Notebookcheck

NBC vor Ort: MSI Pre-Computex in Amsterdam

am 26.05.2010, von J. Simon Leitner

Sound & Performance, Vision oder Realität?

Anlässlich der anstehenden Computex in Taiwan, lud MSI im Vorfeld europäische Journalisten zu einem Event in Amsterdam, auf dem bereits einige Neuheiten gezeigt wurden. Wir waren für Sie vor Ort und haben hier die spannendsten Produkte aus dem Notebook-Bereich zusammengefasst.

Der Vulkangott war MSI offenbar gnädig, konnten doch am Donnerstag den 20. Mai 2010 alle Flugzeuge der geladenen Gäste den Amsterdamer Flughafen „Shiphol“ anfliegen. Aufgrund des knappen Zeitplanes ging es ohne Umweg in Richtung „WittenburGervaart“, bzw. für alle nicht Holländer schlicht in eine als Veranstaltungsraum umgebaute Lagerhalle an einem der unzähligen Kanäle Amsterdams.

Was folgte war keine Überraschung: Gezeigt wurden dutzende Statistiken, auf denen MSI stets vordere Ränge einnahm. „Gestärkt“ im Vertrauen in die aufstrebende taiwanesische Marke, lauschte das anwesende kritische Publikum den weiteren Sprechern. Die Ausführungen über Desktop-basierende Hardware sowie All-in-One Geräte wollen wir hier ausklammern. Es folgte der Notebook-Part von Fred Oster.

MSI GT660

Bereits seit längerem bekannt ist das GT660, allerdings lediglich in Form von diversen Ankündigungen, Bildern und Ausstellungsgeräten. Nun soll es aber endgültig soweit sein, und MSI bringt das „Fastest notebook ever made by MSI“ auf den Markt. Klingt schon mal vielversprechend meinen wir, was aber ist drinnen in dem aufpolierten 16-Zöller?

Als CPU wird Intel mit den neuen Core i7 Quad Chips zum Zug kommen. Was dabei neu heißt durften wir am ausgestellten Sample bereits in Erfahrung bringen. Im Gerät befand sich eine i7-740QM CPU, dem Nachfolger des aktuellen 720QM Chips, der mit etwas höheren Taktraten aufwarten kann (1.73-2.93 GHz).
Beim Arbeitsspeicher schöpft MSI ebenso aus dem Vollen und ermöglicht die Integration von bis zu 12GB DDR3 RAM auf drei Slots. Das ausgestellte Sample zeigte eindrucksvoll die maximale Ausstattung, was wir bei den Verkaufsmodellen aufgrund des hohen Preises bei 4GB-Modulen wohl eher nicht sehen werden. Durchaus denkbar sind allerdings Varianten mit 6GB RAM, die sich auch kostengünstig konfigurieren lassen sollten.

Um und auf bei einem Gamer ist natürlich die Grafikkarte. Entgegen dem aktuellen Trend hin zu ATI bei den High-Performance GPUs, setzt MSI hier auf eine GTX 285M von Nvidia mit 1024MB GDDR3 Videospeicher. Sie gilt als Gegenspieler zur ATI Mobiliy Radeon HD 5870, die bei entsprechender Ausstattung mit GDDR5 Speicher allerdings die Nase voran hat. Dennoch, für höchste Grafikdetails sollte die Grafikkarte dennoch mühelos ausreichen.

Ein weiterer, unserer Meinung nach sehr spannender Punkt, sollte nicht unerwähnt bleiben: Die Möglichkeit zwei Massenspeicher in das Gehäuse zu integrieren. MSI spricht von einer Dual HDD Lösung im Raid 0 Verbund oder wahlweise einem Hybrid SSD+HDD System. Besonders die zweite Variante könnte bei der Performance des Notebooks eine entscheidende Rolle spielen.

Wiederholt angepriesen wurde die Kooperation mit Dynaudio, die im Stile von Harman/Kardon, Altec/Lansing oder Bose, die bei anderen Herstellern für ein entsprechendes akustisches Erlebnis sorgen sollen. Wie das 2.1 Soundsystem im MSI GT660 schließlich wirklich abschneidet, werden wir wie gewohnt in einem ausführlichen Test klären.

