
Mobapad M12S: besser als die originalen Switch 2 Joy-Cons?
Grip... go!
Die Mobapad M12S wollen Nintendos originale Switch-2-Joy-Cons mit besserem Grip, driftfreien TMR-Sticks und praktischen Zusatzfunktionen übertreffen. Unser Test zeigt, wo die Controller überzeugen und welche Schwächen es gibt.Marc Zander Veröffentlicht am 🇺🇸 🇳🇱 ...
Sind die Mobapad M12S Joy-Cons gut?
Nach ausgiebigen Tests mit verschiedenen Spielen kann ich sagen: Die M12S-Joy-Cons von Mobapad sind eine gute Alternative zu den originalen Joy-Cons von Nintendo. Wo letztere zu schmal und klein erscheinen und auf Dauer ermüdend wirken, bieten die Dritthersteller-Joy-Cons einen deutlich besseren Grip, dank TMR-Technologie Sticks ohne Driftprobleme und aufgrund des verwendeten Switch-2-Protokolls echte Funktionen wie beim Original (Stichwort: Aufladen im Dockmodus während des Stand-by). Mittlerweile gibt es weitere Alternativen, etwa das Nyxi Hyperion 3, und es dürften weitere folgen. Wer eine Alternative mit besserem Griffgefühl sucht, macht mit den M12S prinzipiell nichts falsch. Einzig der rechte Stick war für meine großen Hände etwas schwieriger zu erreichen, und daher sind die M12S nicht der perfekte Joy-Con-Ersatz. Man gewöhnt sich mit der Zeit etwas an die Griffhaltung, doch wer einmal mit dem Steam Deck oder der PS5 gespielt hat, wird wissen, wie angenehm ein Button-Layout sein kann. Wer auf HD-Rumble nicht verzichten kann oder oft Amiibos nutzt, dürfte mit den M12S nicht glücklich werden, findet jedoch in den M12HD eine Alternative des gleichen Herstellers.
Pro
Contra
Hier gibt es die Mobapad M12S Controller
Mobapad bietet die M12S-Joy-Con-Alternative direkt auf der eigenen Webseite an, die reinen Joy-Cons kosten hier rund 80 US-Dollar bei kostenlosem Versand. Bei einer Bestellung nach Deutschland wird der tagesaktuelle Umrechnungskurs berücksichtigt. Zum Zeitpunkt meines Kaufs habe ich 73,26 Euro gezahlt. Alternativ bietet auch Aliexpress das Switch-2-Zubehör an. Dort kosten die M12S-Controller bei kostenloser Lieferung nach Deutschland 74,69 Euro. Alternativ gibt es ein rund zwanzig US-Dollar teureres Bundle inklusive eines Ladegriff, sodass die Joy-Con-Alternativen zum Controller umfunktioniert werden können. Mehr dazu im Test.

Technische Details der Mobapad M12S Joycons
| Stick-Technologie: | TMR (kontaktfrei, ohne Stick-Drift) |
| Akku-Kapazität: | 800 mAh (für ca. 15 Stunden Spielzeit) |
| Gewicht: | Je Joycon ca. 92,5 Gramm (zusammen ca. 185 Gramm) |
| Maße (B × T × H): | Je Joycon ca. 59 × 42 × 116 mm |
Lieferumfang und Einrichtung des Mobapad M12S
Die Box enthält die beiden Joy-Cons, eine Kurzanleitung, ein Steuerkreuz als Alternative zum bereits voreingesetzten runden analogen Steuerkreuz (wie bei den Xbox Elite Controllern) und eine feste Plastikbox zur Aufbewahrung oder für den Transport der M12S-Joy-Cons. Auch diese Dritthersteller-Alternative zu den originalen Joy-Cons aus dem Hause Nintendo nutzt Magnetismus zum Halten an der Switch 2 oder der Halterung. Die Magneten sind stark und sitzen schön fest an der Handheld-Konsole. Die Einrichtung erfolgte in meinem Test ohne weiteres Zutun von mir, beide Joy-Cons wurden direkt erkannt und funktionierten out-of-the-box.
Als ich versuchsweise das Steuerkreuz wechseln wollte, stieß ich auf leichte Probleme. Nirgendwo in der Anleitung wird erwähnt, ob das durch einfaches Abziehen der alten und Aufsetzen der neuen möglich ist, oder man vielleicht das enthaltene Kreuz etwas drehen muss vor dem Abziehen. Fakt ist: Das analoge Steuerkreuz sitzt so fest, dass man Angst hat, beim Abziehen etwas zu beschädigen. Letztlich muss man nur etwas beherzter von unten nach oben mit dem Fingernagel darunterklippen, damit es sich löst. Auch das Einfügen des neuen Kreuzes wird durch ein hörbares Klickgeräusch unterstützt. Mir gefällt das Kreuz insgesamt besser, da es kompakter wirkt, das ist jedoch Geschmackssache. Beide funktionieren tadellos in Spielen.


