So wird aus Steam Machine und Steam Deck eine moderne Luxus-Wii-U

Die Wii U gilt unter den Nintendo-Konsolen als größter Misserfolg. Doch vielleicht war die Konsole mit ihrem ungewöhnlichen Zwei-Bildschirm-Konzept gar nicht schlecht, sondern einfach nur ihrer Zeit voraus. Möglicherweise hat die Reddit-Community aber auch einfach Spaß an verrückten Technikspielereien, denn aktuell wird im Steam-Machine-Subreddit darüber diskutiert, wie sich Valves Mini-PC und das Steam Deck zu einer modernen Luxus-Wii-U kombinieren lassen.
Das mag zunächst nach einem Bastelprojekt ohne großen Nutzen klingen – ähnlich wie das Triggern von Steam Deck-Spielen über Disketten –, wäre für die Wii-U-Emulation aber tatsächlich ziemlich praktisch. Viele Spiele der Nintendo-Konsole zeigen auf dem Fernseher das eigentliche Spielgeschehen, während auf dem Touchscreen des GamePads Karten, Inventare oder andere Zusatzinformationen landen. Wer solche Titel auf einem klassischen PC emuliert, muss beide Bildschirme nebeneinander auf einem Monitor darstellen oder ständig zwischen ihnen wechseln. Ein Zweitmonitor kann zwar als Ersatz für das Gamepad-Display herhalten, ein wirklich authentisches Spielgefühl kommt dabei aber kaum auf.
Technisch machbar, aber ziemlich umständlich
Die auf Reddit vorgeschlagene Lösung basiert auf dem Wii-U-Emulator Cemu. Die Steam Machine übernimmt die Rolle der eigentlichen Konsole und gibt das Spiel auf dem Fernseher aus. Das Steam Deck dient derweil als Controller und zeigt auf seinem Display die Inhalte an, die ursprünglich auf dem Wii-U-GamePad zu sehen waren. Die Umsetzung ist allerdings nicht ganz unkompliziert.
Cemu kann die beiden Bildschirminhalte zwar getrennt voneinander ausgeben, das Bild des virtuellen Wii-U-GamePads muss jedoch von der Steam Machine auf das Steam Deck übertragen werden. Dafür lässt sich beispielsweise Moonlight auf dem Steam Deck mit Sunshine auf der Steam Machine kombinieren. Während Moonlight den Bildstream empfängt, überträgt es die Tasten- und Stickeingaben des Handhelds zurück. Sunshine stellt diese auf der Steam Machine als virtuellen Controller bereit, den Cemu wie ein angeschlossenes Gamepad erkennt.
Als ob das nicht schon kompliziert genug wäre, gibt es noch eine weitere Hürde: Cemu benötigt eine zweite Bildschirmfläche, damit es das Spielgeschehen und die GamePad-Ansicht getrennt voneinander ausgeben kann. Unter SteamOS gibt es bislang keine verlässliche Lösung, einen solchen virtuellen Zweitmonitor einzurichten. Einige Nutzer schlagen deshalb sogenannte Dummy-Stecker vor. Diese werden in einen Videoausgang der Steam Machine gesteckt und täuschen dem System einen zusätzlichen Monitor vor, auf dem Cemu die Gamepad-Ansicht darstellen kann. Alternativ könnte Windows auf mindestens einem der beiden Valve-Geräte zum Einsatz kommen.
Bis aus Steam Machine und Steam Deck (derzeit 580 Euro auf Amazon) eine unkomplizierte Luxus-Wii-U wird, ist also einiges an Bastelarbeit nötig. Die Idee hat aber durchaus Potenzial. Viele Reddit-Nutzer erklären zumindest, dass sie eine solche Funktion sofort ausprobieren würden.









