Fazit zu den CMF Clip Pro
Die CMF Clip Pro überzeugen vor allem mit hohem Tragekomfort, sicherem Sitz und einem für Open-Ears erstaunlich druckvollen Klang. Dazu gibt es mit LDAC, Multipoint und der umfangreichen Nothing-X-App eine gute Ausstattung. Das Smart Dial am Ladecase ist mehr als eine Spielerei und kann sich insbesondere am Schreibtisch als praktische Ergänzung erweisen.
Ganz ohne Schwächen bleiben die Clip Pro aber nicht. Bei hoher Lautstärke verliert der Klang an Sauberkeit, Telefonate wirken etwas hart und metallisch und mit rund acht Stunden bleibt die von uns gemessene Akkulaufzeit hinter der Herstellerangabe zurück. Wer einen bequemen Open-Ear-Kopfhörer mit guter Ausstattung und offenem, kräftigem Klang sucht, bekommt mit den Clip Pro dennoch ein gelungenes Gesamtpaket.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Spezifikationen: CMF Clip Pro
| Trageweise | Open-Ear |
| Konnektivität | Bluetooth 5.4 (Multipoint) |
| Mikrofone | je Ohrhörer zwei Mikrofone |
| Lautsprecher | 10,8 mm dynamischer Treiber, 20 - 40.000 Hz |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, LDAC |
| Akkuleistung | 60 mAh (je Ohrhörer), 475 mAh / 1,805 Wh (Ladeetui) |
| Ladeanschluss | USB-C |
| kabelloses Laden | nicht unterstützt |
| Gewicht | 5,92 g (je Ohrhörer), 38,81 g (Ladeetui) |
| Firmware-Version | 1.0.1.79 |
| Lieferumfang | Kopfhörer, Ladeetui |
| Preis (UVP) | 80 Euro |
Open-Ear-Kopfhörer gibt es inzwischen reichlich. Mit den Clip Pro steigt nun auch CMF in den Ring. Dabei setzt die Nothing-Tochter nicht nur auf einen offenen Sitz am Ohr, sondern spendiert dem Ladecase einen ungewöhnlichen Drehregler. Ob der mehr als Spielerei ist und wie sich Klang, Komfort und Akkulaufzeit schlagen, zeigt unser Test.
Gehäuse und Ergonomie - Clip Pro mit leichtem Tragegefühl
Die CMF Clip Pro folgen dem typischen Clip-on-Prinzip: Statt den Gehörgang zu verschließen, klemmen sie sich mit einem flexiblen Bügel an die Ohrmuschel. Der Lautsprecher sitzt dabei vor dem Gehörgang, während das Gegenstück hinter dem Ohr für Halt sorgt. Das funktioniert angenehm unaufdringlich. Die Clip Pro sitzen sicher, ohne unangenehm zu drücken, und bleiben auch bei stärkeren Kopfbewegungen an ihrem Platz. Gleichzeitig bekommt dessen Träger von der Umgebung weiterhin viel mit.
Bei Material und Verarbeitung setzt CMF überwiegend auf Kunststoff. Besonders edel wirken die Clip Pro dadurch nicht, größere Schwächen bei der Verarbeitung fallen aber ebenfalls nicht auf. Die Ohrhörer sind sauber zusammengesetzt und mit IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Schweiß oder ein kurzer Regenschauer sollten ihnen damit nichts anhaben. Das Ladeetui ist IPX2 zertifiziert.
Nachhaltigkeit
Beim Thema Nachhaltigkeit können die CMF Clip Pro kaum punkten. Konkrete Angaben zum Anteil recycelter Materialien oder zum CO₂-Fußabdruck des Modells veröffentlicht CMF nicht. Auch die kleinen Akkus der Ohrhörer lassen sich nicht selbst austauschen, ein grundsätzliches Problem vieler True-Wireless- und Open-Ear-Kopfhörer.
Immerhin bietet CMF einen Reparaturservice an und verweist bei Defekten auf den eigenen Kundendienst. Positiv für die Lebensdauer ist zudem der IP54-Schutz der Ohrhörer gegen Staub und Spritzwasser.
Ausstattung und Bedienung - Viel drin, dreh dran
Bei der Ausstattung fahren die CMF Clip Pro ordentlich auf. Die Open-Ears funken per Bluetooth 5.4 und unterstützen neben den üblichen Codecs SBC und AAC auch LDAC für eine höhere Übertragungsqualität mit kompatiblen Android-Geräten. Praktisch ist zudem Bluetooth-Multipoint: So lassen sich beispielsweise Smartphone und Notebook gleichzeitig verbinden und ohne erneutes Koppeln abwechselnd nutzen. Auf eine Trageerkennung, die die Wiedergabe beim Abnehmen automatisch pausiert, muss allerdings verzichtet werden.
Bedient werden die Clip Pro direkt an den Ohrhörern über Druckgesten. Damit lassen sich unter anderem Wiedergabe und Anrufe steuern sowie der Sprachassistent aufrufen. Die Belegung kann in der Nothing-X-App angepasst werden. Dort stehen außerdem ein Equalizer, die Bass-Enhance-Funktion, Firmware-Updates und weitere Einstellungen bereit.
Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal sitzt jedoch am Ladecase. Über das Smart Dial lässt sich beispielsweise die Lautstärke durch Drehen verändern. Der Regler reagiert außerdem auf Drücken und kann mit weiteren Funktionen belegt werden. Das funktioniert intuitiv und ist vor allem praktisch, wenn das Case ohnehin auf dem Schreibtisch liegt. Der Smart Dial muss in der Nothing-X-App erst aktiviert werden und lässt sich dann an den eigenen Vorlieben anpassen.
