Switch 2: Entwickler veröffentlicht universellen Offline-Exploit

Nintendo hat die Sicherheit des Switch-2-Ökosystems in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert – von Firmware-Updates bis hin zu einer neuen Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA), die es dem Unternehmen erlaubt, modifizierte Switch-2-Konsolen unbrauchbar zu machen.
Trotz dieser Einschränkungen und des anhaltenden Drucks hat die Homebrew-Szene für die Nintendo Switch 2 nun einen neuen Meilenstein erreicht. Der Entwickler Gezine, der zuvor an der Sicherheitsforschung zur PS5 beteiligt war, hat eine Schwachstelle im Benutzermodus entdeckt, die sowohl auf der ursprünglichen Nintendo Switch als auch auf der Nintendo Switch 2 funktioniert – und zwar ohne WebKit oder eine Internetverbindung.
Gezine nutzte X, um die Entdeckung bekannt zu geben und zu erläutern, warum diese Schwachstelle bedeutender ist als frühere Exploits. In seinem Beitrag schrieb er:
“Ich habe einen Userland-Exploit für die Switch 1/2 entwickelt, der weder WebKit noch Speicherstand-Exploits nutzt.
"Aber es gibt bereits seit dem ersten Tag einen Userland-Exploit."
Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass der bisher bekannte Userland-Exploit auf einem Speicherstand-Exploit basiert, der ohne Speicherstandsübertragung über den Nintendo-Online-Dienst nicht funktioniert. Dadurch sind Nutzer auf die jeweils aktuelle Firmware angewiesen.
Selbst wenn also ein Kexploit oder eine softwarebasierte Privilegienerweiterung gefunden wird, können 99 % der Nutzer den Speicherstand-Exploit nicht verwenden. Dieser Exploit hingegen funktioniert ohne solche Einschränkungen und auf allen Firmware-Versionen.
Warum nicht WebKit hacken? WebKit der Switch 2 verwendet ARM PAC (Pointer Authentication Code), wodurch die Ausführung von ROP-Code verhindert wird. Deshalb habe ich darauf verzichtet, da es einen einfacheren Weg gab, das System auszunutzen.”
Der Browser der Switch 2 gilt aufgrund des ARM Pointer Authentication Code als besonders schwer angreifbar, da dieser Return-Oriented Programming (ROP) – eine Technik, auf die Modder üblicherweise zurückgreifen – weitgehend verhindert. Die Reaktionen der Community auf den neuen Exploit fallen bislang gemischt aus, da Nintendo frühere Sicherheitslücken oft innerhalb weniger Stunden nach ihrer Veröffentlichung geschlossen hat.
Für manche keine Lösung, aber ein wichtiger Schritt für Homebrew
Es ist wichtig zu betonen, dass ein Userland-Exploit Entwicklern lediglich ermöglicht, Code innerhalb der Sandbox einer Anwendung auszuführen. Er erlaubt weder die Installation von Custom Firmware noch das Ausführen von Raubkopien oder einen vollständigen, unautorisierten Zugriff auf das System.
Bis ein vollwertiger, auch offline funktionierender Jailbreak für die Nintendo Switch 2 verfügbar ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Modder und Sicherheitsforscher werden zwar weiterhin nach neuen Angriffsmöglichkeiten suchen, Nintendo wird jedoch voraussichtlich ebenso konsequent Sicherheitslücken schließen und Exploits mit zukünftigen Updates beheben. Zudem behält sich das Unternehmen vor, modifizierte Konsolen unbrauchbar zu machen.
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