
Powerstation-Kraftpaket mit 3,6 kW und 3 kWh: Anker Solix F3000 im Praxis-Test
Schwergewicht.
Die Anker Solix F3000 ist mit 3.072 Wh Kapazität (erweiterbar bis 12 kWh) und 3.600 W Leistung ein echtes Kraftpaket. Im Test hat die Powerstation mit ihrer Stärke gepunktet, muss sich aber auch den einen oder anderen kleinen Kritikpunkt gefallen lassen.Marcus Schwarten, ✓ Andrea Grüblinger Veröffentlicht am 🇺🇸 🇫🇷 ...
Anker Solix F3000 Testfazit: Stark, groß, schwer
Die Anker Solix F3000 ist eine massive Powerstation. Im Gegensatz zur C-Serie ist diese vor allem für den Einsatz zuhause geeignet, um sich beispielsweise für einen Stromausfall zu wappnen. Auch mobil beim Campen und Co ist sie einsetzbar, mit ihren gut 40 kg trotz Trolley-Funktion aber alles andere als ein Leichtgewicht und somit nicht so einfach zu transportieren.
Hinsichtlich der Leistung ist die F3000 über nahezu jeden Zweifel erhaben und hat ihre versprochene Performance im Test unter Beweis gestellt. Sie bietet viele verschiedene Ein- und Ausgänge und kann so nicht nur viele Geräte versorgen, sondern auch vielfältig und schnell geladen werden. Einzig bei der Effizienz im niedrigen AC-Bereich gibt es kleine Kritikpunkte.
Die unverbindliche Preisempfehlung von knapp 3.000 Euro scheint für unseren Geschmack im Vergleich zum Wettbewerb etwas hoch. Für die derzeit üblichen unter 2.000 Euro Marktpreis ist die Anker Solix F3000 aber eine beeindruckende Energiequelle, die vor allem stationär ihre Stärken ausspielt.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für die Anker Solix F3000 beträgt 2.999 Euro. Sie ist allerdings bereits für deutlich weniger erhältlich, z. B. direkt beim Hersteller sowie bei Amazon.
Bei Anker Solix steht derzeit bei den Powerstations vieles unter dem Motto "Gen 2". Nach der C1000 Gen 2 (ca. 700 Euro bei Amazon) steht in Kürze der Launch der C2000 Gen 2 bevor. Ebenfalls noch recht neu, aber keine überarbeitete zweite Generation, ist die Anker Solix F3000. Wir haben das Powerstation-Schwergewicht ausprobiert und schildern unsere Erfahrungen in unserem Anker Solix F3000 Test.
Datenblatt Anker Solix F3000
| Eigenschaft/Model | Anker Solix F3000 |
| Kapazität | 3.072 Wh |
| erweiterbar | ja (max. 12 kWh) |
| Dauer-/Spitzenleistung | 3.600 W |
| Ausgänge | 4xAC, 2xUSB-C, 2xUSB-A, 1xKfz, 1x Anderson DC |
| Eingänge | 1xAC, 3xDC (1xXT60) |
| Ladeleistung AC | 2.9900 W |
| Ladeleistung DC (Solar) | 2.400 W |
| Licht | ja |
| App | ja |
| Gewicht | 41,5 kg |
| Abmessungen | 65,1 x 30,0 x 37,7 cm |
| UVP | 2.999 Euro |
| erhältlich bei | Amazon |
Ausstattung: Kraftpaket auf zwei Rädern
Die neue Anker Solix F3000 positioniert sich zwischen den beiden nicht mehr vertriebenen Modellen F3800 und F2000 (2022 als PowerHouse 767 auf den Markt gekommen, Vorgänger der neuen C2000 Gen 2). Sie zählt zur Flex-Serie, die sich über den kompakteren Modellen der C-Serie positioniert und vor allem für die Notstromversorgung gedacht ist. Die F3000 präsentiert sich im Quer-Design der F2000, also nicht im etwas unhandlichen Hochformat der F3800.
Neben den Transporthilfen in Form von zwei starren Griffen, einem Teleskopgriff und zwei Rädern gibt es in der F3000 weiterhin eine LED-Leuchte, die quer über dem LCD-Bildschirm sitzt. Das sei aber nur am Rande erwähnt, denn noch entscheidender sind natürlich die Leistungsdaten. 3.600 W Ausgangsleistung stehen hier auf dem Papier und hat die Anker Solix F3000 im Test auch erfolgreich nachgewiesen. Das langt um nahezu alle Geräte in einem Haushalt zu versorgen (wenn auch nicht zwingend allesamt zeitgleich) sowie um beispielsweise im Garten Werkzeuge zu betreiben.
Für die 230-V-Versorgung stehen nicht nur drei AC-Steckdosen, sondern auch ein CEE-Anschluss (beispielsweise für die Landstromversorgung von Wohnmobilen) zur Verfügung. Dazu kommen je zweimal USB-C (max. 100 W) und USB-A (max. 12 W) sowie die übliche 12-V-Kfz-Steckdose.
Auf der Eingangsseite bietet die Anker Solix F3000 noch mehr Möglichkeiten als ihre kleinen Geschwister der C-Serie. Statt eines Kaltgerätesteckers setzt man hier auf eine eigene Steckverbindung, über die an einer Steckdose bis zu 2.990 W und über eine EV-Ladestation sogar maximal 3.600 W fließen können.
