Notebookcheck Logo

Spiders schließt nach Veröffentlichung des Greedfall II-Prequels inmitten von Nacon-Insolvenz

Screenshot aus Greedfall II: The Dying World
ⓘ Nacon
Screenshot aus Greedfall II: The Dying World
Spiders, das Studio hinter Greedfall und Steelrising, hat wenige Wochen nach der Veröffentlichung des Greedfall-II-Prequels Greedfall: The Dying World den Betrieb eingestellt und befindet sich in Liquidation. Damit ist Spiders das erste größere Opfer der Insolvenz des Mutterkonzerns Nacon.

Spiders, der Entwickler hinter ARPGs wie Greedfall und Steelrising, hat offiziell den Betrieb eingestellt und ist damit das erste große Studio, das dem anhaltenden finanziellen Zusammenbruch des Mutterkonzerns Nacon zum Opfer gefallen ist. Spiders hat nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung von Greedfall: The Dying World, einem Prequel zu seinem größten Erfolg, dichtgemacht. Damit endet eine 18-jährige Laufbahn für ein Team, das für seine Eurojank-RPGs bekannt geworden ist.

Greedfall-Entwickler Spiders kommt direkt zur Sache: "Wir werden liquidiert"

Die Nachricht ist am 29. April 2026 in einem Facebook-Beitrag bekannt geworden, in dem Spiders auf die Situation eingegangen ist. Das Studio erklärte, die Zitate sind zusammengefasst:

Hallo zusammen. Zunächst kommen wir direkt zur Sache, damit keine Fragen offenbleiben. Nach einer langen Zeit ohne klare Antworten haben wir die Bestätigung erhalten, dass Spiders liquidiert wird.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass die Muttergesellschaft als Ganzes nicht mehr existiert. Wir stellen unsere Arbeit mit sofortiger Wirkung ein. Der geplante DLC wird über Nacon veröffentlicht, und dann... nun ja, das war es. Es tut uns leid, dass es so weit gekommen ist, und wir möchten uns für die Unterstützung über all die Jahre bedanken.

Bei Fragen oder Problemen mit den Spielen ist bitte direkt Nacon zu kontaktieren, da wir nicht mehr antworten können.

Französische Videospielgewerkschaft STJV bezeichnet Schließung von Spiders als "Mord"

Auch die französische Videospielgewerkschaft STJV hat sich zu der Angelegenheit geäußert und ihrem Ärger in einer eigenen Stellungnahme Luft gemacht. Laut STJV ist die Schließung von Spiders durch Nacon "eine vorsätzliche und bewusste Entscheidung des Nacon-Managements" gewesen. Die Gewerkschaft hat Spieler und Fans außerdem dazu aufgerufen, den Publisher vollständig zu boykottieren. Weiter erklärte die Gewerkschaft:

71 Mitarbeiter werden ihre Jobs, ihre Karrieren und ihre Einkommen durch die Inkompetenz und Böswilligkeit von Spiders und Nacon verlieren. Offiziell wird die Liquidation damit begründet, dass Spiders nicht genug Gewinn gemacht hat und kein Übernahmeangebot vorgelegen hat. In Wirklichkeit handelt es sich um einen bewussten Prozess von Nacon.

Die Probleme des Entwicklers haben bereits im Februar 2026 begonnen, als Nacons Großaktionär Bigben Interactive eine Teilzahlung über 43 Millionen Euro für eine Anleihe nicht zurückzahlen konnte. Nacon musste daraufhin Insolvenz anmelden und mehrere Tochtergesellschaften und Studios, darunter Spiders, zum Verkauf stellen. Es haben sich keine Käufer gefunden.

Anfang 2026 hat Nacon noch Zuversicht gezeigt, dass die kommenden Veröffentlichungen wie geplant erscheinen können, während das Unternehmen die laufende Krise bewältigt. Nun ist Spiders Geschichte, und in der Branche wächst die Sorge, dass weitere Tochtergesellschaften wie Kylotonn und Cyanide als Nächstes auf der Streichliste stehen.

Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-05 > Spiders schließt nach Veröffentlichung des Greedfall II-Prequels inmitten von Nacon-Insolvenz
Autor: Rahim Amir Noorali,  4.05.2026 (Update:  4.05.2026)