Rivian R1T/R1S: Elektrischer Pickup-Truck und SUV bekommt neue Modellvarianten

Rivian erfüllt mit seinen neuesten Elektro-Pickups und -SUVs mehrere lange geäußerte Wünsche, darunter Einzelsitze in der zweiten Reihe. Der Hersteller hat den R1T und R1S für das Modelljahr 2027 für den US-Markt angekündigt.
Die Bezeichnungen der Ausstattungslinien richten sich nicht mehr nach der Anzahl der Motoren. Statt Dual und Tri bietet Rivian nun die Varianten Premium, Performance und Quad an, während der R1S künftig sechs Sitzplätze besitzt. Die Modelle sind am 13. August vorgestellt worden und können seit demselben Tag bestellt werden.
Der Quad-Antrieb arbeitet weiterhin mit vier Motoren, die zusammen 1.039 PS und 1.624 Nm entwickeln. Die Performance-Ausführung mit drei Motoren erreicht 862 PS und 1.496 Nm. Das Einstiegsmodell Premium verfügt über zwei Motoren mit insgesamt 540 PS und 827 Nm.
Einzelsitze für die zweite Reihe
Erstmals ist der Rivian R1S mit zwei Einzelsitzen in der zweiten Reihe erhältlich. Bei den Varianten Performance und Quad beträgt der Aufpreis jeweils umgerechnet 1.320 Euro. Käufer des R1S Premium müssen dagegen rund 3.520 Euro zusätzlich bezahlen, da neben den 1.320 Euro teuren Sitzen auch das Paket Sound + Vision erforderlich ist. Für den R1T wird die häufig gewünschte Sitzkonfiguration nicht angeboten.
Bis zur Einführung der Einzelsitze sind mehrere Jahre vergangen. Das ist insofern bemerkenswert, als Rivian den Komfort und die Vielseitigkeit seiner Fahrzeuge seit Langem hervorhebt.
Die neue Struktur der Ausstattungslinien beschreibt Rivian als veränderten Schwerpunkt bei der Konfiguration. Statt der Frage "Wie viele Motoren?" soll nun "Wie passt das Fahrzeug zu meinem Alltag?" im Vordergrund stehen.
Antriebe und Konfigurationen bleiben gegenüber den Modellen des Jahres 2026 unverändert. Der R1S Premium mit 540 PS beschleunigt in 4,5 Sekunden von 0 auf knapp 97 km/h, der 862 PS starke Performance mit drei Motoren benötigt dafür 2,9 Sekunden. Das Spitzenmodell Quad behält seinen Namen und erreicht mit 1.039 PS sowie 1.624 Nm die gleiche Geschwindigkeit nach 2,6 Sekunden. Damit ist es geringfügig langsamer als der R1T Quad, was vor allem am höheren Gewicht, der abweichenden Aerodynamik und den zusätzlichen Einzelsitzen in der zweiten Reihe liegt.
Die Einzelsitze schaffen einen von Rivian als "praktischen Durchgang für Ausrüstung" bezeichneten Freiraum in der Mitte des Innenraums. Dadurch lassen sich lange Gegenstände wie Ski, Surfbretter und Longboards durch die Kabine schieben, ohne die Sitze der zweiten Reihe verstellen zu müssen. Beide Sitze können flach umgeklappt werden, sind beheizt und besitzen vollständige Befestigungspunkte für Kindersitze.
Uneinheitliche Aufpreise je nach Variante
Beim R1S Premium und Premium Long Range fallen die Aufpreise unterschiedlich aus. Da die Einzelsitze das Paket Sound + Vision voraussetzen, kostet die Kombination mit der Innenraumfarbe Black Mountain umgerechnet rund 3.520 Euro. Mit der Ausstattung Ocean Coast steigt der Aufpreis auf etwa 5.279 Euro.
Bei Performance und Quad gehört Sound + Vision zur Serienausstattung. Die Sitzbank bleibt bei beiden Karosserievarianten und in allen Ausstattungslinien erhältlich. Für Black Mountain Signature werden unabhängig von der Variante dennoch weitere 1.320 Euro fällig, Sky Ocean ist noch teurer.
Der R1T erhält keine Einzelsitze in der zweiten Reihe, dafür aber neue, 20 Zoll große Adventure-All-Season-Räder mit Goodyear-Reifen. Beim Premium gehören sie zur Serienausstattung, für den Performance werden sie ohne Aufpreis angeboten.
Mit dem 20-Zoll-Paket sinkt die EPA-Reichweite des Premium gegenüber den 22-Zoll-Straßenrädern um knapp 32 km. Mit den größeren Rädern werden 529 km angegeben. Die 20-Zoll-Kombination erreicht laut EPA 483 km beim Premium, 612 km beim Premium Long Range und 560 km beim Performance.
Auch die Grundpreise sind gestiegen. Der R1S startet nun bei umgerechnet 73.900 Euro, der R1T bei 70.380 Euro. Gegenüber den Modellen des Jahres 2026 entspricht das beim R1S einem Aufschlag von rund 6.160 Euro und beim R1T von etwa 7.920 Euro. Alle Preise verstehen sich exklusive Mehrwertsteuer. Bei einem eher unwahrscheinlichen Launch in Deutschland würden die Preise vermutlich sehr viel höher ausfallen. Hierzulande ist der US-Hersteller vorrangig für die elektrischen Lieferfahrzeuge des Versandriesen Amazon bekannt.







