Unmut auf der Gamescom: Publisher sollen über das Aus der PS5-Discs verärgert sein

Gegen Ende der Gamescom 2026 tauchte das Gerücht auf, dass Publisher über Sonys Pläne verärgert seien. Im Mittelpunkt der Kritik stehen die Pläne, die Produktion von PS5-Discs für neue physische Spiele Anfang 2028 einzustellen. John Linneman von Digital Foundry bestätigte diese Berichte nun in einem Podcast.
Beschwerden auf der Messe
Linneman besuchte die Veranstaltung und sprach mit Publishern, die von einer erzwungenen rein digitalen Zukunft betroffen wären. Seinen Angaben zufolge waren sie „größtenteils sehr verärgert“, da viele dieser Unternehmen einen erheblichen Teil ihres Umsatzes mit physischen Verkäufen erzielen.
Insbesondere Indie-Publisher wie Limited Run und iam8bit richten sich an Sammler und sind stark auf physische Veröffentlichungen angewiesen. iam8bit hat bereits eine Stellungnahme veröffentlicht, in der das Unternehmen Sonys Entscheidung kritisiert. Andere kleinere Publisher dürften den Wegfall der Einnahmen aus PS5-Discs zudem deutlich schwerer kompensieren können als große AAA-Publisher.
Im Podcast sagte Linneman: „Die Stimmung in der Branche ist derzeit nicht positiv. Es herrscht offenbar viel Unmut über das, was Sony getan hat und weiterhin tut.“ Er deutete zudem an, dass einige der auf der Gamescom vertretenen Publisher eine Partnerschaft mit Nintendo in Erwägung ziehen könnten. Der japanische Spielekonzern hat bislang keinerlei Anzeichen dafür gezeigt, die Switch-2-Module vollständig aufzugeben.
Die in Deutschland stattfindende Messe zieht Spieleentwickler und Publisher aus aller Welt an. Während PlayStation auf Zahlen verweist, die die Dominanz des PS Stores belegen sollen, unterscheidet sich das Kaufverhalten je nach Region erheblich. In vielen europäischen Ländern ist der Kauf physischer Spiele im stationären Handel sowie deren anschließender Weiterverkauf oder Tausch weiterhin weit verbreitet.
Ein PR-Desaster
Ob Sony seine Entscheidung, die Produktion von PS5-Discs für neue Spiele einzustellen, noch einmal revidieren wird, bleibt fraglich. Trotz monatelanger Proteste in sozialen Medien und auf YouTube, die auch die öffentliche Wahrnehmung der Marke beeinträchtigt haben, ist das Unternehmen bislang nicht auf seine Kritiker zugegangen und hat keinen Kompromiss angeboten.
MP1st berichtete kürzlich, dass PlayStation eine Verschiebung des Übergangs erwägen könnte. Dem Bericht zufolge soll der Xbox-Konkurrent auf der Gamescom zudem versucht haben, unzufriedene Publisher für sich zu gewinnen. Im Zuge des bevorstehenden Project Helix ermöglicht das Disc-to-Digital-Programm Konsumenten, ihre physischen Medien in digitale Lizenzen umzuwandeln.
Allerdings erscheint die MP1st-Geschichte bislang zu spekulativ, um sie als gesichert anzusehen. Andere Quellen haben bisher nicht bestätigt, dass Sony seine Strategie ändern will. Offenbar ist das Unternehmen bereit, einen Teil des guten Willens der Publisher und den Absatz physischer Datenträger zu opfern, um mehr Konsolenbesitzer in den PlayStation Store zu lenken.










