Nintendo Switch 2: Homebrew-Launcher soll lauffähig sein, Jailbreak-App verschwindet aus eShop

Nach der Veröffentlichung eines rein softwarebasierten Jailbreaks sind Videoaufnahmen aufgetaucht, die offenbar einen Homebrew Launcher auf der Nintendo Switch 2 zeigen. Unterdessen ist die Programmierumgebung SmileBASIC 4, über die der Exploit ausgelöst wird, Berichten zufolge aus mehreren regionalen Nintendo eShops verschwunden. Beide Entwicklungen folgen nur einen Tag nach der Veröffentlichung des Jailbreaks. Nintendo hat bislang nicht bestätigt, ob die fehlende Verfügbarkeit der Anwendung mit der Sicherheitslücke zusammenhängt.
Der als ns2jb bekannte Exploit stammt vom Sicherheitsforscher Sammy Hajhamid, der auch unter dem Namen pepsipu auftritt. Er ermöglicht die Ausführung nativen Codes auf der Switch 2 mit Firmware 23.0.1, ohne dass dafür Hardwaremodifikationen nötig sind. Eine dauerhafte Custom Firmware ermöglicht er allerdings nicht.
Videos zeigen offenbar Homebrew Launcher und Vulkan-Unterstützung
Wie VideoCardz am 23. Oktober berichtet hat, zeigen Aufnahmen des X-Nutzers Alex CVJ offenbar einen Homebrew Launcher auf Nintendos aktueller Konsole. Ein weiteres Video, das Ravens Claw X ebenfalls am 23. Oktober geteilt hat, zeigt offenbar HBLauncher v1.0.0 auf der Switch 2.
Bereits am 22. Oktober hat Ravens Claw X zudem ein Video veröffentlicht, das nach eigenen Angaben die Vulkan-Unterstützung der Switch 2 demonstriert. Vulkan ist eine hardwarenahe Grafikschnittstelle, die in Spielen und anderen grafikintensiven Anwendungen zum Einsatz kommt. Eine entsprechende Unterstützung könnte für die Homebrew-Entwicklung nützlich sein. Welchen Funktionsumfang und welche Kompatibilität die gezeigte Implementierung bietet, lässt sich aus den Aufnahmen allein jedoch nicht ableiten.
Die frühen Vorführungen belegen nicht, dass bereits eine vollständige und stabile Homebrew-Umgebung öffentlich verfügbar ist.
SmileBASIC 4 offenbar in mehreren regionalen eShops nicht mehr verfügbar
Parallel zu den Vorführungen gibt es Berichte, wonach SmileBASIC 4 in mehreren regionalen Nintendo eShops nicht mehr erhältlich ist. Laut VideoCardz ist die Anwendung aus den nordamerikanischen und europäischen Angeboten verschwunden. Anschließend haben Nutzer ähnliche Veränderungen in Japan gemeldet.
SmileBASIC 4 ist eine ursprünglich für die erste Nintendo Switch veröffentlichte Programmierumgebung. Der Exploit von Hajhamid nutzt Schwachstellen der Anwendung aus, wenn diese über die Abwärtskompatibilität der Switch 2 ausgeführt wird. Sollte die Anwendung tatsächlich nicht mehr erhältlich sein, könnte das die Nutzung des Exploits erschweren, sofern noch keine kompatible Version vorhanden ist.
Die Berichte zur Verfügbarkeit unterscheiden sich allerdings je nach Region und Zugangsweg. Einige Nutzer geben an, dass die Anwendung über alternative eShop-Links weiterhin erreichbar ist. Dazu zählen auch Seiten, die sich über den Neuigkeiten-Bereich der Konsole öffnen lassen. Ein Verkaufsstopp würde bereits auf den Konsolen installierte Kopien nicht automatisch löschen.
Nintendo hat sich bislang nicht öffentlich zu den Gründen für die gemeldeten Änderungen an der Verfügbarkeit von SmileBASIC 4 geäußert. Unklar ist auch, ob Nintendo oder der Publisher der Anwendung dafür verantwortlich ist.
Der Jailbreak ist weiterhin eingeschränkt
In seiner technischen Erläuterung zu ns2jb beschreibt Hajhamid, wie sich Schwachstellen in SmileBASIC 4 und den Dateisystemdiensten der Switch 2 kombinieren lassen, um nativen Code mit erweiterten Rechten eines Systemmoduls auszuführen.
Zur Demonstration hat der Sicherheitsforscher Mario Kart World modifiziert und inoffizielle Charaktere wie Hatsune Miku, Peter Griffin und Cinnamoroll eingebaut. Bei ns2jb handelt es sich allerdings weiterhin um einen Tethered Exploit. Er muss nach jedem Neustart der Konsole erneut aktiviert werden und ermöglicht weder einen Zugriff auf Kernel-Ebene noch eine dauerhaft installierte Custom Firmware.
Die öffentlich zugängliche Dokumentation des Projekts beschreibt, welche Software- und Netzwerkvoraussetzungen für das Nachstellen der Demonstration erfüllt sein müssen. Die jüngsten Berichte über den Homebrew Launcher und Vulkan-Tests deuten auf weitere Experimente hin. Sie belegen jedoch nicht, dass die Entwickler diese Einschränkungen überwunden haben.
Die beiden Entwicklungen zeigen damit vorerst unterschiedliche Aspekte derselben Schwachstelle: erste Versuche, darauf aufbauende Software zu entwickeln, und die ungewisse weitere Verfügbarkeit der Anwendung, über die sich der Exploit auslösen lässt.








