Mobilfunk ohne Netz und Kosten: So funktioniert Meshtastic

Wir haben an dieser Stelle bereits mehrmals über LoRa berichtet. Es handelt sich dabei um einen speziellen Funkstandard. Im Prinzip ist LoRa damit ein Übertragungsverfahren wie etwa IEEE 802.11 (WiFi), allerdings ist der Fokus von LoRa ein ganz anderer: Statt möglichst schnelle und latenzarme Übertragungen zu ermöglichen, geht es bei LoRa deutlich um Energieeffizienz und Reichweite. Sinnvoll nutzbar ist LoRa gleichwohl nur, wenn relativ geringe Datenmengen übertragen werden, also eher im KBit/s Bereich. Die Übertragung beispielsweise von Bildern ist nicht sinnvoll möglich, die Übertragung von längeren Texten aber vorgesehen. Positionsdaten lassen sich übertragen. Sinnvoll lassen sich solche Systeme etwa auf Werksgeländen oder auf Wanderungen einsetzen - oder auch zur von (staatlicher) Netzwerkstruktur unabhängigen Kommunikation in repressiven Staaten. In der Praxis sehr relevant: LoRa- (beziehungsweise in unserem Fall konkret) Meshtastic-Produkte spannen ein Mesh-Netzwerk auf, dementsprechend kann die Nachricht indirekt übertragen werden, damit lässt sich die effektive Reichweite weit über die Reichweite einer direkten Verbindung anheben. Mit MeshCore gibt es übrigens auch eine alternative Technik beziehungsweise andere Implementierung, die faktisch auf gleicher Hardware läuft, allerdings im Detail doch einige Unterschiede aufweist. So arbeitet MeshCore mit stärker definierten Rollen (Router/Client), tendenziell eignet sich MeshCore damit stärker für mehr oder weniger professionelle, dauerhafte Mesh-Netzwerk.
Doch wie funktioniert MeshTastic konkret? Die Antwort ist: Ziemlich einfach. Wir haben uns mit dem ThinkNode M1 (im Preisvergleich) ein LoRa- und Meshtastic-kompatibles System angeschaut. Die Auswahl an derartigen Systemen ist gleichwohl groß, auch über Amazon. Der ThinkNode M1 kommt mit einem E-Ink-Display, einem GNSS-Modul, einem Drehregler zum Einschalten und der Steuerung der Helligkeit, zwei Tasten und einem Schalter für die GNSS-Verbindung. Das akkubetriebene System kann andere Meshtastic-Geräte direkt anfunken. Über Bluetooth ist die Verbindung zu einem Smartphone möglich, dann fungiert das ThinkNode M1 gleichzeitig als externes „LoRa-Modem“. Die Meshtastic-App unterstützt die Einstellung und Konfiguration von Meshtastic-Geräten und ist auch ein Messenger. Damit lassen sich über das Smartphone komfortabel Nachrichten abgeben.
Die Bedienung über die zwei Tasten ist nicht ganz trivial. Das E-Ink-Display ist auch im direkten Sonnenlicht gut ablesbar, allerdings ergeben sich selten auch überlappende Bildinhalte, was ein wenig in der Technik begründet liegt. Bei einem partiellen Refresh kann dies auftreten, allerdings aktualisiert der ThinkNode M1 dann früher oder später auch noch einmal vollständig. Das E-Ink-Display ist relativ träge. Grundsätzlich haben wir am ThinkNode M1 wenig auszusetzen, allerdings fehlt uns für eine ganz ausführliche Bewertung schlicht die Vergleichsbasis Die Aufzeichnung der eigenen Position funktioniert problemlos. Dabei kann diese auch ans Mesh-Netzwerk gesendet werden, der Standortverlauf eines Geräts lässt sich anzeigen. Über eingehende Nachrichten können sich Nutzer auf dem Smartphone benachrichtigen lassen.
Wir wollen an dieser Stelle auf einen Umstand gleichwohl direkt hinweisen: Reichweiten von hunderten Kilometern sind mit zwei ThinkNode M1-Handhelds und einem nur zwischen diesen beiden aufgespannten Netzwerk eher nicht erreichbar. Dafür müssen dann eben mehrere Mobilgeräte oder Repeater als Relaisstationen integriert werden Mit 868 MHz und der Modem-Voreinstellung LONG-SLOW waren im elbnahen Bereich rund 500 Meter erreichbar, im innenstädtischen Bereich eher wenige hunderte Meter - und zwar jeweils ohne Sichtkontakt.
Quelle(n)
Eigene, Elecrow
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.












