Fazit zum RingConn Gen 3
Der RingConn Gen 3 etabliert sich im Test als starke, abofreie Alternative zu Schwergewichten wie Oura oder Samsung. Seine größten Pluspunkte sind die überragende Akkulaufzeit von bis zu zwei Wochen, das praktische Powerbank-Ladecase sowie das unaufdringliche 24/7-Gesundheitstracking. Vitaldaten wie Ruheherzfrequenz, HFV und Schlafphasen erfasst das leichtbauende Wearable verlässlich. Der neu integrierte Vibrationsmotor bietet einen dezenten Mehrwert, bleibt mangels Benachrichtigungs- oder Weckfunktion jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Schwächen zeigen sich im Detail. Das Gehäuse ist auf 2,3 Millimeter angewachsen und neigt bei Schweißbildung leicht zum Rutschen. Zudem treten vereinzelt Messausreißer beim Blutsauerstoff auf, die vermutlich auf nächtliches Verrutschen oder Bewegung während automatischer Messungen zurückzuführen sind. Die Blutdruckanalyse liefert lediglich relative Trends nach manueller Kalibrierung und setzt eine Manschette zum Kalibrieren voraus. Für den aktiven Sport eignet sich der Ring mangels eigenem GPS und trägerer Pulserfassung unter Belastung nur bedingt. Zudem ist das Gerät fertigungsbedingt unreparierbar.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Der RingConn Gen 3 ist direkt auf der RingConn-Webseite erhältlich, aber auch bei Händlern wie Amazon oder ComputerUniverse.
Inhaltsverzeichnis
- Fazit zum RingConn Gen 3
- Gehäuse und Ausstattung - RingConn Gen 3 ist bis 100m wasserdicht
- Einrichtung und Bedienung - Vibrationen nur für Gesundheitsmeldungen
- Gesundheit und Fitness - RingConn Gen 3 als Gesundheitsassistent
- Akkulaufzeit - RingConn Gen 3 hält lange durch
- Mögliche Alternativen im Vergleich
Smart Rings haben sich als dezente Alternative zur Smartwatch etabliert. Sie fokussieren sich primär auf lückenloses Gesundheitstracking, Erholung und Schlaf. Mit dem RingConn Gen 3 drängt eine neue Modellgeneration auf den Markt, die das bewährte Konzept um haptisches Feedback und erweiterte Gefäßanalysen ergänzen möchte.
Der Markt wird jedoch von starker Konkurrenz dominiert. Als unangefochtener Platzhirsch gilt der Oura Ring, der extrem präzise Schlaf-Analysen bietet, dafür aber ein monatliches Abonnement verlangt. Im Android-Lager buhlt der Samsung Galaxy Ring um Käufer: Er punktet mit nahtloser Einbindung ins eigene Ökosystem und kommt ohne Abo-Gebühren aus, schließt iOS-Nutzer jedoch komplett aus. Als weiterer Rivale schickt Amazfit den Helio Ring ins Rennen.
Unser Test zeigt, wie sich der RingConn Gen 3 im Vergleich mit dieser namhaften Konkurrenz behauptet und ob er den Markt ganz ohne Abo-Zwang aufmischen kann.
Gehäuse und Ausstattung - RingConn Gen 3 ist bis 100m wasserdicht
Der RingConn Gen 3 bietet auf dem Papier viel Innovation, fordert in der Praxis bei Ausstattung und Verarbeitung aber auch Kompromisse ein. Ein genauer Blick auf die Hardware zeigt, wo der Ring im Alltag überzeugt und wo er an seine Grenzen stößt.
Beim Tragegefühl fordert die verbesserte Technik ihren Preis. Um das neue Vibrationsmodul und einen größeren Akku unterzubringen, wuchs die Bauhöhe von 2,0 mm auf 2,3 mm. Das klingt vernachlässigbar, macht sich an schmaleren Fingern oder beim festen Zupacken, etwa beim Hanteltraining oder Tragen von Einkäufen, jedoch spürbar bemerkbar. Die Verarbeitung mit Titanium-Gehäuse und feuchtigkeitsbeständigem Harz auf der Innenseite ist zwar sehr gut und mutet hochwertig an, neigt bei Schweißbildung aber zum Rutschen, was die Sensoren aus dem Idealwinkel bringen kann.
