Notebookcheck Logo

Ex-PlayStation-Chef sieht Ende der Discs gelassen – warnt jedoch Sammler

Eine Nahaufnahme des ehemaligen PlayStation-Chefs Shuhei Yoshida
ⓘ Bloomberg
Eine Nahaufnahme des ehemaligen PlayStation-Chefs Shuhei Yoshida
PlayStation-Spiele sollen ab Januar 2028 nicht mehr auf physischen Discs erscheinen. Der ehemalige PlayStation-Chef Shuhei Yoshida, der selbst vollständig auf digitale Spiele umgestiegen ist, sieht darin jedoch kein großes Problem.

Der ehemalige PlayStation-Chef Shuhei Yoshida hält Sonys Umstellung von physischen auf digitale Medien im Jahr 2028 nicht für ein großes Problem. Seiner Ansicht nach sind viele Spieler bereits auf Patches, Updates und zusätzliche Inhalte am Erscheinungstag angewiesen. Dennoch räumt er ein, dass der Wegfall physischer Medien den Tausch und das Teilen von Spielen erschweren würde – insbesondere für Sammler.

In einem Interview mit GamerBraves, in dem es um Sonys Entscheidung ging, die Produktion physischer Datenträger einzustellen, erklärte Yoshida, er verstehe nicht, warum der Wechsel von physischen zu digitalen Medien „ein so großes Problem“ sei. Er bezeichnete sich selbst zudem als überzeugten Nutzer digitaler Spiele.

Keine finanziellen Auswirkungen durch Kundenempörung bei PlayStation erwartet

In einem Beitrag im PlayStation-Blog stellte Sony den Übergang zu digitalen Spielen als Möglichkeit dar, die Präferenzen der Verbraucher besser zu berücksichtigen. Finanzvorstand Lin Tao erklärte Investoren zudem während einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen im August, dass das Unternehmen trotz der heftigen Reaktionen und Einwände aus der Gaming-Community keine negativen Auswirkungen auf das Geschäft erwarte.

Unterdessen stellte die Archivierungsdatenbank DoesItPlay, die rund 3.527 physische Veröffentlichungen offline getestet hat, fest, dass 73 % dieser Spiele überhaupt keinen Download benötigen.

Yoshida verließ Sony Anfang 2025 und wurde vor seinem Ausscheiden nicht zu den Plänen konsultiert. Seine Einschätzung ist daher eher als die eines Außenstehenden zu verstehen und nicht als offizielle Position von PlayStation. Im Interview erklärte er gegenüber GamerBraves, dass er nichts von den bevorstehenden Plänen gewusst habe, und präsentierte sich damit als Gegenpol zur hitzigen Debatte über die Zukunft physischer Medien.

Ein „rein digitaler“ Konsument

Yoshida erklärte: „Ich bin ein absoluter Digitalkonsument. Ich will keine Discs verwalten oder wechseln. Ich möchte alle meine Spiele auf meinem Dashboard haben, sie einfach auswählen und spielen. Ich bin also komplett digital.“

Stattdessen navigiert Yoshida lieber über das Konsolen-Dashboard und wählt ein Spiel aus, anstatt eine Sammlung physischer PlayStation-Discs zu besitzen. Dabei handelt es sich jedoch um die persönlichen Gewohnheiten und Prioritäten einer einzelnen Person, die nicht unbedingt die breitere Gaming-Community widerspiegeln.

Zudem wies Yoshida darauf hin, dass viele physische Spiele ohnehin Day-One-Patches oder nach dem Verkaufsstart zusätzliche Downloads benötigen. Der Wegfall der physischen Disc würde daher seiner Ansicht nach für viele Spieler keinen großen Unterschied machen.

Weiter führte Yoshida aus:

„Selbst bei physischen Disc-Spielen aktualisieren und erweitern die Entwickler in den meisten Fällen ständig die Spieldaten. Jeder, der eine physische Version kauft, muss trotzdem neue Patches, DLCs oder Updates herunterladen. Daher verstehe ich nicht, warum der Verzicht auf eine Disc so ein großes Problem sein soll.“

Die Datenbank „DoesItPlay“ hat jedoch bereits gezeigt, dass 73 % der getesteten physischen Spiele offline, also ohne Downloads oder Internetverbindung, gespielt werden können. Darüber hinaus lassen sich 94 % der Spiele zumindest in irgendeiner Form offline starten und ausführen.

Allerdings steht Yoshida der Umstellung auf digitale Spiele nicht uneingeschränkt positiv gegenüber. In einem Gespräch mit GamerBraves erklärte er, dass eine rein digitale Spielewelt den Kauf und Verkauf gebrauchter Spiele erschweren würde, wodurch ein wichtiger Teil der physischen Videospielindustrie verloren ginge. Insbesondere für Sammler könnte der Wegfall physischer Spiele problematisch sein. Yoshida erklärte:

„Es wäre schade, wenn es keine physischen Spiele mehr zum Sammeln gäbe. Für diejenigen, die Spiele kaufen oder verkaufen, könnte der Mangel an Discs zu einem Problem werden.“

Die PlayStation 5 Disc Edition ist weiterhin auf Amazon erhältlich.

Google LogoAls bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mail Logo
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-08 > Ex-PlayStation-Chef sieht Ende der Discs gelassen – warnt jedoch Sammler
Autor: Rahim Amir Noorali, 19.08.2026 (Update: 19.08.2026)