Nach starken Switch-2-Verkäufen am Release-Tag legte die Aktie von Nintendo zunächst deutlich zu. Mit nachlassenden Absätzen der neuen Handheld-Konsole macht sich bei Investoren jedoch Vorsicht breit. In Japan erreichte der Kurs im August noch ein Hoch von 14.795 Yen, liegt aktuell aber nur noch bei 9.950 Yen. Das entspricht einem Rückgang von rund 33 Prozent. Ein Branchenberater macht dafür vor allem Befürchtungen über mögliche Preiserhöhungen sowie das aus seiner Sicht wenig überzeugende Angebot an First-Party-Spielen für die Switch 2 verantwortlich.
Der Analyst Dr. Serkan Toto äußerte sich dazu in sozialen Netzwerken und verwies zusätzlich auf das Ausbleiben saisonaler Rabattaktionen. Diese Entwicklung veranlasst einige Marktbeobachter zu der Frage, ob 2026 ein schwächeres Jahr für den japanischen Spielekonzern werden könnte. Mit Blick nach vorn wächst zudem die Sorge, dass es Nintendo schwerfallen könnte, neue Käufer für die Plattform zu gewinnen.
Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa äußerte sich kürzlich in einem Interview mit der Kyoto Shimbun zu mehreren aktuellen Sorgenpunkten. Dabei spielte der Manager die Gefahr herunter, dass hohe Speicherkosten kurzfristig die Gewinne belasten könnten. Während andere Hersteller – etwa im Laptop-Segment – mit Engpässen kämpfen, erklärte Nintendo, man habe sich frühzeitig auf eine mögliche Knappheit vorbereitet. Angesichts weiterhin bestehender Zölle wollte Furukawa jedoch weder bestätigen noch ausschließen, dass es langfristig zu einer Preiserhöhung der Switch 2 kommen könnte.
Fehlende Switch-2-Spiele dämpfen die Nachfrage
Auch unter Fans wächst die Kritik an Nintendos kommendem Spiele-Line-up. Die ehemaligen PR-Manager des Unternehmens, Kit & Krysta, sprachen zuletzt über eine Strategie, die eher auf Quantität als auf Qualität setze. Zwar sollen im nächsten Jahr neun oder mehr First-Party-Titel für die Switch 2 erscheinen, doch viele davon dürften kaum das Potenzial haben, die Konsolenverkäufe anzukurbeln. Viele Käufer warten offenbar auf neue, große Ableger von Mario oder Zelda, bevor sie den Umstieg auf die neue Hardware in Erwägung ziehen.
Die Monate November und Dezember gelten traditionell als stärkste Verkaufsphase für Konsolen, 2025 blieb dieser Effekt aber aus. Sowohl die PS5 als auch die Switch 2 verzeichneten im Vergleich zu früheren Jahren spürbare Rückgänge. Zudem blieb der neue Handheld hinter dem Weihnachtstempo seines Vorgängers aus dem Jahr 2017 zurück. Zwar wirkte sich die angespannte wirtschaftliche Lage dämpfend auf die Nachfrage aus, doch ein echter Blockbuster-Titel hätte die Verkaufszahlen vermutlich deutlich ankurbeln können.
Preisnachlässe gelten oft als entscheidender Impuls, um Käufer trotz knapper Budgets zum Kauf von Gaming-Hardware zu bewegen. Bei der Switch 2 waren Rabatte bislang jedoch selten – was für eine neue Konsole nicht ungewöhnlich ist. Selbst eine günstigere, regionfreie Variante und vergleichsweise stabile Verkäufe in Japan reichten bislang nicht aus, um den Aktienkurs von Nintendo nachhaltig zu stabilisieren.
