Bei der Ausstattung sticht das durchdachte Ladecase positiv heraus, das als Powerbank für lange Unabhängigkeit sorgt. Der integrierte Vibrationsmotor ist eine sinnvolle Neuerung, lässt jedoch Potenzial liegen: Er beschränkt sich auf Inaktivitäts- und Gesundheits-Benachrichtigungen. Smartphone-Benachrichtigungen für Anrufe oder Nachrichten spiegelt er nicht, und auch eine Ortungsfunktion per Vibration fehlt, um einen verlegten Ring im Raum wiederzufinden.
Der RingConn Gen 3 ist in den Farbvarianten „Zukunftssilber“ (unser Testgerät, Größe 12), „Königsgold“, „Matt-Schwarz“, „Gebürstetes Silber“ und „Gebürstetes Roségold“ erhältlich. Der Ring steht in zehn Größen (6 bis 15) zur Wahl, wobei sich auch die Akkugrößen (Größen 6 - 7: 13 mAh, Größen 8 - 11: 15 mAh, Größen 12 - 15: 16,5 mAh) unterscheiden. Das Gewicht beläuft sich auf 2,5 bis 3,5 Gramm.
Nachhaltigkeit
In puncto Nachhaltigkeit zeigt der RingConn Gen 3 Licht und Schatten. Positiv sind die umweltschonende PVD-Beschichtung des Titan-Gehäuses und der Verzicht von offensichtlichen Kunststoffen bei der Verpackung.
Wie fast alle Smart Rings ist das Gerät jedoch vollkommen im Gehäuse versiegelt und somit unreparierbar. Bei einem Akku- oder Sensordefekt entsteht unvermeidbar Elektroschrott, da das Recycling durch die Verklebung von Harz, Elektronik und Metall erschwert wird.
Einrichtung und Bedienung - Vibrationen nur für Gesundheitsmeldungen
Die Ersteinrichtung des RingConn Gen 3 gelingt unproblematisch und schnell: Nach dem Koppeln per Bluetooth führt die übersichtliche Begleit-App intuitiv durch den Prozess. Die Anwendung bereitet Gesundheits- und Schlafdaten optisch ansprechend auf, ohne den Nutzer mit komplizierten Menüs zu erschlagen. Ein großer Pluspunkt im Alltag ist der Verzicht auf Abogebühren, sämtliche Auswertungen stehen von Beginn an uneingeschränkt zur Verfügung.
Die Steuerung im Alltag erfolgt weitgehend passiv, da der Ring ohne Touch-Oberfläche auskommt. Ein Novum ist der integrierte Vibrationsmotor, der bei Inaktivität oder Auffälligkeiten der Vitalwerte dezent haptisches Feedback gibt. Allerdings bleibt das System hier auf halber Strecke stehen: Smartphone-Benachrichtigungen für Anrufe oder Nachrichten spiegelt die Vibration nicht. Dies ist wahrscheinlich aufgrund eines potenziell hohen Akkuverbrauchs nicht möglich, wäre optional aber dennoch wünschenswert.
Gesundheit und Fitness - RingConn Gen 3 als Gesundheitsassistent
Der RingConn Gen 3 spielt seine Stärken vor allem beim passiven 24/7-Gesundheitstracking aus. Die Analyse von Schlaf, Ruheherzfrequenz, Blutsauerstoff und Schlafapnoe-Risiken liefert präzise Ergebnisse auf Smartwatch-Niveau. Ergänzt wird dies durch Trends zur Gefäßgesundheit. Allerdings setzt diese Funktion die regelmäßige manuelle Eingabe externer Blutdruckwerte voraus, um relative Veränderungen schätzen zu können. Eine eigenständige Blutdruckmessung ersetzt der Ring nicht.
