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Mach's gut Flagship-Killer – Ein persönlicher Rückblick zum Abschied von OnePlus aus Europa

Das OnePlus One war das erste Handy von OnePlus und veränderte die Smartphone-Welt nachhaltig.
Das OnePlus One war das erste Handy von OnePlus und veränderte die Smartphone-Welt nachhaltig.
Jetzt ist es also soweit: OnePlus wird es bald in Europa und vielen anderen Regionen der Welt nicht mehr geben. Als Redakteur habe ich bei notebookcheck die Marke von Anfang an begleitet und lasse unsere gemeinsame Geschichte Revue passieren.

Stellen Sie sich vor, es ist 2014 und Sie sind Smartphone-Redakteur bei notebookcheck. Ein spannendes Feld, aber seit Apple und Samsung mehr oder weniger den Markt unter sich aufteilen, ist es doch etwas langweilig geworden. Aber etwas regt sich im Osten und chinesische Hersteller wie Huawei oder Xiaomi bringen neue spannende Handys.

Ein Start-Up legt sich mit den etablierten Herstellern an

Bei mir persönlich erregte ein Hersteller besonderes Interesse: OnePlus. Der ungewöhnliche Name kommt daher, weil man immer um eins besser sein will, als andere Hersteller. Es handelt sich um ein Start-Up, welches aber viel Geld von Oppo Electronics bekam und am 23. April 2014 sein erstes Smartphone vorstellt: Das OnePlus One.

Die Rückseite des OnePlus One war außergewöhnlich: In Sandsteinhaptik und geschwungen.
Die Rückseite des OnePlus One war außergewöhnlich: In Sandsteinhaptik und geschwungen.
Auch die Lautsprecher haben wir damals im Test gelobt.
Auch die Lautsprecher haben wir damals im Test gelobt.
Selbst das Zubehör war außergewöhnlich designt. Und damals bekam man noch ein Netzteil...
Selbst das Zubehör war außergewöhnlich designt. Und damals bekam man noch ein Netzteil...
Die Software war mit Cyanogen OS ebenfalls nicht alltäglich.
Die Software war mit Cyanogen OS ebenfalls nicht alltäglich.

Und dieses Smartphone hatte es in sich: Nicht nur war es durch seine angeraute Sandsteinstruktur an der Rückseite, sein eckiges Design und das geschwungene Backcover unverkennbar und lag super in der Hand, es war auch sehr hochwertig verarbeitet und man konnte den Akku relativ leicht ausbauen.

Abseits der ausgetretenen Android-Pfade

Aber auch die Software war einzigartig: Man nutzte nicht etwas Googles Standard-Android, sondern Cyanogen OS, basierend auf Cyanogen MOD, welches wiederum auf Googles Open-Source-Gerüst basierte, aber vieles anders machte: Es lief sehr flüssig und unterstüzte damals revolutionäre Ideen wie eine Gestensteuerung.

Vor allem der Preis war aber das, was dieses Phone zu einem "Flaggschiff-Killer" machte, wie OnePlus das Phone sehr geschickt betitelte: 299 Euro waren damals ziemlich genau die Hälfte von dem, was ein Flaggschiff-Phone von Samsung kostete.

Eine kleine Zeitreise: Vom OnePlus One...
Eine kleine Zeitreise: Vom OnePlus One...
... über das OnePlus 2...
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...das OnePlus 3...
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...das OnePlus 7 Pro mit ausfahrbarer Kamera...
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... das OnePlus 12...
ⓘ Notebookcheck
... das OnePlus 12...
... hin zum aktuellsten Modell, dem OnePlus 15.
ⓘ Florian Schmitt
... hin zum aktuellsten Modell, dem OnePlus 15.

Ungewöhnliche Verkaufsförderung per Einladungssystem

Testgeräte waren damals gar nicht so leicht zu bekommen, schließlich hatte OnePlus keine fixe Vertretung in Europa und der Verkauf des OnePlus lief zudem über ein Hype generierendes, aber nerviges Einladungssystem. 

