PlayStation befragt Entwickler zum Ende von PS5-Discs, Wolverine verkauft sich prächtig

Trotz der Proteste hält PlayStation an der angekündigten Abkehr von PS5-Discs Anfang 2028 fest. Laut dem Insider Moore’s Law Is Dead hat Sony allerdings kürzlich eine Umfrage unter möglicherweise unzufriedenen Entwicklern durchgeführt. Der YouTuber vermutet, dass das Unternehmen einen Kompromiss erwägt, um Sammlern physischer Spiele entgegenzukommen.
In einem Podcast hat Moore’s Law Is Dead die Umfrage als "umfangreicher als fast jede bisherige Umfrage des Unternehmens" bezeichnet. Eine Frage habe indirekt darauf abgezielt, ob die Entwickler über die geringere Blu-ray-Produktion von PlayStation verärgert seien.
Der Wolverine-Effekt
Dem Leaker zufolge belegen die Verkäufe der PS5-Disc-Version von Marvel’s Wolverine, dass weiterhin Nachfrage nach physischen Spielen besteht. Nach Schätzungen von Alinea Analytics sind in den ersten drei Tagen nach Veröffentlichung 1,9 Millionen Exemplare verkauft worden. Knapp 23 Prozent des Umsatzes von umgerechnet rund 114 Millionen Euro entfielen auf Disc-Verkäufe. Digitale Käufe haben zwar überwogen, ohne eine physische Ausgabe im Einzelhandel hätte Sony jedoch einen beträchtlichen Teil der Verkäufe verlieren können.
Sony erkennt möglicherweise, dass die Proteste so schnell nicht nachlassen werden. Auch auf der Gamescom 2026 haben Studios Bedenken geäußert. Laut John Linneman von Digital Foundry waren insbesondere kleinere Publisher unzufrieden. Er hat mit Unternehmen gesprochen, die erwägen, ihre Unterstützung auf die Switch 2 zu verlagern.
Ein möglicher Kompromiss
Welche Zugeständnisse PlayStation machen würde, ist unklar. Da Sonys Blu-ray-Werke auch 2028 geöffnet bleiben, hat das Unternehmen Spielraum. Neue Titel werden zwar nicht mehr auf PS5-Disc erscheinen, bestehende Spiele wie Wolverine könnten aber weiterhin auf physischen Datenträgern angeboten werden. Selbst bei geringerer Produktion könnte Sony Sammler mit limitierten Auflagen bedienen.
Nach dem vollständigen Umstieg auf digitale Spiele werden einige Käufer widerwillig den PlayStation Store nutzen. Microsoft oder Nintendo könnten diesen Kunden allerdings Alternativen bieten. Xbox hat bereits ein Programm eingeführt, das Disc-Spiele durch die Umwandlung in digitale Versionen erhalten soll. Nintendo wiederum hat bislang keine Anzeichen dafür erkennen lassen, auf Spielmodule verzichten zu wollen.
Passend dazu hat TechPowerUp darüber berichtet, dass Xbox kürzlich Mitglieder des Insider Hub nach gewünschten Funktionen künftiger Konsolen gefragt hat. Eine Frage betraf die Möglichkeit, Spiele von physischen Datenträgern zu installieren. Die meisten Analysten rechnen zwar damit, dass Project Helix ohne optisches Laufwerk erscheint, ein externes Zubehörlaufwerk wäre aber denkbar.



