Als Sport-Tracker zeigt das Wearable Grenzen. Grundlegende Aktivitäten, Schritte und der Kalorienverbrauch werden erfasst, doch mangels eigenem GNSS und aufgrund einer sehr überschaubaren Auswahl an Sportmodi eignet sich der Ring kaum für ambitioniertes Workout-Tracking. Auch die Erfassung der Hauttemperatur beschränkt sich weitgehend auf die Nachtstunden. Wer ein unaufdringliches Analyse-Tool für Erholung und Ruhedaten sucht, wird bestens bedient, für Sportler ist der Ring jedoch eher eine Ergänzung.
Herzfrequenz, Herzrhythmus und Blutsauerstoffsättigung
Da der RingConn Gen 3 keine Satellitenortung besitzt, muss bei einem Training das gekoppelte Smartphone mitgeführt werden. Messungen zum Puls, Blutsauerstoff und Blutdruck lassen sich manuell in der App anstoßen, werden aber auch im Hintergrund ausgeführt. Wie die Messungen einzuordnen sind, erläutern wir in diesem Artikel.
Die Pulsmessung haben wir mit dem Brustgurt Polar H10 vergleichen. Beide Geräte ermitteln einen identischen Ruhepuls und auch bei einer Fahrradfahrt liegen sie dich beieinander. Der ermittelte Spitzenpuls ist beim RingConn Gen 3 zwei Schläge geringer, der Durchschnitt jedoch um drei Schläge höher. Auch die Herzfrequenzvariabilität wird vom RingConn Gen 3 ermittelt.
Die Blutsauerstoffmessung vergleichen wir mit einem Braun Pulsoximeter 1. Bei zwei Testmessungen sind diese identisch, lediglich die dritte liegt fünf Prozentpunkte auseinander. Die Messung ist also durchaus genau, jedoch stellen wir auch im Alltag immer wieder mal Ausreißer nach unten fest, gerne auch nachts. Wahrscheinlich ist es darauf zurückzuführen, dass der Ring zwischenzeitlich verrutscht oder während der automatischen Messung eine Bewegung stattfindet.
Die Hauttemperatur wird ebenfalls erfasst und ist vor allem für die Frauengesundheit von Bedeutung, denn RingConn will mit dem Ring den Zeitpunkt der Menstruation, der Follikelphase, des Eisprungs und der Lutealphase voraussagen können.
Auch der Blutdruck wird über die optischen Sensoren, nach vorheriger Kalibrierung mit einer optionalen Oberarmmanschette, geschätzt. Ähnlich wie beim Hilo Band oder den Galaxy Watches. Unmittelbar nach der Kalibrierung sind die Werte des Rings recht genau, liegen aber etwas niedriger (etwa 4 - 6 mmHg) als bei unserem Referenzgerät, dem Braun ExacFit 5 Connect. Eine wirkliche Messung, wie beispielsweise bei einer Huawei Watch D2, findet hier also nicht statt. Entsprechend sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu bewerten. Im Zweifelsfall sollte besser mit einem echten Medizinprodukt gemessen oder die Werte von einem Arzt verifiziert werden. Nutzlos ist die Funktion deswegen aber nicht, denn der Blutdruck wird hier 24/7 fortlaufend ermittelt und erlaubt so das Erkennen von Trends, über welche der Ring dann auch Auskunft gibt.
Schlaf-Tracking
Beim Schlaftracking zeigt der RingConn Gen 3 seine stärksten Ansätze, fordert im Alltag aber auch ein gewisses Maß an Nachsicht. Der größte Vorteil gegenüber einer klassischen Smartwatch bleibt der Formfaktor: Nachts stört kein leuchtendes Display und die Messung von Ruheherzfrequenz, Herzfrequenzvariabilität (HFV) sowie Phasenaufteilung verläuft unauffällig im Hintergrund.