MSI GT660
MSI GT660
MSI GT660
MSI GT660
MSI GT660
MSI GT660

MSI Wind U160DX

Nicht nur bei den Gaming-Schwergewichten, auch bei den Netbooks tut sich was bei MSI. Mit dem U160DX – „netbook put tot he extreme“ will man auch im mobilen Bereich mit „Overclocking“ Features locken. Die Hülle des U160DX ist allerdings bereits wohl bekannt, war doch das baugleiche U160 gerade erst vor kurzem im Test bei uns.

Ein Blick auf die CPU im U160DX lässt jedoch noch keine Jubelrufe aufkommen. So findet man mit der Intel Atom N455 zwar einen brandneuen Chip im Gerät, im Vergleich zum aktuellen Atom N450 lässt dieser vorerst aber keine großen Leistungssprünge vermuten.
Wie die N450 CPU integriert der Chip die GMA 3150 Grafikkarte und zeichnet sich damit durch seine hohe Energieeffizienz aus. Neu ist allerdings der DDR3 Speichercontroller, der wie der Name schon durchklingen lässt, entsprechende Arbeitsspeicher-Module zulässt. Damit einher gehen sollte ein geringer Performance Gewinn sowie ein etwas geringerer Energieverbrauch.

Mit der bekannten ECO-Funktion soll auch das MSI Wind U160DX einen besonders energiesparenden Betrieb ermöglichen und damit die Netzunabhängigkeit maximieren. Wie das im Detail aussieht und vor allem wie es um die Performance dieses „extreme“-Netbooks steht, werden wir ebenso in einem ausführlichen Test klären, sobald uns ein entsprechendes Sample zur Verfügung steht. Alles in allem ist anhand der genannten Fakten allerdings nur ein geringer Geschwindigkeitszugewinn im Vergleich zu aktuellen Netbooks zu erwarten.

MSI U160DX
MSI U160DX
MSI U160DX
MSI U160DX
MSI U160DX
MSI U160DX

MSI X360

In die nächste Runde gehen auch die Ultraslim Modelle von MSI. Das X360 knüpft an die bekannte Linienführung der X-Serie an, wird allerdings ebenso mit den neuesten Chips aus dem Hause Intel bestückt werden.
Die Rede ist hier von den erst kürzlich vorgestellten ULV-CPUs, im Detail die i5-520UM, die mit 1.06-1.86 taktet, bei einem maximalen Stromverbrauch von 18W. Wie auch die schnelleren Chips der Arrandale Palette (32nm), integriert der 520UM mit der Intel GMA HD einen Grafikchip direkt auf der CPU-Einheit. Details zu den neuen Intel Core-i ULV Chips finden sie in unserem CPU-Vergleich.

Beim Display setzt MSI auf ein spiegelndes 13“ HD-Panel mit einer Auflösung von 1366x768 Pixel. Gleich bleibt auch das schlanke Design mit einer Bauhöhe von nur 23 Millimeter und einem Gesamtgewicht von rund 1.6 Kilogramm.

MSI X360-i5547W7P Notebook

  • Betriebssystem:Windows 7 Home Premium 64 Bit
  • CPU: Intel® Core™ i5-520UM Prozessor
  • Chipsatz: Intel HM55
  • Grafik: Intel® Graphics Media Accelerator HD
  • Speicher: 4 GByte DDR3
  • Display: 33,0 cm (13”) HD (1366x768) mit LED Backlight
  • Festplatte: 500 GB SATA 2,5“
  • Kartenleser: 2 in 1 (SD/SDHC/MMC)
  • Schnittstellen: HDMI, D-sub, 2x USB, GBit-LAN, Mic-in, Headphone out
  • Akku: 8 Zellen, Lithium Polymer
  • Webcam: HD Webcam
  • Funk: WLAN IEEE 802.11 b/g/n
  • Sound: Stereo Lautsprecher mit SRS Premium Sound™
  • Tastatur und Maus: 87 Tasten Chiclet-Tastatur, extra großes Multi-Touch Touchpad
  • Maße (B x H x T): 324 x 230 x 24 mm, 1,6 kg
  • Weitere Besonderheiten: Kratzfeste und schicke Color-Film-Print Lackierung,
  • MSI ECO Engine für verlängerte Akkulaufzeit

MSI FX600

Last but not least zum letzten ausgestellten Notebook, dem FX600. Unter dem Motto „Best performance & Best design“ positioniert MSI den Laptop quasi als „eierlegende Wollmilchsau“. Optisch präsentierte sich das gezeigte Sample abermals durchwegs ansprechend, wobei vor allem die matten und leicht strukturierten Oberflächen mit dezenten Chrom-Elementen gefielen.