Den Test machte schließlich mein Kollege Daniel im März 2015, aber natürlich musste ich auch ein Exemplar dieses plötzlich überall präsenten Flaggschiff-Killers bekommen. Wenn ich mich recht erinnere, kaufte ich damals eines über Ebay. Jedenfalls konnte ich es auf einem Urlaub in Ungarn ausführlich ausprobieren. 

Das Phone packte mich sofort, es arbeitete für damalige Verhältnisse sehr flüssig, die ungewöhnliche Haptik und das damals todschicke Design der Nutzeroberfläche waren wegweisend. Selbst die Kamera war ein Traum.

Und so ging es in den folgenden Jahren weiter: Ich blieb privat OnePlus treu und bald gab es ja auch eine eigene Agentur in Deutschland, welche Testgeräte bereitstellte und für Fragen jederzeit erreichbar war.

OnePlus 12: Foto aus unserem großen Kameravergleich.
OnePlus 12: Foto aus unserem großen Kameravergleich.
2024 waren wir mit dem Google Pixel 9 Pro XL und dem OnePlus 12 am Chiemsee unterwegs.
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Das OnePlus 12 hat den Vergleich damals knapp gewonnen.
Das OnePlus 12 hat den Vergleich damals knapp gewonnen.

Fehlendes LTE und weitere Kontroversen

Klar war auch bei OnePlus nicht immer alles Gold, was glänzte: Da waren die Anfangs fehlenden LTE-Bänder für Europa oder der etwas unrühmliche Abgang des Gründers Carl Pei, welcher anschließend Nothing gründete. 

Dann gab es einen Datenskandal, die Kontroverse, als OxygenOS plötzlich mit ColorOS von Oppo verschmolzen wurde, die häufig überhitzenden Geräte unter langer, hoher Last und der zeitweise Verkaufsstopp in Europa wegen Patentproblemen. Und auch die Preise haben sich in den letzten Jahren immer mehr dem Wettbewerbsniveau angepasst.

Dennoch hat OnePlus im Jahr 2014 den Wettbewerb auf dem Smartphone-Markt mit cleverem Marketing und einem sehr guten Handy zu einem außergewöhnlich günstigen Preis neu entfacht. Und über die Jahre hat der Hersteller viele hochwertige und oft auch außergewöhnliche Handys (ich sage nur das OnePlus 7 Pro mit ausfahrbarer Kamera), Tablets, Earbuds und Zubehörteile herausgebracht, welche teils im Bereich Design Standards gesetzt haben. 

Aktuelle Phones wie das OnePlus 15 (etwa 785 Euro bei amazon.de) wirken dagegen fast schon langweilig, schließlich bekommt man bei Oppo teils baugleiche Modelle.

Auf dem Launchevent zum OnePlus 7T Pro in London.
Auf dem Launchevent zum OnePlus 7T Pro in London.
2019 veranstaltete OnePlus im Stil von Apple eine große Show.
2019 veranstaltete OnePlus im Stil von Apple eine große Show.
Die O2 Arena an der Themse war der Rahmen dafür.
Die O2 Arena an der Themse war der Rahmen dafür.
Im Jahr danach sollte Corona solche Launch-Events für längere Zeit unmöglich machen.
Im Jahr danach sollte Corona solche Launch-Events für längere Zeit unmöglich machen.

Auf Wiedersehen, OnePlus

Mir wird die Marke OnePlus fehlen, denn ich verbinde mit ihr Innovation und eine hohe Produktqualität, die mich viele Jahre begleitet hat. 

Klar, es gibt Nothing und Oppo als Nachfolger, aber damit verbinde ich eben nicht denselben Pioniergeist. Ganz abgesehen davon, dass das Wettbewerbsumfeld durch den Wegfall von OnePlus wieder etwas kleiner wird.

Also, machs gut OnePlus, ich denke, wir werden uns vielleicht dennoch bei dem ein oder anderen Importtest mal wiedersehen.

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Autor: Florian Schmitt, 17.07.2026 (Update: 17.07.2026)