Sound - CMF Clip Pro sind erstaunlich druckvoll
Klanglich präsentieren sich die CMF Clip Pro ausgewogen und für Open-Ears erstaunlich druckvoll. Stimmen stehen präsent und klar im Vordergrund, während die offene Bauweise für ein luftiges Klangbild sorgt. Im Tiefbass fehlt konstruktionsbedingt etwas Nachdruck, der Oberbass liefert aber noch ein ordentliches Fundament.
Unsere Messungen dienen hierbei als zusätzliche Orientierung und zeigen ebenfalls einen abfallenden Tiefbass sowie stärker hervortretende Mitten. Bei moderater Lautstärke spielen die Clip Pro sauber und angenehm, bei hohen Pegeln zeigen sich jedoch Grenzen: Tiefe Bässe klingen zunehmend übersteuert, bei hohen Stimmen ist mitunter ein leichtes Zittern oder Flattern zu hören.
Bei Telefonaten überzeugen die Clip Pro nur bedingt. Die Sprache bleibt zwar gut verständlich, die eigene Stimme wird für die Gegenseite jedoch recht hart und metallisch übertragen.
| Loudspeakers | |
| THD | |
| Huawei FreeClip 2 (RMS: -1.3 dBFS) | |
| CMF Clip Pro (RMS: -2.8 dBFS) | |
| Samsung Galaxy Buds3 FE (RMS: -1.0 dBFS) | |
| THD+N | |
| CMF Clip Pro (RMS: -2.8 dBFS) | |
| Huawei FreeClip 2 (RMS: -1.3 dBFS) | |
| Samsung Galaxy Buds3 FE (RMS: -1.0 dBFS) | |
* ... kleinere Werte sind besser
THD (Total Harmonic Distortion): Die harmonischen Verzerrungen beziffern die Größe der Anteile, die durch nichtlineare Verzerrungen (Oberschwingungsanteil) in Relation zum Originalsignal entstehen. THD nimmt dabei lediglich Bezug auf den Grundschwingungsanteil. Der Klirrfaktor wird häufig im gleichen Atemzug genannt, bezieht sich jedoch auf das Gesamtsignal.
THD+N (Total Harmonic Distortion + Noise): Dieser Wert ist vergleichbar mit THD, jedoch wird zusätzlich zu den Störleistungen der Oberschwingen die des Rauschens als Effektivwert erfasst.
Für die Messung wird über den zu testenden Kopfhörer ein oberwellenarmes Sinussignal (1 kHz, > 0 dB) wiedergegeben, welches von einem linearen Messmikrofon (Messabstand: ca. 1 cm) in einem Kunstkopf erfasst wird.
Beide Werte werden in Prozent angegeben. Je geringer der Wert ist, umso besser ist die Signaltreue.
CMF Clip Pro Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (89.5 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(±) | abgesenkter Bass - 5.2% geringer als der Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (3.2% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(+) | ausgeglichene Mitten, vom Median nur 3.7% abweichend
(+) | lineare Mitten (2.8% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(+) | ausgeglichene Hochtöne, vom Median nur 3.5% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (4% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(+) | hörbarer Bereich ist sehr linear (9.7% Abstand zum Median
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 4% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 1% vergleichbar, 95% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 4% aller getesteten Geräte waren besser, 1% vergleichbar, 95% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Huawei FreeClip 2 Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (96.9 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(±) | abgesenkter Bass - 5.3% geringer als der Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (3% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(+) | ausgeglichene Mitten, vom Median nur 4% abweichend
(+) | lineare Mitten (2.3% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(+) | ausgeglichene Hochtöne, vom Median nur 2.7% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (2.3% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(+) | hörbarer Bereich ist sehr linear (10% Abstand zum Median
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 4% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 1% vergleichbar, 94% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 4% aller getesteten Geräte waren besser, 1% vergleichbar, 94% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Akkulaufzeiten - 60 mAh für jedes Ohr
CMF verspricht für die Clip Pro bis zu zehn Stunden Wiedergabe mit einer Ladung und insgesamt bis zu 40 Stunden inklusive Ladecase. In unserem Praxistest kamen wir mit dem AAC-Codec auf rund acht Stunden Laufzeit. Die Herstellerangabe erreichen die Open-Ears damit zwar nicht ganz, für einen langen Arbeitstag reicht eine Ladung aber in der Regel aus.
Wie üblich kann die tatsächliche Laufzeit je nach Lautstärke und Nutzung variieren.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
So testet Notebookcheck
Pro Jahr werden von Notebookcheck hunderte Laptops und Smartphones unabhängig in von uns standardisierten technischen Verfahren getestet, um eine Vergleichbarkeit aller Testergebnisse zu gewährleisten. Seit rund 20 Jahren entwickeln wir diese Testmethoden kontinuierlich weiter und setzen damit Branchenstandards. In unseren Testlaboren kommt ausschließlich hochwertiges Messequipment in die Hände erfahrener Techniker und Redakteure. Die Tests unterliegen einer mehrstufigen Kontrolle. Unsere komplexe Gesamtbewertung basiert auf hunderten fundierten Messergebnissen und Benchmarks, womit Ihnen Objektivität garantiert ist. Weitere Informationen zu unseren Testmethoden gibt es hier.















