jahren eröffnete Veranstaltungshalle der Superlative. Als riesige Kugel konstruiert, besteht ihre Außenhaut fast vollständig aus LED-Displays, während im Inneren der weltweit größte und hochauflösendste Bildschirm für immersive Erlebnisse sorgt. Eine passendere, futuristische Kulisse für eine Tech-Vision dieser Größenordnung gibt es derzeit wohl kaum. Die ganze Veranstaltung ist auch für YouTube aufgezeichnet worden.
Lenovos CEO Yang Yuanqing machte in seiner Keynote unmissverständlich klar, dass künstliche Intelligenz für ihn keine vorübergehende Modeerscheinung ist, sondern eine fundamentale Technologie, der sich niemand entziehen kann. Seiner Ansicht nach ist die aktuelle Entwicklung keine Blase, sondern erst der Anfang einer Ära, in der jeder Nutzer über eine persönliche KI verfügen wird.
Im Zentrum der Präsentation stand folgerichtig „Qira“, ein neuer persönlicher KI-Assistent. Anders als bisherige Lösungen soll Qira nicht als isolierte App funktionieren, sondern als geräteübergreifender Agent, der auf Laptops, Smartphones und Tablets gleichermaßen agiert. Lenovo verspricht hierbei einen hybriden Ansatz, bei dem Daten bevorzugt lokal auf der NPU verarbeitet werden, und betont ein Opt-in-Modell, bei dem der Nutzer der Datenverarbeitung explizit zustimmen muss. Neben den klassischen Notebooks zeigte der Hersteller mit „Project Maxwell“ auch experimentelle Hardware in Form eines KI-Wearables, das den Alltag des Nutzers audiovisuell erfassen kann, sowie neue Falt-Smartphones als zentrale Knotenpunkte im KI-Netzwerk. Die Botschaft aus Las Vegas ist eindeutig: Lenovo wettet die komplette Firmenstrategie auf eine Zukunft, in der KI-Hardware allgegenwärtig ist und den Nutzer aktiv unterstützt.
Dieser lautstarke Optimismus steht in scharfem Kontrast zur Strategie von Dell. So sind die neuen XPS- und Alienware-Geräte zwar technisch ebenso mit modernen Chips und NPU-Hardware ausgestattet, doch in der Kommunikation spielt dies kaum eine Rolle. Dell-Manager Kevin Terwilliger äußerte sich dazu ungewöhnlich offen und erklärte, dass Kunden aktuell nicht primär wegen KI-Funktionen kaufen würden. Vielmehr geht man in Round Rock davon aus, dass das aggressive Marketing rund um künstliche Intelligenz die Käufer derzeit eher verwirrt, als ihnen einen konkreten Nutzen aufzeigt. Während Lenovo also versucht, den Bedarf durch ein massives Ökosystem und Visionen erst zu wecken, bedient Dell die aktuelle Skepsis der Verbraucher mit technischer Nüchternheit. Man könnte sagen, Lenovo entwickelt eine KI-Vision für Kunden, von der Dell denkt, dass sie gar nicht erwünscht ist.
Uns interessiert Ihre Meinung zu diesen zwei völlig unterschiedlichen Philosophien der beiden PC-Giganten. Sehen Sie KI wie Lenovo als unvermeidbaren Begleiter, der künftig tief in jedes Gerät integriert sein sollte, oder bevorzugen Sie den zurückhaltenden Ansatz von Dell, bei dem die Hardware einfach nur ihre Leistung bringt, ohne dass „AI“ als ständiges Verkaufsargument herhalten muss? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren.


















