Grafikkarten-Hersteller warnen vor Engpass: Budget-GPUs besonders stark betroffen

PCs könnten in der zweiten Jahreshälfte 2026 noch teurer werden. Zunehmende Engpässe bei Grafikkarten und anderen wichtigen Komponenten treiben die Produktionskosten in die Höhe und verlängern die Lieferzeiten.
Die in Hongkong ansässige PC Partner Group, die unter Marken wie Zotac, Inno3D und Manli Grafikkarten und andere Computerkomponenten herstellt, hat am 14. August vor einer weiteren Verschlechterung der GPU-Verfügbarkeit in den kommenden Monaten gewarnt. Besonders schwerwiegende Engpässe erwartet das Unternehmen bei Einsteiger-Grafikkarten. Dadurch könnten die durchschnittlichen Verkaufspreise steigen und selbst günstige Desktop-PCs teurer werden.
"Der PC-Markt bleibt äußerst schwierig. Erhebliche Lieferengpässe treiben die Komponentenkosten stark in die Höhe und bremsen dadurch die Nachfrage der Verbraucher", heißt es im Halbjahresbericht 2026 von PC Partner.
Das Unternehmen rechnet damit, dass steigende Preise für Grafikspeicherchips die Kosten von Grafikkarten in der zweiten Jahreshälfte 2026 "erheblich erhöhen" werden. PC Partner produziert Grafikkarten auf Basis von Nvidia-GPUs, hat jedoch keine Angaben zu den Ursachen der aktuellen Engpässe gemacht.
Medienberichten zufolge hängt die knappe Verfügbarkeit teilweise mit der wachsenden Nachfrage nach leistungsfähigen Chips und Speicher durch KI-Unternehmen zusammen, die ihre Rechenzentrumsinfrastruktur ausbauen. Die Engpässe betreffen jedoch nicht nur Grafikkarten. Laut PC Partner haben sich auch die Lieferzeiten für CPUs, Speicher und andere wichtige Komponenten "deutlich verlängert".
Die Folgen der Lieferprobleme sind im Geschäft von PC Partner bereits sichtbar. Engpässe bei GPUs und Grafikspeicher haben den Absatz der Grafikkarten aus eigenen Marken in der ersten Jahreshälfte begrenzt, während deren durchschnittlicher Verkaufspreis im Jahresvergleich um 10,7 Prozent gestiegen ist. Zudem haben die fehlenden Komponenten die Produktion der Mini-PCs und anderer Elektronikprodukte des Unternehmens beeinträchtigt.
Trotz geringerer Verkaufszahlen hat PC Partner seinen Nettogewinn dank höherer Grafikkartenpreise von 250,4 Millionen HKD auf 545,5 Millionen HKD mehr als verdoppelt. Der Umsatz ist um 1,5 Prozent auf 6,45 Milliarden HKD, also rund 722 Millionen Euro, gestiegen.
PC Partner erwartet, dass sich die Bedingungen für das klassische PC-Geschäft in der zweiten Jahreshälfte weiter verschlechtern werden, da sich die Komponentenengpässe verschärfen. Einen Teil der Schwäche will das Unternehmen durch die Auslieferung neuer GPU-Server und KI-Produkte ausgleichen, die künftig zunehmend zum Wachstum beitragen sollen.
Die angespannte Versorgungslage könnte PC-Käufer im weiteren Jahresverlauf zusätzlich belasten. Sollten sich die Engpässe bei GPUs, Grafikspeicher, CPUs und anderen Komponenten weiter verschärfen, könnten Hersteller die höheren Kosten an Verbraucher weitergeben und damit die Preise kompletter Desktop-PCs erhöhen.