Um die speziellen Funktionen, Firmware-Upgrades und Einstellungen wie die Logo-Beleuchtung der Mobapad Joy-Cons, die Turbotasten oder die Vibration (an/aus) vornehmen zu können, benötigt man eine App auf dem Smartphone. Hier werden die Joy‑Cons (sofern sie an der Switch 2 sitzen und kurz aktiviert werden) sofort erkannt und können individuell angepasst werden. Dadurch lassen sich etwa die hinteren Buttons per Makro belegen. Apropos Rückseite: Hier befindet sich bei beiden Joy‑Cons ein kleiner Schalter, mit dem man wählen kann, ob der Controller den eigenen Akku nutzen soll und im USB-Modus angeschlossen ist, oder Energie des Switch-2-Akkus verbrauchen soll und per Bluetooth gekoppelt ist. Da die M12S-Joy-Cons dank Switch-2-Protokolls auch im Dockmodus auf Stand-by geladen werden, habe ich stets die Funktion „eigener Akkuverbrauch“ gewählt. Ich glaube nicht, dass bei Nutzung des Switch-2-Akkus die Spielzeit erheblich eingeschränkt wird. Mobapad spricht von rund 30 Minuten längerer Spielzeit bei Nutzung der Controller-Akkus.
Da ich die M12S ohne Halterung gekauft habe, weil ich den mitgelieferten Halter der Switch praktisch nie nutze, sondern bei Bedarf den Pro Controller verwende, hier noch ein Wort dazu: Die Mobapad-Joy-Cons sind inkompatibel mit der originalen Halterung, die bei Kauf der Switch 2 beiliegt, da sie nach hinten aufgrund des angedeuteten Griffs zu dick sind, um magnetisch einrasten zu können. Wer also gern eine Halterung haben möchte, muss diese direkt beim Kauf bestellen. Wer das vergessen hat: Der Halter ist als Zubehör für 26 US-Dollar im Nachhinein zu kaufen.




Haptik, Qualität und Möglichkeiten der Mobapad M12S Joycons
Sitzen die M12S an der Switch 2 bekommt die Konsole beinahe die gleichen Abmessungen wie das Steam Deck von Valve. Leider jedoch nicht dessen Button-Layout. Bei den M12S sitzen die Sticks wie beim Xbox-Controller versetzt, was bei meinen größeren Händen immer wieder ein Nachfassen und das Abstützen des rechten Joy-Cons auf dem angewinkelten kleinen Finger erforderte. Selbst bei Nutzung des linken Sticks mit der Daumenkuppe und des rechten Sticks mit der Daumenmitte fühlte sich das Handling etwas unnatürlich an. Ideal war nur die Nutzung mit dem unteren Daumen, jedoch unbequem. Daher lieber mit Stützung durch den angewinkelten kleinen Finger. Um herauszufinden, ob das an meinen großen Händen liegt, habe ich die Controller von meinem 13-jährigen Sohn testen lassen. Er kam damit besser zurecht, nutzte jedoch auch die Mitte des rechten Daumens zur Kontrolle. Da der rechte Stick in Spielen wie Mario Kart ohnehin nicht verwendet wird, ist das verschmerzbar, und ich habe mich etwas daran gewöhnt, die rechte Hand anders zu halten.
Insgesamt sind die Buttons, das Steuerkreuz und die Sticks hervorragend verarbeitet, erzeugen keinerlei unerwünschte Reibungen und haben einen schönen Klick. Das farbige Logo ist im Betrieb größtenteils durch die Hand verdeckt, und lässt sich bei Bedarf über die App ganz ausschalten oder dunkler bzw. heller einstellen. Die Vibrationsfunktion ist okay, aber nicht mit HD-Rumble vergleichbar. Da ich Vibrationen bei jedem Spiel als Erstes deaktiviere, für mich kein Problem. Rumble-Fetischisten dürften das bemängeln. Auch Nutzer von Amiibos oder anderen Spielen, die NFC nutzen, werden mit dem M12S wohl nicht glücklich, da die Controller kein NFC unterstützen. Hier bin ich ebenfalls nicht die Zielgruppe, sodass es für mich nicht ins Gewicht fällt.
Die M12S-Joycons sind im Handheldmodus am Gerät sehr gut, bieten einen vernünftigen Grip und aufgrund der Waffelriffelung auf der Rückseite liegen sie auch bei längeren Spielsessions gut in der Hand. Der Mausmodus wird nicht unterstützt, dafür ist eine C-Taste am rechten Joy-Con vorhanden, um die Chatfunktion auf Knopfdruck nutzen zu können. In meinem Test zickten die Joy-Cons jedoch auch herum: Nachdem ich sie kurz abgenommen hatte, um sie frei zu nutzen, entwickelten sie nach dem erneuten Anklippen an die Switch 2 ein geisterhaftes Eigenleben und es wurden ohne mein Zutun Buttons gedrückt und der Stick bewegt. Das konnte nur durch einen Neustart der Konsole behoben werden.


Was ist der Unterschied zwischen Mobapad M12S und M12HD?
Im Gegensatz zu den M12HD-Joy-Cons nutzt die M12S-Variante das originale Switch-2-Protokoll. Das bedeutet, dass die M12S als echte Joy-Cons im Handheldmodus angesehen werden statt bloß als Pro Controller bzw. Switch-1-Controller (wie beim M12HD). Außerdem können sie im ausgeschalteten Modus im Dock über die Switch 2 geladen werden. Die M12HD-Variante lädt nur, während die Switch 2 aktiv genutzt wird, und bezieht ihren Strom aus dem Akku des Handhelds. Die S-Variante hat Standardvibration, während die HD-Variante HD-Rumble bietet. Ansonsten bieten die M12S einen C-Button für die Chatfunktion (der M12HD auch nicht per Makro), ein 9-achsiges Gyroskop (M12HD nur 6-achsig), verfügen jedoch nicht über eine NFC-Funktion, wie die Amiibo‑Figuren sie benötigen (was wiederum die HD-Variante beherrscht). Hier muss also jeder selbst entscheiden: Benötige ich HD-Rumble, nutze ich Amiibo-Figuren und ist es mir gleichgültig, ob sich die Joy-Cons nur während des Spielens oder mit dem Griffstück aufladen oder ich per Button den Chat starten kann, sind die M12HD ebenfalls eine gute Wahl. Sie sind jedoch keine Verbesserung der M12S, noch sind die M12S eine abgespeckte Variante.

Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde vom Autor auf eigene Kosten im freien Handel erworben. Der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung, es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.











