
Marshall Bromley 450 im Test: Der vielseitigste und beste Partylautsprecher 2026?
It might get loud.
Ein tragbarer Party-Lautsprecher mit Auracast, druckvollem 360-Grad-Sound, IP55, 2 kombinierten Instrumenten- und Mikrofoneingängen, rockig-schickem Marshall-Design und Wechselakku - all das ist der Bromley 450. Und statt 999 Euro für den großen Bromley werden hier nur 649 Euro fällig.Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸
Testfazit - Mobiler Partylautsprecher, Karaoke-Box und Mini-Amp in einem
Damals beim Test des kraftvollen Marshall Tufton konnte man die Party-Lautsprecheransätze von Marshall bereits erkennen. Dieser ließ aber moderne Funktionen oder Eingänge für Instrumenten oder Mikros vermissen.
Ganz anders der "kleinere" der beiden Bromleys: Er ist genau das, was ich von einem modernen, Partyspeaker erwarte: Toller Klang, moderne Features (Auracast, 360-Grad-Sound) und gleich zwei Instrumenten- oder Mikrofoneingängen. Somit ist er extrem vielseitig verwendbar, kann wahlweise ein Zimmer, eine (kleinere) Party beschallen oder mit Mikro und Gitarre daran auch als Alleinunterhaltungsbox oder Karaoke-Maschine dienen. Und er ist im Gegensatz zu Party-Rollboxen gerade so groß und leicht, dass ich ihn gut umhertragen kann. Und dann kann man auch noch den Akku austauschen sowie als Powerbank nutzen - großartig! Einzig die übersichtliche App könnte Marshall mal mit etwas mehr Funktionen ausstatten.
Pro
Contra
Inhaltsverzeichnis
- Testfazit - Mobiler Partylautsprecher, Karaoke-Box und Mini-Amp in einem
- Specifications - Mikro, Gitarre und Auracast im Fokus
- Gehäuse und Ausstattung - Marshall-Optik statt Party-Kitsch
- App und Bedienung - Starke Hardware, wenig App-Funktionen
- Praxis- und Klangtest - Warmer Bass und überraschend ausgewogener Sound
Letztes Jahr hat Marshall mit dem Bromley 750 überraschend einen ersten, eigenen Party-Lautsprecher herausgebracht. Offenbar ein guter Markt, denn jetzt schiebt der Traditionshersteller das etwas kompaktere Modell Bromley 450 hinterher. Wir schauen auf das wieder gelungene Design und hören uns die Klangfarben des "kleineren" Bromleys an.
Specifications - Mikro, Gitarre und Auracast im Fokus
Der Partyspeaker sieht nicht nur aus wie ein cooler Gitarrenamp, wenn man wirklich möchte, könnte man ihn auch als solchen verwenden. An 2 kombinierten Instrumenten- oder Mikrofon-Eingängen (XLR/Klinke mit Wahlschieber für Instr/Mikro) lassen sich Gitarren und Co. anschließen und durch separate Input-Regler steuern. Verzerrt sind die Eingänge zwar nicht, aber wer ein Verzerrerpedal zwischenschaltet, kann zur Partymucke auch in die Saiten einer Rockgitarre hauen bei gleichzeitiger Stimmuntermalung via Mikrofon.
