Paddle Paddle Paddle-Entwickler prangert Missbrauch von Steams Rückerstattungsrichtlinien an

Ein unabhängiger Entwickler hat das großzügige Rückerstattungssystem von Steam kritisiert und argumentiert, dass dadurch insbesondere kürzere, aber gut bewertete Spiele wie sein eigener Titel Paddle Paddle Paddle benachteiligt würden. Auf X erklärte der Entwickler des chaotischen Koop-Bootrennspiels, dass bereits mehr als 55.000 Exemplare zurückerstattet worden seien – obwohl das Spiel auf Steam die Bewertung „Sehr positiv“ trägt.
Steam ist seit Langem für seine kulante Rückerstattungsrichtlinie bekannt. Nutzer können ein Spiel innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf zurückgeben, sofern sie es weniger als zwei Stunden gespielt haben. Die Regelung soll Käufer vor Fehlkäufen schützen und das Vertrauen in digitale Käufe stärken.
In der Praxis kann diese Richtlinie jedoch dazu führen, dass Spieler – insbesondere Speedrunner – kürzere Titel vollständig durchspielen und anschließend eine Rückerstattung beantragen. Ein bekanntes Beispiel ist ULTRAKILL, das von einigen Speedrunnern in weniger als zwei Stunden abgeschlossen wurde.
Während ULTRAKILL für die meisten Spieler deutlich länger dauert und sich daher kaum innerhalb des Rückerstattungsfensters vollständig durchspielen lässt, gilt dies für Paddle Paddle Paddle nur eingeschränkt. Mit genügend Übung kann der Titel innerhalb von zwei Stunden beendet werden. Hinzu kommt, dass das Spiel nach einem aktuellen Steam-Rabatt von 40 % lediglich rund 3 Euro kostet.
Zur Untermauerung seiner Kritik veröffentlichte Zororarts Screenshots positiver Steam-Bewertungen, darunter Kommentare wie: „Tolles Spiel, in 1:40 Std. durchgespielt (Rückerstattung erhalten).“ Auf X schrieb der Entwickler:
“Das sollte eigentlich nicht möglich sein. Es wäre schön, wenn ihr eure Rückerstattungsrichtlinie endlich überarbeiten würdet. Ich habe Dutzende solcher Bewertungen und eine Rückerstattungsquote von 21 %, obwohl 90 % der Rezensionen ‚Sehr positiv‘ sind. Das entspricht übrigens 55.000 Rückerstattungen …”
Später ergänzte Zororarts, dass das Spiel ursprünglich auf eine durchschnittliche Spielzeit von rund 3,5 Stunden ausgelegt gewesen sei, wobei der Inhalt der kostenlosen Demo etwa 40 Minuten umfasse. Insgesamt habe der Titel somit auf eine Spieldauer von ungefähr vier Stunden abgezielt. Gleichzeitig räumte der Entwickler ein, dass es zahlreiche Rezensionen mit Spielzeiten von fünf, zehn oder sogar mehr als 20 Stunden gebe. Dennoch hätten Speedrunner und besonders erfahrene Spieler das Spiel bereits nach ein bis zwei Stunden abgeschlossen. Zudem habe er zahlreiche abwertende Kommentare erhalten, darunter Aussagen wie: „Dann mach doch ein Spiel, das länger als zwei Stunden dauert.“
Andere Spieler übten jedoch deutliche Kritik am Entwickler. Ein Steam-Rezensent schrieb:“Macht keinen Spaß. Kurz. Schlampig. Ich habe es in weniger als zwei Stunden (1,2 Stunden) durchgespielt und würde es zurückgeben, wenn ich könnte, aber ich habe zu lange gewartet, um es zu spielen. Wenn ihr könnt, solltet ihr es zurückgeben. Es gibt einfach nicht genug Inhalt. Das Spiel wirkt wie ein Browsergame und sieht so aus, als wäre es überstürzt oder in kurzer Zeit entwickelt worden – was der Entwickler selbst zugibt. Trotzdem hat er die Frechheit, sich auf X über Rückerstattungen zu beschweren, während er versucht, euch ein Browsergame zu verkaufen. So etwas sollte nicht auf Steam sein.
Der Entwickler beschwert sich ständig auf X über Rückerstattungen, obwohl er mit diesem schlampigen Produkt angeblich ‚Millionen‘ verdient hat.“
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