Funkstille seit dem 1. Juli: Sony lässt Gamer im Dunkeln

Es ist ein bekannter Mythos, dass Strauße den Kopf in den Sand stecken, um Probleme auszublenden. Sony ist zwar kein Strauß, scheint sich diesen Mythos jedoch zum Vorbild genommen zu haben und hüllt sich seit der Ankündigung, dass PlayStation ab 2028 keine physischen Spielediscs mehr anbieten wird, in Schweigen.
Am 1. Juli gab Sony im offiziellen PlayStation Blog bekannt, dass das Unternehmen ab Januar 2028 keine neuen physischen Spielediscs mehr veröffentlichen wird. Gleichzeitig kündigte Sony auch die Schließung der Online-Shops für PS3 und PS Vita bis 2027 an. Das bedeutet, dass Spieler nach der Abschaltung der PS3- und PS-Vita-Stores keine neuen Spiele mehr digital erwerben können. Sony hat zwar versprochen, dass Nutzer ihre bereits gekauften Inhalte nach der Abschaltung „auf absehbare Zeit“ weiterhin herunterladen können, doch niemand weiß, wie lange das tatsächlich möglich sein wird.
Der entsprechende Beitrag auf dem offiziellen PlayStation-X-Kanal wurde inzwischen mehr als 143 Millionen Mal aufgerufen. Seitdem hat sich Sony nicht mehr zu der Situation geäußert – weder auf PlayStation X noch im PlayStation Blog. Stattdessen schweigt das Unternehmen beharrlich und scheint darauf zu hoffen, dass die Diskussion von selbst abebbt. Angesichts der anhaltenden Kritik erscheint das jedoch zunehmend unwahrscheinlich.
Von Gelegenheitsspielern bis hin zu Branchenjournalisten – die überwiegende Mehrheit reagierte kritisch auf Sonys Entscheidung. Viele befürchten, dass der Schritt in erster Linie der Gewinnmaximierung dient. Auch der langfristige Zugriff auf bereits gekaufte Inhalte bereitet Sorgen. Laut Sonys offizieller PSN-Richtlinie wird ein PSN-Konto, das 36 Monate lang inaktiv bleibt, endgültig gelöscht. Sony informiert betroffene Nutzer nach Ablauf dieser Frist und gewährt anschließend weitere sechs Monate zur Reaktivierung des Kontos. Erfolgt dies nicht, werden sämtliche digitalen Käufe, darunter Spiele und DLCs, unwiderruflich entfernt.
Mit anderen Worten: Erscheint die PS6 tatsächlich ausschließlich digital, könnten Nutzer den Zugriff auf ihre rechtmäßig gekauften Spiele verlieren, wenn sie die von Sony festgelegten Bedingungen nicht erfüllen.
Auffällig war für viele Spieler auch der Zeitpunkt von Sonys Ankündigung. Das Unternehmen veröffentlichte die Nachricht genau zu dem Zeitpunkt, als sich die Aufmerksamkeit der Branche auf die angekündigten Studioschließungen und Entlassungen bei Xbox richtete. Es wirkt daher, als habe Sony von Anfang an darauf gesetzt, die Kontroverse um Xbox die Aufmerksamkeit von der eigenen Ankündigung ablenken zu lassen und sich selbst nicht weiter zu äußern.
Unabhängig davon empfinden viele Spieler es als enttäuschend, dass Sony bislang schweigt, anstatt auf die Kritik einzugehen und den Dialog mit der Community zu suchen – insbesondere bei einem Thema, das die Zukunft des Konsolengamings nachhaltig verändern könnte.
Die Sony PlayStation 5 ist unter anderem auf Amazon erhältlich.
Quelle(n)
PlayStation auf X, PlayStation Blog (1,2), Quelle des Teaserbildes: Pixabay











