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Märkte: Huawei gibt US-Markt teilweise auf

Das chinesische Unternehmen Huawei möchte sich teilweise aus dem US-amerikanischen Markt zurückziehen. Grund sind anhaltende Vorwürfe über Cyber- und Industriespionage aus dem Repräsentantenhaus. Huawei bestreitet die Vorwürfe.
Andreas Müller,

Ren Zhengfei, Geschäftsführer von Huawei, erklärte laut Foreign Policy in einem Interview mit französischen Journalisten: „Wir haben uns entschieden, den US-Markt zu verlassen und keine Probleme zu verursachen.“ Wahrscheinlich betrifft die Entscheidung aber nicht den Consumer-Bereich, sondern vor allem das Netzwerk-Equipment für Unternehmen.

Einige US-Politiker sind besorgt, dass Huawei seine Netzwerkgeräte wie Router mit versteckten „Wanzen“ ausstattet. Die chinesische Regierung soll auf diese Weise amerikanische Politiker ausspionieren und Cyber-Angriffe auf die amerikanische Infrastruktur ausführen können. Der Abgeordnete Mike Rogers, Vorsitzender des Geheimdienstkomitees (House Intelligence Committee) des US-Repräsentantenhauses, sagte 2012, dass sich US-Unternehmen, die sich Netzwerkausrüstung von den chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE kaufen, lieber für andere Anbieter entscheiden sollten. „Wir müssen uns sicher sein, dass wir chinesischen Telekommunikationsanbietern, die in Amerika tätig sind, mit dem Zugang zu unserer kritischen Infrastruktur vertrauen können.“

Dutch Ruppersberger, ein führendes Mitglied des Geheimdienstkomitees, sagte, das Komitee habe „ernsthafte Bedenken bezüglich Huawei und ZTE und […] ihre Verbindung zur kommunistischen Regierung Chinas.“ Laut einem Bericht des Komitees soll aus einer internen Dokumentation und Aussagen von Mitarbeitern hervorgehen, dass Huawei die Ausrüstung für eine Cyberkrieg-Spezialeinheit der chinesischen Armee bereitstelle. Huawei-CEO Ren Zhengfei war früher ein Offizier in der chinesischen Volksarmee. Er ist heute noch Mitglied der kommunistischen Partei – wobei das für praktisch alle chinesischen Geschäftsleute gilt. Es ist kaum möglich, in China Karriere zu machen, ohne Parteimitglied zu sein.

Der Vizepräsident Huaweis, William Plummer, bestreitet die Vorwürfe. Er schreibt auf seinem persönlichen Blog: „[Mike] Rogers hat viele Kommentare über Huaweis Integrität abgegeben, dessen Firmensitz sich in China befindet. Niemals – nicht einmal – mit einem Funken an substanziellen Belegen.“ Vorstandsmitglied Chen Liafang bemerkte schon 2012: „Unsere Produkte könnten wertvoll für die amerikanische Industrie sein, aber wenn die Regierung lieber Firmen wie Cisco schützt, müssen wir das akzeptieren.“ Mit anderen Worten wirft er amerikanischen Politikern Protektionismus vor. Amerikanische Behörden hatten Huawei gesetzlich untersagt, zwei US-Unternehmen aus dem Netzwerkbereich zu übernehmen. Außerdem durfte Huawei das Mobilfunknetz Sprint Nextel nicht ausbauen.

Der Wirtschaftsberater und Huawei-Partner Dan Rosen geht davon aus, dass Huawei für Forschung und Entwicklung sowie für den Smartphone-Markt in den USA weiterhin vertreten und aktiv sein wird.

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Autor: Andreas Müller,  6.12.2013 (Update:  6.12.2013)