„Diese 20 Prozent sind enorm wichtig“: Ex-PlayStation-Chef warnt Sony vor Disc-Aus

Shawn Layden, ehemaliger Chef der PlayStation Worldwide Studios, äußerte sich kürzlich im Podcast The Expansion Pass zur angeblich für Januar 2028 geplanten Einstellung der Disc-Produktion. Seiner Ansicht nach würde sich der Kauf eines Spiels dadurch zunehmend auf den Erwerb einer bloßen Zugangslizenz reduzieren. Laut Sonys eigenen Zahlen entfallen bereits 82 Prozent aller verkauften Spieleinheiten auf digitale Downloads. Layden ist dennoch überzeugt, dass das Ende der Disc-Produktion dem Markenimage des Unternehmens erheblich schaden würde.
Im Interview räumte er ein, dass er inzwischen keinen Einblick mehr in die internen Abläufe habe und die aktuelle finanzielle Situation von Sony nicht kenne, die möglicherweise zu der Entscheidung geführt habe. Physische Spiele machten zuletzt nur rund 4 Prozent des Softwareumsatzes aus. Sonys Finanzchef soll zudem erklärt haben, dass das Unternehmen trotz der Kritik an seinen Plänen festhalten werde.
Layden sieht das allerdings anders. Zwar kauft die Mehrheit der PlayStation-Spieler ihre Spiele mittlerweile digital, doch werde es seiner Ansicht nach immer eine Gruppe von Sammlern geben, die physische Editionen für ihre Regale oder Spielesammlungen bevorzugen. Dazu erklärt Layden:
„Da ich bei den entsprechenden Gesprächen nicht dabei war, weiß ich nicht, welche Faktoren dabei eine Rolle gespielt haben oder was die Zahlen in den Tabellen ausgesagt haben. Ich bin mir allerdings sicher, dass diese Entscheidung stark von wirtschaftlichen Berechnungen geprägt ist, bei denen es darum geht, Kosten zu senken und Gewinne zu maximieren. Über die genauen Hintergründe weiß ich jedoch nichts.“
Layden hebt außerdem die Vorteile digitaler Spiele hervor, die vor allem beim Komfort punkten können. Letztlich spricht er sich jedoch für physische Datenträger aus. Dazu erklärt er:
„Ich denke schon, dass wir Spieler digitale Downloads mögen. Früher hieß es: ‚Ein Spiel herunterzuladen ist einfacher, als dafür in den Laden zu gehen.‘ Aber darum geht es gar nicht. Ein Spiel herunterzuladen ist sogar einfacher, als durch das eigene Wohnzimmer zu laufen und eine Disc in die Konsole einzulegen. Nicht einmal das muss ich mehr tun. Ich drücke einfach eine Taste auf meinem Controller und kann sitzen bleiben. Dieser Komfort ist unbestreitbar.“
Anschließend stellt er sich auf die Seite der Sammler physischer Spiele:
„Ich denke aber, dass gerade im Gaming-Bereich vielleicht 80 Prozent der Spieler ihre Spiele herunterladen und 20 Prozent nicht – oder wie auch immer das genaue Verhältnis aussehen mag. Aber diese 20 Prozent sind enorm wichtig. Das sind größtenteils die treuesten der treuen Fans. Oft sind es genau die Leute, die jedes Spiel gleich zweimal kaufen. Ein Exemplar bleibt originalverpackt, das andere wird gespielt. Das ist wie bei Comic-Sammlern. Auch dort kauft man immer zwei Exemplare.“
Dennoch scheint weder das Interview noch die anhaltende Kritik Sony von seinem Zeitplan für die Einstellung der Disc-Produktion abzubringen. Spiele, die vor Januar 2028 auf Disc erschienen sind, sollen davon unberührt bleiben. Ab 2028 soll PlayStation dann vollständig auf physische Datenträger verzichten.
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