Was die Performance angeht, so spricht MSI von einer Intel i5 CPU mit der MSI Turbo Drive Engine, die ein Übertakten der CPU ermöglichen soll. Spannend natürlich auch die eingesetzte Grafik, wo sich MSI bislang sehr bedeckt hält. „High end graphics with Optimus“ so der Hinweis am Gerät. Da das FX eher nicht als Gaming Notebook platziert ist wird die entsprechende GPU wohl aus dem Mittelklassesegment kommen. Denkbar ist etwa ein Modell der Nvidia GT 3xxM Reihe oder möglicherweise sogar schon neue Ableger der eben erst vorgestellten GTX 480M aka Fermi. Erste Gerüchte im Netz sprechen beispielsweise von der GT 430M mit 1GB Videospeicher.

Wie auch das GT660 war beim Sound-Engineering Dynaudio am Werk, wobei die eingesetzte Lösung sogar THX zertifiziert ist.

MSI FX600
MSI FX600
MSI FX600
MSI FX600
MSI FX600
MSI FX600

MSI GUS – Graphics Upgrade Solution

Streiten kann man vermutlich nicht nur über die Namensgebung dieses Gadgets, auch der Erfolg dieser externen Grafikeinheit darf bezweifelt werden, hatten sich doch schon einige andere Hersteller in der Vergangenheit an vergleichbaren Lösungen versucht, die schließlich allesamt leise wieder verschwunden sind.

Kurz zu den Fakten der GUS: Das futuristisch gestaltete Gehäuse wird über eine 34mm Expresscard mit dem upzugradenden Notebook verbunden. Es bietet Platz für Desktop Grafikkarten wobei diese durch das zugehörige Netzteil auf eine TDP von 84W limitiert sind. Damit stellt die ATI Radeon HD 5670 das aktuelle Maximum bei der Ausstattung dar. Durch eine besonders effiziente Ausnutzung der möglichen Bandbreite soll MSI das Nadelöhr ExpressCard Slot etwas entschärft haben. Ersten Angaben zufolge soll auch eine USB 3.0 Version folgen.

Mit der GUS soll auch der Betrieb von mehreren Monitore gleichzeitig möglich. Ob damit allerdings auch ausschließlich das Notebook TFT beschleunigt werden kann, bleibt bislang offen und ist eher unwahrscheinlich.

Fazit

Abgesehen von der GUS hielten sich die Neuigkeiten im Notebookbereich doch sehr in Grenzen. Überwiegend trifft man auf bekannte Konzepte, die mit aktueller bzw. kommender Hardware ausgestattet werden. Dennoch, speziell das GT660 als Basis für zukünftige Gaming Notebooks bei MSI dürfte uns in Zukunft noch öfters begegnen, hält sich die aktuelle Chassis in dieser Größenordnung ja schon seit einigen Jahren zäh in den Verkaufsregalen. Spannend ist natürlich auch die bisher ungeklärte Frage, wann und wie die aktuelle 17-Zoll Plattform abgelöst wird.

Erste Angaben zu Preisen und Liefertermine werden nach und nach bekannt. So soll etwa das oben angeführte MSI X360 ab Juni verfügbar sein und bei einem UVP von 899 Euro positioniert werden. Die GUS soll je nach Ausstattung zwischen 99 (ohne GPU) und 229 Dollar kosten. Wann das Teil auf den Markt kommt ist noch nicht bekannt.

Wir werden natürlich versuchen alle oben angeführten Geräte für einen ausführlichen Test zu erhalten, um euch mit weiteren detaillierten Informationen versorgen zu können. Stay tuned.

Abschluss eines anstrengenden Tages bei MSI in Amsterdam
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Autor: J. Simon Leitner, 26.05.2010 (Update:  9.07.2012)
J. Simon Leitner
J. Simon Leitner - Founder, Editorial Director - @simleitner
Nach meinem Studium an der TU-Wien widmete ich mich als Mitbegründer vollends dem Projekt Notebookcheck. Seit Commodore C64 und Atari 1040 ST sind Computer fester Bestandteil meiner täglichen Aktivitäten. Meinen Energieausgleich finde ich vor allem bei sportlichen Aktivitäten in freier Natur.