Datenschutzskandal bei Build A Rocket Boy: Gewerkschaft wirft MindsEye-Studio Keylogger-Einsatz vor

Das Studio hinter MindsEye scheint kein Glück zu haben: Eine Gruppe von Mitarbeitenden von Build A Rocket Boy hat sich gewerkschaftlich organisiert und rechtliche Schritte gegen das Unternehmen wegen mutmaßlicher Verletzungen ihrer Privatsphäre eingeleitet. Laut den Beschäftigten installierte die Geschäftsleitung Überwachungssoftware, darunter Keylogger, auf ihren Arbeitsrechnern und verfolgte ihre Aktivitäten ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung. Einige geben an, dass die Software Teramind sie sogar zu Hause aufgezeichnet habe.
Diese Vorwürfe haben die Spannungen bei Build A Rocket Boy weiter verschärft. Das Unternehmen steht bereits wegen einer enttäuschenden Veröffentlichung und anschließender Massenentlassungen in der Kritik. Mitglieder der IWGB Game Workers Union treiben den Fall derzeit voran.
Laut der Gewerkschaft installierte Build A Rocket Boy (BARB) ohne vorherige Zustimmung die Software Teramind auf den Rechnern der Mitarbeitenden und nutzte sie, um Tastatureingaben zu überwachen, Bildschirmaktivitäten aufzuzeichnen und Gespräche über Mikrofone mitzuschneiden.
Vertreter der IWGB Game Workers Union erklärten später, dass Teramind im März nach einer gemeinsamen Beschwerde von 40 Mitarbeitenden gegen BARB von den Systemen entfernt wurde. Derzeit weigert sich die Geschäftsleitung jedoch, offenzulegen, welche Daten erhoben wurden, wo sie gespeichert sind oder aus welchem Grund die Software überhaupt installiert wurde.
In einer Pressemitteilung (via Game Developer) erklärte die Gewerkschaft:
Die IWGB Game Workers Union, die die Beschäftigten vertritt, wirft Build A Rocket Boy (BARB) vor, mit dem Einsatz der Software Teramind sowohl gegen Datenschutzgesetze als auch gegen die Grundwürde der Mitarbeitenden zu verstoßen. Die Software gehe über eine legitime Überwachung der Produktivität und der Unternehmenssicherheit hinaus, indem sie Personen in ihren Wohnungen und ohne deren Einwilligung aufzeichne.
Darüber hinaus reichten IWGB-Mitglieder am 12. April eine separate Klage gegen BARB ein. Darin werfen sie dem Unternehmen vor, den Personalabbau im vergangenen Sommer fehlerhaft durchgeführt zu haben, was zur Entlassung von rund 300 Mitarbeitenden führte. Die Gewerkschaft präzisierte, dass die Klage auch Vorwürfe der unrechtmäßigen Aufnahme auf schwarze Listen, der Benachteiligung sowie der Missachtung kollektiver Konsultationen umfasst. Im Erfolgsfall könnte dies BARB Millionen kosten.
Ein IWGB-Mitglied und leitender Filmanimator bei BARB äußerte sich zudem kritisch zur Arbeitsplatzkultur bei Build A Rocket Boy: „Die toxische Kultur der Geheimhaltung und des Mikromanagements bei Build A Rocket Boy ist eine der schlimmsten, die ich in meiner 20-jährigen Karriere in der Spielebranche erlebt habe.“











