PlayStation-Discs doch nicht tot? Neue Zahlen lösen hitzige Diskussion aus

Während Sony bereits das Ende der physischen PlayStation-Spiele vorbereitet, scheinen viele Gamer ihre Spiele weiterhin lieber ins Regal zu stellen, anstatt sie digital zu kaufen. Das zeigen zumindest die aktuellen Verkaufszahlen von Marvel's Wolverine. Wie das Gaming-Magazin PC Guide unter Berufung auf einen Bericht von The Game Business meldet, zeigen aktuelle Verkaufsdaten des Marktforschungsunternehmens Ampere Analysis, dass physische PlayStation-Spiele weiterhin gefragt sind. Die Daten sind jedoch offenbar nur über kostenpflichtige Marktforschungsangebote verfügbar und entsprechend nicht öffentlich einsehbar.
Demnach verkaufte sich das PS5-exklusive Wolverine-Spiel (derzeit rund 69 Euro auf Amazon) im September 2,16 Millionen Mal. Weltweit entfielen 35 Prozent der Verkäufe auf physische Exemplare. In Europa sieht es allerdings anders aus: Hier gingen 51 Prozent der Verkäufe auf das Konto der Disc-Version. Besonders ausgeprägt ist die Nachfrage in Frankreich, wo mehr als zwei Drittel der Käufer zur physischen Ausgabe griffen. In Großbritannien war das Verhältnis hingegen nahezu umgekehrt.
Auch andere Spiele zeigen, dass physische Medien noch längst nicht abgeschrieben sind. Bei Silent Hill: Townfall lag der Disc-Anteil weltweit bei rund 45 Prozent, bei The Blood of Dawnwalker waren es 36 Prozent und bei Onimusha: Way of the Sword immerhin 30 Prozent. Anzumerken ist, dass es sich bei den zugrunde liegenden Daten von Ampere Analysis um Marktschätzungen und nicht um offiziell bestätigte Verkaufszahlen der Publisher handelt.
Zahlen sorgen für hitzige Debatte auf Reddit
Auf Reddit haben die Verkaufszahlen eine Kontroverse losgetreten. Viele Nutzer sehen darin einen weiteren Beleg dafür, dass Sony mit der Abkehr von physischen Spielen an den Wünschen eines beträchtlichen Teils seiner Kundschaft vorbeientscheidet – und holen die typischen Argumente hervor: unter anderem den Wegfall des Gebrauchtmarkts, fehlende Möglichkeiten zum Weiterverkauf oder Verleihen von Spielen und die zunehmende Kontrolle Sonys über den Vertrieb und die Preisgestaltung.
Andere halten die Zahlen für wenig aussagekräftig. Einige Nutzer weisen etwa darauf hin, dass der hohe Disc-Anteil in Europa auf den Preis zurückzuführen sein könnte. So berichtet ein deutscher Spieler, dass Marvel's Wolverine im Einzelhandel bereits für 45 Euro erhältlich war, während im PlayStation Store noch 79,99 Euro verlangt wurden. Entsprechend stellt sich die Frage, wie viele Käufer tatsächlich die Disc bevorzugen und wie viele einfach zum günstigeren Angebot gegriffen haben.
Auch die Datengrundlage wird infragegestellt. Mehrere Redditoren kritisieren, dass die Zahlen lediglich auf Schätzungen von Ampere Analysis beruhen. Andere verweisen darauf, dass laut denselben Daten 84 Prozent der Verkäufe der zehn meistverkauften PS5-Spiele im September digital erfolgten. Darüber berichtet unter anderem Play3. Die 51 Prozent Disc-Anteil bei Marvel's Wolverine könnte damit eher eine Ausnahme als ein Beleg für eine weiterhin hohe Nachfrage nach physischen Spielen sein.
Die Diskussion zeigt vor allem eines: Die Frage nach der Zukunft physischer Spiele lässt sich nicht allein mit ein paar Verkaufszahlen beantworten. Entscheidend dürfte sein, wie viele Spieler tatsächlich bereit sind, Sony in eine rein digitale Zukunft zu folgen – und wie sich aus der Diskussion herauslesen lässt, sind das nicht sehr viele.
Quelle(n)
Bildquelle: Cameron Bunney / Unsplash

















