DDR4 RAM kostet jetzt 8,6-mal so viel wie vor 10 Jahren

High Bandwidth Memory (HBM), der häufig in KI-Beschleunigern eingesetzt wird, beansprucht weiterhin einen großen Teil der begrenzten Produktionskapazitäten der Hersteller. Dadurch steigen auch die Preise für herkömmlichen PC-Arbeitsspeicher. Selbst die schwache Nachfrage nach Laptops und anderen Endgeräten hat den Druck auf den Markt nicht verringert.
Laut TrendForce ist der durchschnittliche Vertragspreis eines gewöhnlichen 8GB DDR4 DRAM-Chips im August um 4,17 Prozent auf 25 Dollar gestiegen. Damit hat der Preis einen neuen Rekord erreicht und liegt etwa 8,6-mal so hoch wie im Juni 2016, als TrendForce mit der Beobachtung des Marktes begonnen hat.
Die DDR4-Preise steigen bereits seit dem Großteil des vergangenen Jahres. Von April 2025 bis Februar 2026 haben sie elf Monate in Folge zugelegt, bevor der Aufwärtstrend im April erneut eingesetzt hat. Teilweise ist DDR4 inzwischen sogar teurer als der neuere DDR5-Speicher, wodurch sich zwischen den beiden Generationen ein ungewöhnliches umgekehrtes Preisverhältnis ergeben hat.
DDR4 hat dem PC-Markt eine Zeit lang als vergleichsweise günstige Alternative gedient und den Bau erschwinglicher Systeme ermöglicht. Mainboard-Hersteller haben sogar weiterhin neue Modelle für Intels Plattform LGA 1700 und AMDs AM4-Plattform veröffentlicht. Dadurch ließen sich Systeme mit Core-Prozessoren der 14. Generation oder Ryzen-5000-Chips zusammenstellen, ohne auf DDR5 umsteigen zu müssen.
Hauptgrund für die Knappheit ist der rasante Ausbau der KI-Infrastruktur. Der in KI-Beschleunigern verwendete HBM beansprucht deutlich mehr Waferkapazität als herkömmlicher DRAM. Da Speicherhersteller zur Deckung der wachsenden Nachfrage bevorzugt HBM und Server-DRAM produzieren, stehen für konventionellen DRAM immer weniger Kapazitäten zur Verfügung. Davon sind insbesondere ältere Speichertypen betroffen.
Angesichts des schwachen PC-Marktes ist diese Entwicklung besonders bemerkenswert. TrendForce rechnet für 2026 mit einem Rückgang der weltweiten Laptop-Auslieferungen um 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch hat das Marktforschungsunternehmen seine Prognose für die Vertragspreise von PC-DRAM im dritten Quartal angehoben. Statt der zuvor erwarteten 15 bis 20 Prozent wird nun mit einem Anstieg von 18 bis 23 Prozent gerechnet.
Einige Anbieter haben ihre Preise bei den im August geschlossenen Verträgen Berichten zufolge sogar um 23 bis 28 Prozent erhöht. PC-Hersteller reagieren darauf, indem sie Speicher vorzeitig einkaufen und Vorräte für mehr als zehn Wochen anlegen. Sie befürchten, dass sich die Versorgungslage gegen Jahresende und im Verlauf des Jahres 2027 weiter verschärfen könnte.