Zudem kann die Powerstation über zwei Anschlüsse für Solarpanels mit bis zu 2.400 W kostenlos per Sonnenenergie versorgt werden. Hier steht neben einem XT60-Port mit 800 W ein weiterer Eingang mit eigenem Stecker und 1.600 W parat. Ein Adapter-Kabel auf MC4 liegt bei. Man ist hier aber auf offizielles Anker-Zubehör angewiesen, genauso wie beim beiliegenden AC-Ladekabel. Über das Lichtmaschinenladegerät von Anker Solix (279 Euro bei Saturn) sind bis zu 800 W möglich, um den Solargenerator während der Fahrt zu laden.
App: Per Bluetooth oder WLAN
Wie auch alle anderen Powerstations von Anker Solix bietet natürlich auch die F3000 eine App-Anbindung. Da wir über die Möglichkeiten schon häufiger in früheren Tests vorgestellt haben, wollen wir an dieser Stelle nur kurz darauf eingehen.
Der Verbindungsaufbau erfolgt via Bluetooth, wobei optional auch eine WLAN-Verbindung möglich ist. Anschließend lassen sich über die Anker App für iOS und Android nicht nur die aktuellen Werte für Akkustand sowie Leistungsaufnahme und -abgabe einsehen. Auch das Aktivieren und Deaktivieren der einzelnen Anschluss-Reihen ist möglich.
Die LED-Lichtleiste kann ebenfalls über die App ein- und ausgeschaltet sowie in drei Helligkeitsstufen gedimmt werden. Dazu runden verschiedene Einstellungsmöglichkeiten rund um das Laden und Entladen sowie das Display und Firmware-Updates die Anker Solix App ab.
Einen Modus zum automatischen Anpassen der Ladezeiten, wie es die kleine Anker Solix C1000 Gen 2 (TOU-Modus) für das Zusammenspiel mit dynamischen Stromtarifen bietet, haben wir bei der F3000 leider nicht vorgefunden - obwohl dies hier noch viel besser passen würde. Immerhin: Die maximale Ladeleistung lässt sich über die App in 100-W-Schritten festlegen. So kann beispielsweise der Ladevorgang zumindest etwas auf den Überschuss einer PV-Anlage abgestimmt werden. Hier wäre im Zusammenspiel mit einer Anker Solix Solarbank und Co. aber noch Luft nach oben.
Praxis: Starkes Powerstation-Schwergewicht
An ihrer Leistung lässt die Anker Solix F3000 im Test keine Zweifel aufkommen und hat diese erfolgreich nachgewiesen. Mit ihren 3.600 W Dauerleistung trotzt sie den meisten Anforderungen an eine Powerstation. Das gilt auch für ihre Kapazität. Die integrierten 3 kWh lassen sich bei Bedarf mit drei Erweiterungsakkus auf bis zu 12 kWh erweitern. Dann ist das Teil aber erst recht nicht mehr für den mobilen Einsatz gedacht, sondern als Notstromversorgung zuhause.
Mit 41,5 kg ist alleine der Solargenerator ein Schwergewicht. Damit wiegt die F3000 mehr als doppelt so viel wie die C2000 Gen 2, bietet aber mit 3.072 Wh "nur" 1,5-mal so viel Kapazität. Sie ist zudem schwerer als manch andere 3-kWh-Powerstation auf dem Markt und wiegt so viel wie einige 4-kWh-Modelle anderer Hersteller, auch wenn diese nicht zwingend so umfangreich und stark ausgestattet sind.
Die F3000 mal eben ins Auto verladen, um sie beispielsweise mit zum Camping zu nehmen, ist eine echte Kraftanstrengung. Ebenerdig lässt sie sich dank ausziehbarem Griff und zwei robuster Räder hingegen gut bewegen, auch wenn auch hier etwas Krafteinsatz unausweichlich ist. Am Ende gilt es bei der Kaufentscheidung abzuwägen was wichtiger ist: geringeres Gewicht oder mehr Leistung/Ausstattung.
Positiv ist im Test der Anker Solix F3000 der leise Betrieb aufgefallen. Selbst mit gut 3.000 W AC-Abgabe arbeitet die Powerstation sehr leise. Sie hat nur gelegentlich etwas gerauscht, blieb aber mit rund 35 dB (gemessen aus 1 m Entfernung) angenehm im Hintergrund. Zudem ist die USV-Funktion für unterbrechungsfreie Stromversorgung bei Bedarf reaktionsschnell eingeschritten.
Nicht zu 100 Prozent überzeugt hat das Kraftpaket von Anker Solix hingegen bei der Effizienz - zumindest im unteren Lastbereich. Bei konstanter Entnahme von gut 200 W Wechselstrom waren im Test von der Kapazität in Höhe von 3.072 Wh ca. 2.500 Wh abrufbar, sprich gut 81 Prozent. Das ist für geringe Last ein solider, aber kein guter Wert. Hier haben sich andere Powerstations im Test schon ergiebiger gezeigt, beispielsweise zuletzt die (allerdings etwas schwächere) Aferiy P280. Je höher die Beanspruchung, desto effizienter arbeitet der Wechselrichter aber in der Praxis. So konnten wir bei 1.800 W Dauerlast fast 2.800 Wh entnehmen, was sehr guten 91 Prozent entspricht.
Gut ist auch der Wert beim AC-Laden ausgefallen, das dank bis zu 2.992 W Ladegeschwindigkeit nur 1:20 Stunden gedauert hat. Hier wurden laut unseren Messungen 3.480 Wh verbraucht, um den Akku komplett zu laden. Somit sind gut 88 Prozent der eingesetzten Energie in den Batterien angekommen. Der Rest sind Umwandlungsverluste von Wechsel- auf Gleichstrom. Die beachtliche DC-Lademöglichkeit über Solarpanels ließ sich im Hamburger Winter leider nur im Ansatz, aber nicht mit voller Leistung testen.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.