| Endstufen | 2x Class-D-Verstärker (90 W) für die Woofer 4x Class-D-Verstärker (55 W) für die Breitbandtreiber |
| Treiber | 2 x 6,5-Zoll-Woofer (40 W) 4 x 2-Zoll-Breitbandlautsprecher (6 W) 2 x 8-Zoll-Passivradiatoren |
| Frequenybereich | 42 Hz – 20 kHz |
| Maximaler Schalldruckpegel | 100 dB @ 1 m |
| Ports | 2 XLR/6,3 mm Combo-Buchsen, AUX 3,5 mm (Ein- und Ausgang), USB-C, RCA |
| Codecs | SBC, AAC-mpeg 2 und LC3 |
| Kabellose Verbindungen | Bluetooth 5.3, Auracast |
| Akkulaufzeit | über 40 Stunden, Akku austauschbar |
| Features | Tragegriff, Lichteffekte |
| Wasserfestigkeit | IP55 |
| Abmessungen | 360 x 261 x 492 mm |
| Gewicht | 12,2 kg |
| Preis | 649€ |
Gehäuse und Ausstattung - Marshall-Optik statt Party-Kitsch
Wer den großen Bromley 750 schon gesehen hat, wird sich die Augen reiben, denn der 450 sieht quasi wie sein Zwilling aus - nur eben kleiner. Und das heißt coolen Marshall-Look statt China-made Blingbling. Bedeutet: Die sonst oft nackten Plastikoberflächen sind mit edlem PU-Leder überzogen, vorne sitzt das markante Metallgitter, an der oberen Front warten Messingknöpfe und -drehregler auf musikaffine Bedienfinger. Ergo macht der Bromley überall eine gute, stylische Figur. Ein zusätzlicher "M"-Button wartet wieder darauf via App belegt zu werden.
Und weil bei Partyspeakern meist bunte Lichter zur Diskomusik blinken, das aber irgendwie nicht so recht zum rockigen Marshall-Style passt, hat man hinter das Frontgitter sogenannte Stage-Lights integriert, die von den legendären Bühnenshows der 70er-Jahre inspiriert sein sollen und je nach Modus einfarbig leuchten oder blinken.
Anders als der große Bromley verfügt der 450 nicht über Rollen und Teleskopgriff, sondern über einen seitlichen Tragegriff, schließlich ist der kleine Bromley nur halb so schwer und damit gerade noch gut tragbar.
App und Bedienung - Starke Hardware, wenig App-Funktionen
Der Bromley teilt sich die gleiche App mit den Marshall-Kopfhörern. Die Marshall Bluetooth App ist zwar schick und sehr übersichtlich, lässt aber an Funktionen vermissen. Lediglich für Auracast (mehrere Auracast-fähige Lautsprecher miteinander verbinden) und den M-Button benötigt man die App, zumal dem M-Button derzeit nur eine von zwei Funktionen zugewiesen werden kann. Außer der Lautstärke lässt sich sonst leider nichts aus der Ferne anpassen, kein Equalizer, keine Höhen oder der Bass, nada.
Dafür ist die Bedienung am Gerät umso besser gelungen: Über den kleinen Source-Knopf wählen wir die Quelle, via Kippschalter lässt sich Spulen oder Pausieren und für alles andere gibt es die schicken Drehregler.
Praxis- und Klangtest - Warmer Bass und überraschend ausgewogener Sound
Im Hörtest klingt der Bromley 450 in den Standardeinstellungen nicht gleich so brachial wie wir zum Beispiel den Tufton in Erinnerung haben. Er klingt eher ausgewogener und etwas wärmer. Drehen wir Bass und Lautstärke auf so wirken die Tiefen kraftvoll, aber nie dröhnend oder stumpf, eher warm, etwas weich und voll.
Für Marshall-Verhältnisse ist die Bass-Bandbreite durch den Drehregler allerdings weniger groß als gedacht, wir haben selten den Impuls verspürt den Bass stark herunterzuregeln und bei manchen Songs würden wir uns sogar etwas mehr Bass wünschen ohne die Höhen zurückdrehen zu müssen, vor allem bei leiserer und mittlerer Lautstärke. Die Höhen wiederum wirken aufgedreht recht klar ohne zu spitz zu sein.
Für einen Partylautsprecher klingt der Bromley 450 insgesamt erstaunlich gut aufgelöst und ausgeglichen, er gibt relativ viele Details wieder. Wenn man ordentlich aufdreht, dann geht der Bromley aber auch gut ab ohne gleich an Details zu verlieren. Nur bei sehr hohen Lautstärken können die Höhen etwas verwaschen.
Für leiseren Lautstärken auf dem Balkon oder ruhigere Umgebungen gibt es einen leiseren Modus, der den Geräuschpegel des Bromley um 30 dB absenkt - wer möchte, kann sich diese Funktion auf den M-Button legen.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

























