Neues KI-Tool zur Berechnung der optimalen PV-Energiespeichergröße

Photovoltaik ist auf dem Vormarsch: In den USA wurde erstmals mehr Strom durch die Sonne als aus Kohlekraftwerken produziert und auch in Europa spielt PV eine große Rolle bei der zunehmenden Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Einen nicht ganz unwesentlichen Beitrag leisten auch private Anlagen auf Hausdächern, doch die optimale Dimensionierung der Anlage und die Entscheidung für oder gegen einen Stromspeicher ist nicht immer ganz einfach.
Anstatt wie gewohnt Faustformeln zu Rate zu ziehen, will das deutsche Software-Unternehmen SIC! nun eine bessere Lösung gefunden haben: Mit einem KI-Tool namens PerfectPV soll die bestmögliche Größe besonders komfortabel ermittelt werden. Dazu sollen lediglich einige Daten hochgeladen werden, je nach Verfügbarkeit etwa Smart-Meter-Daten der letzten 12 Monate, Angaben zur (gewünschten) Anlagengröße, zum Budget, zur Lebenssituation oder anderen großen Verbrauchern wie Wärmepumpe oder E-Auto im Haushalt.
Nach einer Zahlung von einmalig 39 Euro soll die KI dann die optimale Dimensionierung von PV-Anlage und Stromspeicher berechnen, eine Kosten-Nutzen-Analyse bereitstellen und Simulationen und Prognosen zu Verbrauch und Autarkie liefern. Die gesamten Berechnungen würden nur wenige Minuten Zeit in Anspruch nehmen, so das Software-Unternehmen.

Vorteile und Kritik
Der Vorteil einer guten Speicherdimensionierung liegt auf der Hand: Ein ideal ausgelegtes System kann Fehlinvestitionen in der Höhe von mehreren tausend Euro verhindern (sofern die Anlage sonst zu groß gewesen wäre) oder den Bezug von teurem Netzstrom statt eigenem Sonnenstrom abwenden (wenn die Anlage sonst zu klein gewesen wäre).
Gleichzeitig zeigen sich nicht alle von der neuen Software begeistert. So kritisieren Leser der vom Software-Unternehmen auf verschiedenen Plattformen veröffentlichten Pressemeldung etwa, dass die zur Berechnung genutzten Daten nicht ausreichend detailliert auf Themen wie bidirektionales Laden und Speichergröße eines möglichen Elektroautos oder Kopplung mit smarten Wärmepumpen eingehen würden. Andere werfen dem Unternehmen Kaffeesudleserei vor, könne man die Veränderungen im Strommarkt und bei den Bezugs- und Einspeisepreisen doch nicht ausreichend vorhersagen.
Für mich persönlich erscheint der Service als durchaus sinnvoll, ist er doch sehr komfortabel und mit rund 40 Euro nicht besonders teuer. Wer Kosten sparen möchte, kann die eigenen Daten aber theoretisch auch bei klassischen Chatbots (etwa Gemini, Claude, ChatGPT, etc.) eingegeben, diese können ebenfalls bei der Auslegung behilflich sein. Gleichzeitig denke ich aber auch, dass sich die Frage nach der Anlagenplanung nur dann stellt, wenn das Vertrauen in den Rat des eigenen Solarteurs nicht ausreichend gegeben ist.








