„Smarter“ Ring misst Glukose und Ketone nichtinvasiv

Wir müssen gleich mit einem wichtigen Hinweis starten: Das im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation vorgestellte Continuous Health Analyzing Ring Module (CHARM) ist erst einmal ein Forschungsgegenstand. Ob sich die Technik so auch in einem Endprodukt umsetzen lässt, ist damit völlig offen. Verschiedene Limitationen auf unterschiedlichen Ebenen gibt es noch, die derzeit auf rund 12 Stunden beschränkte Laufzeit ist unserer Einschätzung nach dabei noch ein eher kleiner Makel. Im Rahmen des Peer-Reviews gab es wenig überraschend auch sehr kritische Anmerkungen zur Messtechnik selbst. Beispielsweise wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das System weiter mit beziehungsweise an größeren und vielfältigeren Kohorten geprüft werden muss. Nur damit ließe sich die Tauglichkeit des Systems auch beispielsweise in verschiedenen Blutzuckerbereichen oder unterschiedlichem Hydratationsstatus belegen, eine Kalibrierung dürfte immer nötig sein. Sowohl die Anmerkungen als auch die Reaktionen von Professor Joseph Wang sind öffentlich einsehbar (PDF).
Das System ist nur 5,1 Gramm schwer und misst im Außendurchmesser 3 Zentimeter und kann 4 Biomarker fortlaufend messen. Genutzt wird nicht etwa eine optische Sensorik, deren Licht in Blutgefäße eindringt, sondern die Analyse des Schweißes. Grundsätzlich fähig soll die Sensorik zur Messung von Glukose, Ketonen (konkret Beta-Hydroxybutyrat), Ascorbinsäure (Vitamin C), Harnsäure, Laktat und Alkohol sein, allerdings ist aus gerätetechnischen Gründen - zur Vermeidung eines Spannungsabfalls - die Messung von nur vier Parametern gleichzeitig vorgesehen. Der Schweiß wird passiv und damit vereinfacht gesagt ohne eine Pumpe und mithilfe von Hydrogel gewonnen. Die Parameter werden auf elektrochemischen Wert gemessen und dann elektronisch ausgewertet.
Die Messwerte können für eine Personen- oder Patientengruppe noch einmal besonders sinnvoll sein, nämlich für Typ-I-Diabetiker. Für diese ist eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckerspiegels zentral. Die zusätzliche Ketonmessung wäre für Typ-I-Diabetiker noch einmal besonders relevant, denn damit ließe sich eine diabetische Ketoazidose möglicherweise frühzeitig erkennen.
Hinweis zum Teaser-Bild: Die Auflösung des Bildes wurde unter Nutzung von KI erheblich erhöht. Relevante Änderungen ergeben sich nicht, auf Seite 7 der Publikation (PDF) sind auch Detailaufnahmen zu finden.
Quelle(n)
Saha, T., Ding, S., Qin, S. et al. A fully integrated smart ring for daily biochemical monitoring. Nat Commun (2026)