Die optischen Sensoren erfassen die Sättigung des Blutsauerstoffs und nutzen diese Daten für ein potenzielles Screening von Atemaussetzern. Auch hier machen sich vereinzelte Ausreißer bei der Messiung bemerkbar, denn dies wird dann auch auf die Apnoe-Erkennung angewandt und führt dann zu falschen Ergebnissen. Die Erkennung der Schlafphase ist also solche gut und recht präzise, kurze Nickerchen am Nachmittag werden in der Praxis jedoch gelegentlich übersehen. Im Test werden in manchen Nächten auch mehr Wachphasen erkannt, als es tatsächlich gab.
Das integrierte Vibrationsmodul setzt einen interessanten Akzent, indem es bei starkem Abfall der Sauerstoffsättigung stumm warnen kann. Doch wie sensibel dieses eher schwache Feedback im Tiefschlaf wahrgenommen wird, hängt stark vom individuellen Schlafverhalten ab.
Der RingConn Gen 3 liefert somit eine solide, visuell gut aufbereitete Datengrundlage zur nächtlichen Regeneration.
Trainingsaufzeichnung
Bei der aktiven Trainingsaufzeichnung zeigt der RingConn Gen 3 die bauartbedingten Grenzen eines Smart Rings. Er versteht sich nicht als präzise Sportuhr, sondern als unaufdringlicher Tracker für Bewegungsmuster im Alltag.
Über die App stehen nur wenige dedizierte Sportmodi (wie Laufen, Radfahren, Indoor-Rudern, Yoga oder Wandern) zur Auswahl. Wer Einheiten manuell über das Smartphone startet, kann Distanzen und Routen exakt aufzuzeichnen, da das Smartphone dann die Positionsbestimmung übernimmt, der Ring selbst besitzt kein eigenes GNSS-Modul. Positiv fällt die automatische Aktivitätserkennung auf, die einfache Einheiten wie Spaziergänge nach etwa zehn Minuten selbstständig erfasst.
Neben dem Aufzeichnen von Puls und Schrittzahlen, ermittelt der Ring auch die dabei verbrauchten Kalorien.
Akkulaufzeit - RingConn Gen 3 hält lange durch

Die Akkulaufzeit gehört zu den größten Stärken des RingConn Gen 3. Wo viele Konkurrenzmodelle bereits nach vier bis sechs Tagen an die Steckdose müssen, hält der RingConn Gen 3 unter realen Bedingungen etwa 11 bis 14 Tage durch. Selbst bei durchgehend aktivierter 24/7-Messung von Herzfrequenz, Blutsauerstoff und Hauttemperatur sowie gelegentlichen Trainingsaufzeichnungen ist eine volle Ladung im Test erst nach elf Tagen aufgebraucht.
Das mitgelieferte Ladecase unterstreicht den Fokus auf maximale Unabhängigkeit. Es dient nicht nur als Aufbewahrung, sondern fungiert dank integriertem Akku als mobile Powerbank, die den Ring unterwegs mehrfach komplett auflädt. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die Ladezeit des Rings selbst: Für einen vollständigen Ladevorgang im Case benötigt das Wearable gut 90 Minuten.
Mögliche Alternativen im Vergleich
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
So testet Notebookcheck
Pro Jahr werden von Notebookcheck hunderte Laptops und Smartphones unabhängig in von uns standardisierten technischen Verfahren getestet, um eine Vergleichbarkeit aller Testergebnisse zu gewährleisten. Seit rund 20 Jahren entwickeln wir diese Testmethoden kontinuierlich weiter und setzen damit Branchenstandards. In unseren Testlaboren kommt ausschließlich hochwertiges Messequipment in die Hände erfahrener Techniker und Redakteure. Die Tests unterliegen einer mehrstufigen Kontrolle. Unsere komplexe Gesamtbewertung basiert auf hunderten fundierten Messergebnissen und Benchmarks, womit Ihnen Objektivität garantiert ist. Weitere Informationen zu unseren Testmethoden gibt es hier.


























